Theorie und Praxis

Einblicke Die Liberalisierung der Rechtslage in Deutschland im Jahre 2002 wurde als wichtiger Schritt zur Verbesserung der Situation der Prostituierten gefeiert – vielleicht zu Unrecht
Theorie und Praxis
Foto: Andreas Rentz/Getty Images

Gemischte Bilanz

"Seit 2002 gilt in Deutschland eine der liberalsten Prostitutionsgesetzgebungen Europas. Mit dem Prostitutionsgesetz (ProstG) wurde nicht die Prostitution legalisiert, sondern in erster Linie die sogenannte Sittenwidrigkeit abgeschafft, die für die Prostituierten fehlende Rechtssicherheit bedeutete. Obwohl das Gesetz zu einer Neubewertung der Prostitution führte und die rechtliche Situation von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern verbesserte, fällt die Bilanz nach etwas mehr als zehn Jahren gemischt aus." Bundeszentrale für politische Bildung

Tückische Duldung

"Bis zum 1. Januar 2002 galt die Prostitution in Deutschland als sittenwidrig. Sie war damit nicht ausdrücklich offiziell verboten, aber in der täglichen Praxis lief es de facto auf ein Verbot hinaus – nicht zuletzt wegen der vielen Restriktionen, mit denen die Branche konfrontiert war. Diese Duldung ist mit dem Inkrafttreten des so genannten Prostitutionsgesetzes zu einer Legalisierung geworden. Aber auch das Prostitutionsgesetz hat seine Tücken." Planet Wissen

Ernüchternde Bilanz

"Die Bilanz gegen Zwangsprostitution ist ernüchternd: Deutschlands Behörden wissen kaum etwas über die dunkle Seite des Sexgewerbes. Das aktuelle Gesetz hilft den Zuhältern sogar mehr als den Frauen." Welt Online

Europas Hurenhaus

"Mit käuflichem Sex werden in Deutschland Milliarden umgesetzt. Freier schwärmen von Flatrate-Bordellen, Touristen buchen Puff-Touren durch die Republik. Das Geschäft funktioniert nur, weil die Prostituierten oft ausgebeutet werden. SPIEGEL TV hat in 'Europas Hurenhaus' recherchiert." Spiegel Online

Was hilft?

"Union und SPD verhandeln über neue Regeln für Prostitution. Was hilft im Kampf gegen Menschenhandel und zum Schutz von Sexarbeiterinnen? Experten und Betroffene streiten." Zeit Online

Schein und Sein

"Gemessen an all den bagatellisierenden Berichten im Fernsehen und in den Printmagazinen gilt käuflicher Sex in Deutschland mehr und mehr als Lifestyle-Produkt. Vermeintlich seriöse Bordellbetreiber geben Transparenz vor, und junge Frauen präsentieren sich als hochmotivierte Sexunternehmerinnen. (...) Doch die Realität ist alles andere als schick." Stuttgarter Zeitung

17:16 06.11.2013

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