Zwischen den Extremen

Einblicke Die Geschichte Shahin Najafis spielt sich, ähnlich der von Salman Rushdie, im Spannungsfeld zwischen Regime, Religion und künstlerischer Kritik ab. Versuch einer Sammlung zum Thema
Zwischen den Extremen
Foto: Paula Bronstein/Getty Images

Höchste Bedeutung

"Ein Fatwa (plur. Fatawa) ist ein Gutachten zu einer Rechtsfrage, welches von einer rechtsgelehrten Autorität, einem Mufti, erstellt wird. Da das islamische Gesetz, die Gesamtheit von Allahs Geboten (Shariah), für sämtliche Bereiche des zivilen und religiösen Lebens Gültigkeit besitzt, ist es für den frommen Muslim von höchster Bedeutung in seinem alltäglichen Leben." Südasien.info

Gemeinsamkeiten

"Ein iranischer Großayatollah deutet einen Song des Rappers Shahin Najafi als Blasphemie und ruft zu dessen Ermordung auf. Ein solches Todesdekret wurde einst auch gegen den Autor Salman Rushdie gerichtet." Die Presse

Schuld und Deutung

"Shahin Najafi ist der erste, der von den neuen Fatwas der iranischen Großayatollahs betroffen ist. Diese Fatwas richten sich aber generell gegen alle, Muslime und Nicht-Muslime, die die schiitischen Imame und den Propheten Mohammed 'beleidigen'. Besonders die zweite Fatwa, die von Großayatollah Makarem Schirasi verkündet wurde, macht explizit deutlich, dass auch Nicht-Muslime mit einer Hinrichtung rechnen müssen, wenn sie einer solchen 'Beleidigung' für schuldig befunden werden." Jungle World

Keine Angst

"Es geht um Fußball, Silikonbrüste, Korruption, Viagra und falsche Prediger. Mit einem Rap-Song hat der Musiker Shahin Najafi die Glaubenswächter in seiner Heimat Iran erzürnt. Nach einer Fatwa schwebt er in Lebensgefahr – doch der Wahl-Kölner will sich weder verstecken, noch den Mund verbieten lassen." Süddeutsche.de

Beipackzettel

"Um die Musik von Shahin Najafi zu verstehen, muss man sich vorstellen, ein deutscher Popmusiker schriebe Songs, die nicht nur aus den 0815-Emotionen der Hitparade bestehen (Ich liebe dich / Ich will dich / Ich vermisse dich), sondern gleichzeitig auch die RAF und den deutschen Herbst besingen und aus der mittelalterlichen Nibelungen-Sage zitieren. Die Texte von Shahin Najafi klingen deshalb für Hörer ohne Iranistik-Studium und Abo einer Teheraner Tageszeitung zuweilen etwas kryptisch." NEON.de

Wunsch und Weg

Mit dem angeblich blasphemischen Song 'Naghi' zog er den Zorn der Mullahs und eine Fatwa auf sich: Seitdem muss Shahin Najafi in seinem Kölner Exil anonym leben. Seine Hoffnung auf Besserung der Lage in Iran sei zu einem Wunsch geworden: 'Gibt es dort überhaupt einen Ausweg?'" Deutschlandradio Kultur

17:17 16.05.2013

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Biographie Zwar ist Najafi mit einem Rap-Song in den ungewünschten Fokus der Ajatollahs geraten, er selbst sieht sich jedoch eher als Dichter, Songwriter, Satiriker und Gesellschaftskritiker
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Netzschau Rezensionen aus dem Netz: "Najafis Buch beweist Humor. Vielleicht weil sich so am ehesten Menschen auf der ganzen Welt erreichen und für den Kampf gegen eine Diktatur mobilisieren lassen."