Ursachen und Schuld

Netzschau Rezensionen aus dem Netz: "Jahrelang durchkämmte Sean McMeekin Archive, studierte Schlachtpläne und beleuchtete diplomatische Intrigen. Seine Analyse kommt zu einem brisanten Ergebnis."
Ursachen und Schuld
Foto: Hulton Archive/Getty Images

Brisantes Ergebnis

"Jahrelang durchkämmte Sean McMeekin Archive, studierte Schlachtpläne und beleuchtete diplomatische Intrigen. Seine Analyse über Russlands Weg in den Ersten Weltkrieg kommt zu einem brisanten Ergebnis. Die wahren Drahtzieher fand der US-amerikanische Historiker in St. Petersburg: Russland nahm bewusst das Risiko eines Kriegs in Kauf, um sich strategisch wichtige Landengen am Schwarzen Meer zu sichern." Deutschlandradio Kultur

Tiefere Gründe

Jetzt kommt aus den Vereinigten Staaten, Harvard University Press, eine ähnliche Botschaft: 'Die russischen Ursprünge des Ersten Weltkriegs' ('The Russian Origins of the First World War', von Sean McMeekin). Die These: 'Die Tatsache, dass der Schwerpunkt des Kämpfens und Sterbens entsprechend dem Schlieffen-Plan in Frankreich und Belgien lag, färbt die allgemeine Erinnerung an den Konflikt und beherrscht die Literatur. Aber nicht einmal der besessenste Historiker der Westfront kann verneinen, dass die tieferen Gründe des Konflikts im Osten lagen.'" Welt Online

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Da bislang erst zwei Rezensionen zu Russlands Weg in den Krieg online stehen, folgen hier noch einige Stimmen zum Vorgängerband Juli 1914: Der Countdown in den Krieg, der sich ebenfalls (mit etwas weiterem Fokus) mit den Ursachen des Ersten Weltkriegs befasst:

Nicht ungelegen

"Neben Österreich-Ungarns Rolle wurden in den vergangenen Jahren auch die außenpolitischen Entscheidungen der anderen Großmächte in der Vorkriegszeit verstärkt untersucht. So argumentiert zum Beispiel der US-amerikanische Historiker Sean McMeekin, dass Russland am Erwerb der türkischen Meerengen und besonders am Besitz Konstantinopels interessiert gewesen und der Regierung in St. Petersburg die Julikrise mit der Möglichkeit eines europäischen Krieges nicht ungelegen gekommen sei." Bundeszentrale für politische Bildung

Zündstoff

"Zu diesem bis heute viel diskutierten Thema ist nun ein Buch erschienen, das mit seinen Deutungen und Schlussfolgerungen einigen Zündstoff liefern dürfte. Sein Autor, der US-Historiker Sean McMeekin, beleuchtet darin die komplexen diplomatischen Ereignisse nach der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajewo. Streng chronologisch geht er dabei auf jeden einzelnen Tag der Krise ein. Aus einer Fülle von Quellen schöpfend, zeichnet er ein Bild, das auf erschütternde Weise dokumentiert, wie den handelnden Personen die Kontrolle über die Krise immer mehr entglitt – bis schließlich ein großflächiger Krieg zur Realität wurde, an dessen Ausbruch nachher keiner schuld sein wollte." Wiener Zeitung

Gezielte Vorbereitungen

"McMeekin sieht in dem Verhalten der russischen Führung in St. Petersburg den 'Schlüssel' zum Ausbruch des ersten Weltkrieges. Insbesondere Außenminister Sergej Sasonow und die militärische Führung habe - gegen den anfänglichen Widerstand des Zaren Nikolaus II. - gezielt nach der Veröffentlichung des österreichisch-ungarischen Ultimatums auf den Krieg hingearbeitet. Die Vorbereitungen seien über die offizielle Teilmobilmachung der Armee hinausgegangen." Buchtips.net

13:35 24.07.2014

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