Wallungswerte

Leseprobe "Dieses Buch will kein Psychogramm sein, aber es kommt nicht ganz ohne psychologisches Reden aus. Wie sollte es auch anders sein, da es schlicht und einfach danach fragt, wie ein Journalist so erfolgreich und mächtig werden konnte?"
Wallungswerte
Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

Die Romanfigur, die ins Leben fiel

Sein Blick ist meist prüfend und leicht verächtlich. Sein Lachen wirkt kaum je herzlich, sondern meist schadenfreudig, und auch wenn er sich um Äußerlichkeiten nicht zu kümmern scheint – die weiten Hosen zieht er hoch wie ein Opa, die Haare um die Glatze herum sind ungewaschen –, so ist er doch eitel und frei von Selbstzweifeln: Er sei ein »schöner und grundgescheiter und gerade richtig dicker Mann in den besten Jahren«, urteilt er selbst.

Ein Junge also, der wie ein Mann von vierzig Jahren anmutet, aber vielleicht verhält es sich genau umgekehrt, ein Erwachsener, der immer noch wie ein böses Kind ausschaut. Altklug und Alles-Besserkönner: weltbester Kunstflieger, weltbester Zauberer, ein »Sprachgenie« sowieso. Und ein Künstler, der in seiner Hütte über den Dächern der Stadt einsame Hähne malt und in Tränen ausbricht, so gut hat noch keiner die Einsamkeit eines Hahnes in einem Bild erfasst.

Die anderen hält er für Spießer oder noch schlimmer: »Die Welt ist voller Kinder, die keine Phantasie haben«. Er dagegen bringt die Phantasie zurück in diese Welt, macht einen Jux und noch einen, er ist schließlich und nicht zuletzt »der weltgrößte Juxemacher«. Ja genau: »Karlsson, Karlsson! Achtung, hier kommt Karlsson! Aus dem Weg, macht Platz für mich, den Karlsson! Hallo! Platz da! Juhu, ich bin der Karlsson, der allerbeste Karlsson auf der Welt.« Es ist nicht mehr zweifelsfrei zu rekonstruieren, wer Frank Schirrmacher auf den Spitznamen Karlsson vom Dach getauft hat. Vermutlich war es der Journalist Dirk Kurbjuweit, der seinem Sohn zufällig aus Karlsson vom Dach vorgelesen hatte, als er an einem Schirrmacher-Portrait arbeitete, das im Dezember 1999 im Spiegel Reporter erschien. »Der ist doch wie Schirrmacher«, dachte Kurbjuweit und schrieb es hin. Ich habe den Vergleich zum ersten Mal gehört, als ich einem Freund, der für die FAZ gearbeitet hatte, von meinem Buchprojekt erzählte und ihn fragte, ob er etwas beitragen könne. Während den meisten meiner Gesprächspartner eine Anekdote einfiel oder der Mund überging, weil das Herz voll war, beschränkte dieser sich auf einen Hinweis:

»Karlsson von Dach«.

Dabei strahlte er, als hätte er mir das Schibboleth für mein Buch genannt. Das war übertrieben, aber der Spitzname schien mir mit zunehmender Recherche immer treffender. Treffender als die anderen, die im Umlauf sind, Caligula und Kindkaiser – auch wenn Schirrmacher natürlich nicht mit einem Propeller auf dem Rücken durch die Redaktion fliegen konnte. Aber müsste man den jungen Frank Schirrmacher mit einem Wort charakterisieren, träfe es Überflieger am besten. Zwei biographische Daten: mit neunundzwanzig Jahren Nachfolger von Marcel Reich-Ranicki, mit vierunddreißig Jahren Herausgeber der FAZ, der jüngste aller Zeiten.

Wie schafft man so einen Aufstieg? Jedenfalls muss man es wollen. Unbedingt wollen. Und wie Karlsson wollte Schirrmacher immer gewinnen, immer schneller sein als die anderen, sie überrumpeln. Auch konnten beide nur schlecht verlieren, wenngleich Karlsson sich die Niederlagen unvergleichlich schönredete: »Das stört keinen großen Geist.« Der Satz ist zum geflügelten Wort geworden. Und es ist Karlsson vorbehalten, das, was Schirrmacher getan und geschrieben hat, auf den Begriff zu bringen: »tirritieren«. Das sei wie irritieren, »nur noch teuflischer«.

Frank Schirrmacher und Karlsson vom Dach; beide äfften auch gern andere nach, aber das ist ein Detail. Wichtiger ist, dass es mit der Langeweile endlich vorbei ist, als der seltsame Mann mit dem Propeller zum ersten Mal ins Zimmer des kleinen Jungen fliegt, den sie Lillebror nennen. Der »weltbeste Baumeister« baut Lillebror nicht nur einen Turm aus Klötzen, er bringt auch die Dampfmaschine, die traurig in der Ecke steht, erst zum Laufen, dann zur Explosion.

Auch Schirrmacher brachte Leben in die Bude. In die der FAZ, in die von uns. Seine Türme waren die ungezählten Projekte und Ideen, seine Dampfmaschinen hießen »Debatten«.

Karlsson erzählt, dass er Tausende solcher Dampfmaschinen bei sich zu Hause auf dem Dach habe, und als Lillebror ihn dort das erste Mal besucht und keine einzige sieht, sind sie eben »alle explodiert«. Was kümmert einen großen Geist die platte Wahrheit? Es zählt die Phantasie! Und die Explosionen! Gibt es etwas Schöneres als Explosionen?

Es bleibt einem anderen Buch vorbehalten, zu ergründen, was Astrid Lindgren mit diesem seltsamen Helden sagen wollte – vielleicht einen dunklen Zusammenhang zwischen destruktivem Narzissmus und Kreativität andeuten? Hier muss Schirrmacher kurz mit einer anderen populären Figur von Astrid Lindgren verglichen werden. Auch Pippi Langstrumpf ist ein anarchischer Charakter, aber zugleich ein sozialer: Pippi baut Freundschaften auf, kämpft gemeinsam gegen die Erwachsenen. Nicht so Karlsson, der nicht in Lillebrors Zimmer geflogen ist, um einen neuen Freund zu gewinnen, sondern um einen Schwächeren zu finden, der ihn bewundert (und vielleicht insgeheim, um seine Einsamkeit zu bekämpfen). Am Machtgefälle zwischen den beiden lässt Karlsson keinen Zweifel. Nur mit Mühe bringt er ein gutes Wort für den anderen über die Lippen, das allerdings gleich wieder vergessen ist, wenn er einen Kuchen sieht, denn Karlsson ist ganz schön verfressen. Dieses noch: Einmal liegt Lillebror traurig auf seinem Bett, als Karlsson ihn besucht. Statt ihn zu trösten, sagt er mit theatralisch vorwurfsvoller Stimme: »Hier kommt Karlsson, und du heulst. Willst du nicht mit aufs Dach kommen und mich aufmuntern.«

Auf die Fragezeichen kann man hier getrost verzichten. Es handelt sich um einen Befehl. Den anderen zum Teil seiner Inszenierung zu machen, darum geht es. Ich habe unter meinen Gesprächspartnern einige Lillebrors gefunden. Ja, manchmal scheint es mir, als habe Frank Schirrmacher eine halbe Branche, nein, eine halbe Öffentlichkeit zu Lillebrors gemacht, darauf deuten die zahlreichen bewundernden und fallweise etwas verlogen wirkenden Nachrufe hin. Dann aber habe ich auch mit Menschen gesprochen, die das Bild eines Narzissten, um den sich alles zu drehen hat, nicht stehenlassen wollten, die von selbstlosen Gesten, von großzügigen Geschenken erzählten. Und wenn auch nur wenige von Freundschaft sprachen, machten sie mir doch klar, dass Schirrmacher in einem Punkt anders war als Karlsson: Schirrmacher hatte offensichtlich die Fähigkeit, sich selbst zum Lillebror zu machen. »Er konnte dir das Gefühl geben, in diesem Moment der wichtigste Mensch auf Erden zu sein.« So oder ähnlich habe ich es dutzendfach gehört. Am besten fuhr dabei, wer stets damit rechnete, dass aus Lillebror wieder Karlsson werden würde. Wer keine Angst vor Liebesentzug hatte, konnte mit Schirrmacher gut auskommen.

Dieses Buch will kein Psychogramm sein, aber es kommt nicht ganz ohne psychologisches Reden aus. Wie sollte es auch anders sein, da es schlicht und einfach danach fragt, wie ein Journalist so erfolgreich und mächtig werden konnte? Und Frank Schirrmacher war mächtig. Das konnte man nicht nur daran erkennen, dass es zu Lebzeiten in den großen Konkurrenzblättern kaum möglich war, ein kritisches Wort über ihn zu verlieren, dafür hatte er als begnadeter Netzwerker gesorgt.

Seine Macht reichte auch in die Politik, die er zunehmend zu beeinflussen versuchte und dabei die Nähe mal zu diesem Flügel (von Helmut Kohl bis Paul Kirchhof), mal zu jenem (von Joschka Fischer bis Sahra Wagenknecht) suchte. Am Stuhl des Bundespräsidenten Christian Wulff hat er so lange gesägt, bis dieser zusammenbrach. Gewiss, Schirrmacher wollte, dass die Politik den Ernst der Lage begreift (von der Überalterung der Gesellschaft bis zur digitalen Überwachung), er wollte aber auch Politik und Politiker »machen«. Martin Schulz, mit dem er über das Schlachtfeld von Verdun geschritten war und über eine digitale Charta nachgedacht hatte, bekannte noch zwei Jahre nach Schirrmachers Tod, dass er sich auf seinen langen Autofahrten oft frage, was Schirrmacher »uns wohl in dieser Situation geraten« hätte. Schirrmacher hätte dieses Bekenntnis vermutlich mit Freude erfüllt.

Über Schirrmacher schreiben heißt ein Schelmenstück schreiben. Es ist das Stück, in dem er sich selbst sah. Vielfach bezeugt sind die Streiche, die er Freunden, Nachbarn, Arbeitskollegen spielte. Letzteres fing gleich mit seinem Eintritt in die FAZ an, als der Jungredakteur sich in die Accounts der Kollegen einloggte, man weiß nicht, wie, und in deren Namen launige E-Mails verschickte, und es hörte erst mit seinem Tod auf. Im Grunde genommen könnte man seine Karriere und sein öffentliches Wirken als eine Abfolge von Streichen begreifen, die nur nicht diesen Namen tragen. »Etwas zu machen, worüber am nächsten Tag die Nation spricht, das macht großen Spaß«, bekannte er, als er von Herlinde Koelbl gefragt wurde, was ihn an der Macht reize. In der Buchfassung ihrer berühmten Langzeitstudie Spuren der Macht stehen die Interviews mit Schirrmacher gleich nach denen, die Koelbl mit Angela Merkel geführt hat.

Das Stück, das Schirrmacher spielte, machte aber nicht nur großen Spaß, es war auch ein steter Quell von Verunsicherungen und Hybris. Einen Club, der einen wie ihn zum Chef ernannt hatte, könne er nicht ganz ernst nehmen, gestand er einem Kollegen nach seiner Ernennung zum Herausgeber der FAZ in einer schwachen Stunde. Und in Gesprächen mit einer Redakteurin sprach er oft, halb ironisch, halb ernst von sich selbst als Hochstapler – freilich nicht, ohne die andere zur Komplizin in einem fragwürdigen Spiel machen zu wollen: »Aber Sie sind doch auch eine Hochstaplerin.«

Man darf die Rede vom Hochstapler nicht allzu wörtlich nehmen. Im Bild des Hochstaplers spitzt sich ein verbreitetes Unbehagen am Feuilletonisten zu. Wer oder was legitimiert einen, sich heute als Spezialist auf diesem und morgen als Spezialist auf jenem Gebiet auszugeben, Meinungen zu haben, Urteile zu fällen? Der Selbstzweifel ist es nicht.

Man darf keine Skrupel haben. Jakob Augstein nannte Schirrmacher den »dirty Harry des Feuilletons«. Und natürlich muss man mit seinen Ansichten einen Nerv beim Publikum treffen.

Lässt sich Schirrmacher auf die Figur des Machtmenschen reduzieren? Nein, meint ein Beobachter: »Der richtige Machtmensch geht nur nach Macht, er will den anderen nicht bezaubern und ihm gefallen. Schirrmacher war ein Rauschmensch, und wenn es eine Cola war, Zigaretten, Koffein, alles, was hochriss. Auch geistig, von den starken Giften. Der George-Kreis. Das Genom. Das sind die stärksten Rauschmittel. Mit Benn gesprochen: Die Wallungswerte.«

Ja, die Wallungswerte. Der ehemalige FAZ-Redakteur Jens Jessen sprach von Schirrmacher als dem »Erregungstechniker schlechthin«. Was ist das nächste große Ding?, fragten wir in freudiger Erwartung oder in vorauseilender Verärgerung. Worüber auch immer Schirrmacher dann schrieb, stets lautete der Begleittext: Groß ist die Sache, von der ich schreibe (sonst schreibe ich gar nicht). Seine Texte waren oft witzig und oft raffiniert, bescheiden waren sie nie. Wer bei Schirrmacher nach einem Stilprinzip sucht, findet es ex negativo in der Furcht vor dem Unbedeutenden. Größe also: Was in der Debatte das nie Dagewesene oder die Epochenwende waren, hieß im Gespräch mit den Mitarbeitern »allergrößte Konsequenz« (negativ) oder »Das Große«, das er mit einem vorhatte (positiv). Auf die Frage, wie man sich seiner erinnern soll, antwortete Schirrmacher im letzten der Gespräche, die Herlinde Koelbl mit ihm zwischen 1991 und 1998 führte: »Als den größten Publizisten seit Martin Luther«. Natürlich ist dieser Vergleich durch die Lust an der Provokation motiviert, aber die Engführung von Journalismus und Theologie macht in seinem Fall schon Sinn. Jenseits eines nicht erkennbaren christlichen Glaubens wirkte Schirrmacher als Eschatologe im Gewand des Feuilletonisten. Seine Texte lasen sich oft wie Verkündigungen.

Eine endzeitliche Stimmung schien sein Leben zunehmend zu grundieren und ihn nicht zur Ruhe kommen zu lassen. »Wir müssen unbedingt telefonieren, es wird alles ganz anders«, lautete seine letzte E-Mail an einen guten Freund. Schirrmacher hielt sich noch in Rom auf, wo er sich wenige Tage vor seinem Tod mit dem Springer-Chef Mathias Döpfner und seinem Kulturkorrespondenten Dirk Schümer getroffen hatte. Er müsse schon sagen, was denn so bedeutend sei, schrieb der Freund zurück. »Nein, nein, wir müssen sprechen«, hielt Schirrmacher dagegen, weil er glaubte, im Netz überwacht zu werden, was einige für paranoid, andere für eine berechtigte Furcht hielten. Was alles ganz anders werden sollte, wird man vielleicht nie erfahren. Wer es wissen müsste, schweigt.

Vieles wird ungeklärt bleiben. Schirrmacher ist tot, und ich bin ihm nur flüchtig begegnet. Alles, was ich in diesem Buch schreibe, habe ich aus Gesprächen und Texten. Gerade mal zwei E-Mails hat er mir geschrieben, ich habe sie nicht aufbewahrt. Das mag mich in den Augen derer, die ihn gut gekannt haben, zum falschen Autor dieses Buchs machen. Ich sehe es naturgemäß genau andersherum: Gerade weil ich ihm, anders als so viele, nie begegnet bin, kann ich dieses Buch schreiben. Ich habe keine Geschichte mit ihm, bin weder traumatisiert noch traurig, dass ich ihn nie mehr in meiner Nähe haben kann, und offen gestanden vermisse ich ihn, anders als viele andere, auch nicht so dramatisch in der Debattenkultur, dass ich jedes Mal sein Fehlen beklagen müsste, wenn ich eine Zeitung aufschlage. Ja, ein wenig langweiliger ist es schon geworden. Was wäre nach dem Internet gekommen? Die Eroberung des Mars? Die radikale Ökologie? Oder etwas ganz anderes, das er wieder einmal als Erster erkannt und big gemacht hätte? Ich gebe zu, es hätte mich schon sehr interessiert, welches sein nächster Streich geworden wäre.

Ich war und bin also fasziniert. Wie viele andere Journalisten habe ich alles über ihn gelesen, was mir in die Finger kam. Ich wusste also in gewisser Weise fast zu viel. Wohin mit dem Material? Allein die Masse der Nachrufe ist schier unübersehbar.

Aber diese Nachrufe sind ein Sonderfall im Sonderfall. Der Kulturbetrieb lief nach dem plötzlichen Tod Schirrmachers heiß wie Schirrmacher am Ende seiner Karriere selbst. Sein überwältigender Stil wurde zur kollektiven Geste. Selbst einem Helmut Kohl wurde in den Medien nicht so intensiv nachgerufen wie Schirrmacher. Und um in der Kultur zu bleiben: »Wie sollte man dem gerecht werden, wenn, sagen wir, Habermas stirbt«, gab mir ein Kollege zu bedenken. Ein guter Weg, einen Irrsinn zu dokumentieren, ist Statistik. Der Medienjournalist Matthias Dell hat gezählt: Allein in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatten vier Tage nach Schirrmachers Tod am 12. Juni 2014 zweiundsiebzig Personen an ihn erinnert, darunter Prominente wie Volker Schlöndorff, Bernhard-Henri Lévy oder Günther Jauch, einer erinnerte sogar zweimal, und immerhin fünfzehn Frauen zeichneten ein Bild des Verstorbenen. Böse wurde niemand. Das liegt zum einen natürlich am Genre des Nachrufs. Zum anderen konnte man sich hinter diesem Genre aber auch gut verstecken. Es ist schon so: »Man müsste, wenn jemand stirbt, eigentlich keinen Nachruf auf den Toten schreiben, sondern einen auf die Gesellschaft, die ihn überlebt. Wie sie sich die Dinge zurechtlegt, um selbst gut dazustehen. Wie sie, noch angesichts des Todes, so tut, als würde sie in ihrem abschließenden Urteil letztlich doch noch immer Gnade vor Gerechtigkeit ergehen lassen. Nichts Schlechtes über die Toten heißt in Wahrheit: nichts Schlechtes über die Überlebenden.« Das schreibt nicht etwa der Sozialphilosoph Theodor W. Adorno in den Minima Moralia, sondern Frank Schirrmacher selbst, in seinem Nachruf auf den von ihm bewunderten Regisseur Bernd Eichinger.

Was für ein Steinbruch: Wenn man nicht nur die Artikel, Bücher und Briefe, die einer schreibt, zu seinem Werk zählt, sondern auch SMS und E-Mails, dann hat Frank Schirrmacher ein Werk hinterlassen, das vermutlich ein großes Fragment bleiben wird und auch darin zeittypisch ist. Manche haben die Mails gelöscht, manche haben sie aufbewahrt. Wie jener Redakteur, der jede einzelne an ihn adressierte Mail von Schirrmacher in einem Ordner archiviert hat, der den gleichen Namen wie dessen zweite E-Mail- Adresse trägt: Comium. Über tausend Mails sind es. Hinzu kommt das Werk über ihn, zu dem nicht nur die vielen gedruckten Artikel und Portraits zählen, sondern auch die Unmengen von Mails und Gesprächen, in denen er eine Rolle, und zwar meist die Hauptrolle, spielte.

13:05 31.05.2018

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Biographie Michael Angele, gebürtiger Schweizer und promovierter Literaturwissenschaftler, schrieb u.a. einst für die Berliner Seiten der FAZ. Heute ist er als stellvertretender Chefredakteur des Freitag tätig
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Einblicke Man mag von Frank Schirrmacher halten, was man will – einig sind sich Freund wie Feind darin, dass er es verstand, gesellschaftsweite Debatten zu erzeugen. Versuch einer Sammlung
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Netzschau Rezensionen und Stimmen aus dem Netz: "Dieses Portrait gerät durchaus ausgewogen (...) und wirkt damit fast wie ein Gegengift zur berühmten Aufgeregtheit des einstigen Herausgebers."