Zerfall und Motivation

Leseprobe "Am 5. Juni setzt mit der Schlacht um Frankreich die zweite Phase des Blitzkriegs ein. Die Yorcks, die Schulenburgs und Helmuth Moltke sitzen in der Hortensienstraße. Der Abend ist warm."
Zerfall und Motivation
Foto: Johannes Simon/Getty Images

Die folgenden Romanauszüge wurden von der Autorin aus dem Zusammenhang gelöst und neu gruppiert.

»Freyas Wägelchen! Freyas Wägelchen!« Das Wägelchen ist am 30. März 1911 ins Kinderzimmer gerollt. Hans und Carl Deichmann lagen noch in ihren Gitterbetten. Sie setzten sich auf, verschlafen und erstaunt: So früh kam der Vater sonst niemals ins Kinderzimmer. »Ihr habt eine Schwester bekommen. Ein kleines Schwesterchen. Es heißt Freya.« Ach? Und wo kam dieses Schwesterchen nun auf einmal her? »Aber das haben wir euch doch gesagt. Mutter und Vater haben es beim Storch für euch bestellt. Nun ist Freya da. Und stellt euch vor, sie hat euch etwas mitgebracht.« Dann kam das Wägelchen. Es ist ein ganz wunderschönes bemaltes Wägelchen, mit einem großen Kasten und vier roten Rädern. »Freyas Wägelchen! Los, wir fahren alle mit Freyas Wägelchen.« Durch die untere Diele des weitläufigen Kölner Bürgerhauses, über den Hof.

»Los, alle rein! Nehmt auch Freya mit. Willst du mit, Freya? Los, wir ziehen euch.« Hinaus aus dem Deichmann-Haus, hinaus auf die Straße. Über das Kopfsteinpflaster. »Nach vorn, zum Fluss zu. Da, wo es den Hügel runtergeht.« Es ist Sonntag, ein Julisonntag 1915. Das Wägelchen ist voll beladen. Wo ist das Personal? Wo ist die Aufsicht? Wo sind die Kindermädchen, die Erzieherinnen? Ist denn keiner da, der Schlimmes verhindert? Freya ist vier. Wieso hat sie mit den Großen mitkommen dürfen? Sie ist aber dabei, mitten unter den anderen. Sie sitzt eingekeilt zwischen Freunden der Brüder, zwischen Vettern und Basen. »Haltet euch fest! Haltet Freya fest!« Schrille frohe Schreie. Hinab, hinab, in wilder und berauschender Fahrt, erst den Hang hinunter, dann unten scharf um die Kurve, Freya sitzt ruhig. Sie hat keine Angst. Ein Arm hält sie von hinten umfasst. Sie weiß nicht, wessen Arm es ist, aber sie fühlt sich ganz sicher. Das Wägelchen holpert und wackelt, springt über einen Stein. »Noch mal, noch mal!« »Freyas Wägelchen!« Hinauf, hinauf, hinab, hinab. Das Wägelchen kippt. Das Rad zerbirst. Es ist ein verrückter, ewiger Moment: der Moment vor dem Aufprall, wenn noch nichts passiert ist. Der Moment vor dem Schmerz. Freya hat immer noch keine Angst. Etwas geht ihr durch den Kopf. Ein Gefühl, ein Gedanke, der Anruf einer leisen Stimme. Ein gemächlicher Satz, Dir passiert nichts. Holz splittert und kracht. Sie stürzen übereinander, Beine schrammen, Haut schürft, es gibt Prellungen, aufgeschlagene Knie und Ellenbogen. »Wo ist Freya?«

Sie sitzt auf der Straße. Sie hat nur einen kleinen Kratzer an der Stirn. »Freyas Wägelchen!« Das ist allerdings kaputt. Es ist zerborsten, nichts als ein Haufen buntbemaltes Brennholz. Hans und Carl kämpfen mit den Tränen. Freyas Wägelchen ist nicht mehr zu retten. »Nicht weinen«, sagt Freya leise zu ihren Brüdern. »Nicht weinen.« Der Schnee fällt immer dichter.

Helmuth James von Moltke ist auf dem Heimweg nach Kreisau, mit Pferd und Wagen: Im Krieg ist der Zugverkehr zwischen Kreisau und Schweidnitz eingestellt und in diesem ersten Winter nach Kriegsende noch nicht wieder aufgenommen worden. Jeden Tag fährt Helmuth mit dem Wägelchen nach Schweidnitz in die Schule und wieder zurück. Jeden Morgen spannt er den Apfelschimmel vor den kleinen Wagen, der Spinne genannt wird, und dann geht es los, über die Landstraße. Freilich könnte Helmuth auch bei den Trothas wohnen. Tante Ete hat bis vor kurzem mit ihren Kindern auf Kreisau gelebt. Margarethe von Trotha: Sie ist die Schwester von Helmuths Vater. Helmuth und seine Brüder sind mit den Trotha-Kindern großgeworden. Am nächsten steht Helmuth sein Vetter Carl Dietrich. Tante Ete ist Carl Didis wegen nach Schweidnitz gezogen, damit er es nicht so weit bis zur Schule hat. Sie würde auch Helmuth aufnehmen. Aber Kreisau verlassen, Mami verlassen? Niemals. Und es sind ja nur sieben Kilometer nach Schweidnitz. Sieben Kilometer hin, sieben Kilometer zurück. Im Sommer ist die Fahrt sogar schön. Die Morgenfrische, der Dunst der Wiesen. Der Himmel ganz rein, bevor der Tag heiß wird. Das leise Sirren der Räder, die Linden am Straßenrand, und das Land links und rechts der Allee liegt offen wie ein aufgeschlagenes Buch. Aber jetzt ist alles verdeckt und verschwunden, und Helmuth steckt zum fünften Mal fest. Heute Morgen lag der Schnee nur wie ein dünnes Laken über dem Land. Aber es hat den ganzen Tag weitergeschneit. Helmuth weiß nicht genau, wo er ist. Jedenfalls ist er noch immer auf der Straße, deren Lauf die Alleebäume deutlich markieren. Es ist noch nicht spät, vielleicht halb vier. Aber es dunkelt schon. Es ist eine Art weißer Dunkelheit, die der stiebende Schnee erzeugt. Helmuth ist kalt. Ihm ist elend. Dies ist mühsam. Er hat die Spinne freigeschaufelt, und ein paar Meter weiter steckt sie wieder fest. Er wird jetzt natürlich nicht zu heulen anfangen. Er ist elf, und im März wird er zwölf. Er heult nicht. Er wünschte nur, Mami wäre hier. Der Wunsch ist überwältigend. Helmuth darf ihn gar nicht richtig festhalten und in Worte fassen, er darf ihn allenfalls leicht streifen, wie man etwas mit einem Finger berührt, während man gleichzeitig in eine andere Richtung schaut, sonst überschwemmt ihn der Wunsch mit weinerlichem Überdruß. Ohnehin wäre es sinnvoller, sich den Kutscher Hermann herzuwünschen. Hermann würde nicht nur für den kleinen Moltke schaufeln, er würde ihn notfalls auf den Schultern nach Hause tragen. Es geht aber gar nicht darum. Es geht nicht ums Schaufeln. Helmuth würde klaglos schippen und schaufeln, wenn bloß Mami hinten in der Spinne säße. Wenn Mami neben der Spinne herginge, in ihre duftenden Pelze gehüllt: Dann hätte ihr Sohn allen Mut der Welt. Er würde sich befähigt zeigen, mutig, zuversichtlich. Mami würde die Hände zusammenschlagen, vor Stolz auf seine unverdrossene Zuversicht. Er steckt wieder fest.

Er muss wieder schaufeln. Jetzt kommen doch Tränen. Ist das das Leben? Gehen, kämpfen, feststecken, schippen, wieder ein paar Schritte, wieder feststecken? Er hat keine Lust! Wenn es so ist, hat er keine Lust. Danke bestens, aber Helmuth James von Moltke verzichtet. Ist er etwa verpflichtet? Kann man ihn zwingen? Hat er darum gebeten, auf die Welt zu kommen? Das hat er nicht. Er könnte jetzt aufgeben, wenn er wollte. Er könnte sich in den Schnee werfen und liegenbleiben. Er weiß, was dann passieren würde. Erst friert man entsetzlich. Aber dann wird einem warm, ganz wundervoll warm. Alles ist gut. Und dann stirbt man. Müdigkeit lullt einen ein, Schläfrigkeit wiegt einen in den Tod. Und am nächsten Morgen wird man gefunden, froststeif und halb zugeweht wie ein toter Hase. Er heult. Er schippt. Er kann die Kinderstimme, die Kleinkindstimme in seiner Kehle spüren, ohne dass er ruft: Mami, Mami, warum bist du nicht da! Er muss aber mindestens das Pferdchen freischippen. Was kann denn das arme Pferdchen für alles? Er muss den Wagen heil heimbringen. Sie brauchen den Wagen auf Kreisau, das weiß er. Alles wird gebraucht, jetzt nach dem Krieg, alles ist knapp. Nichts ist ersetzbar. Und natürlich erwartet Mami von ihm, dass er Pferdchen und Wagen zurückbringt. Sie erwartet, dass er zurückkommt. Sie wünscht ihn sich zurück. Sie setzt auf ihren Sohn, sie vertraut ihm ganz. Sie hat ihn lieb, sie begleitet ihn mit ihren Gedanken, in gewissem Sinne ist sie also hier. In gewissem Sinn ist sie tatsächlich hinten in der Spinne. Helmuth James von Moltke schippt. Er beißt die Zähne zusammen. Er steigt nicht wieder in den Wagen. Er zieht das Pferdchen am Zügel weiter, Schritt für Schritt. Mami ist das Zentrum von allem. Ohne sie würde die Welt zerschellen und in Scherben auseinanderfliegen wie eine Tasse auf Steinboden. Helmuth schippt. Er zieht das Pferdchen weiter. Er muss jetzt nur den Gedanken festhalten, dass er das Richtige tut. Er muss sein Bestes geben. Das ist alles. Wenn er sein Bestes gibt, dann wird er auch heil heimfinden. Sein Fäustling ist eingerissen, und Schnee dringt hinein. Schnee fällt ihm in den Kragen. Er zieht das Pferdchen weiter. Er steckt fest. Er schippt. Er weint jetzt nicht mehr. Er geht, und er schippt, er ist jedenfalls auf dem richtigen Weg. Er kommt voran: Vor ihm sind die Linden. Die Junilinden von Kreisau. Fast ist es ihm, als würde der Schneefall schwächer. Freilich hängt der Himmel voller Wolken. Aber das kann ihm egal sein. Es geht ihn nichts an. Es obliegt einer anderen Macht, darüber zu befinden, ob es schneit oder friert oder taut. Helmuth James von Moltke muss nur das Pferdchen ausgraben. Er muss dafür sorgen, dass die Spinne fährt. Er friert erbärmlich, und er ist sehr müde. Aber er kann jetzt tapfer sein. Er weiß ja, was er zu tun hat. Er muss Pferd und Wägelchen nach Hause bringen. Helmuth geht durch Breslau. Das Schneetreiben hat zum Glück aufgehört. Freilich fällt einem nun der Neuschnee in die Schuhe. Helmuth James von Moltke hat nasse Füße, aber das ist die geringste seiner Sorgen. Er geht über den Breslauer Marktplatz. Er ist auf dem Weg zum Zahnarzt. Er hat Zahnweh, schon seit gestern Abend, auch wenn er Mami nichts davon gesagt hat. Und gibt es etwas Unglücklicheres, Überflüssigeres als das Leben? Man ist auf dem Weg zum Zahnarzt, auf dem Weg zum Bäcker. Man ist auf dem Weg zur Post, auf dem Weg in die Universität, man fährt von Potsdam nach Breslau, von Breslau nach Wien, man sitzt oder steht irgendwo mit irgendwem herum und redet über irgend etwas, was soll das Ganze? Was erwartet man vom Leben? Was um Himmelswillen soll man damit anfangen? Und eben damit quält ihn der Vater. »Bitte, Helmuth, werde dir darüber klar, was du vom Leben willst. Werde dir darüber klar, wovon du leben willst. Natürlich erbst du einmal Kreisau, aber Kreisau stellt keine ausreichende Lebensgrundlage für mehrere Familien dar, bedenke das bitte.« Mehrere Familien? Helmuth seinerseits gedenkt keinesfalls zu heiraten. Sich an eine Frau binden, die Verantwortung dafür tragen, dass man Kinder in die Welt gesetzt hat? Es kommt nicht in Frage. Und er allein wird sich schon durchschlagen. Er hat sein Studium so gut wie abgeschlossen, er hat seine Examensarbeit abgegeben. Er ist befreundet mit Edgar Mowrer von der ›Chicago Daily News‹ und mit Dorothy Thompson, der Korrespondentin des ›Philadelphia Public Ledger‹ und der ›New York Evening Post.‹ Sie befragen ihn immer wieder nach seiner Meinung zur Lage in Ostdeutschland, zur Lage in Polen. Helmuth könnte jederzeit als Journalist durchkommen, da ist er sicher. Außerdem wird er im nächsten März das Referendarexamen ablegen, im März 1929, gerade zur Zeit des zweiten Löwenberger Arbeitslagers. Er nimmt aber nicht an dem Lager teil. Helmuth hat sich aus der Arbeitsgemeinschaft zurückgezogen. Reichspräsident von Hindenburg und Innenminister Carl Severing sind inzwischen nach Waldenburg gereist, das alles läuft nun also auch ohne ihn. Helmuths Teilnahme ist nicht mehr zwingend nötig. Die Frage ist nur, wo sie nötig ist. Die Frage ist nur, wofür man tut, was man tut. Es ist doch vollkommen nutzlos, morgens aufzustehen und sich dann bis zum Abend abzustrampeln, nur zu dem einen Ziel, sich selbst am Leben zu erhalten. Es ist nicht der Mühe wert. Wozu das Gerenne, wozu der Energieaufwand, wenn es nur darum geht, für sich selbst möglichst viel Ehren oder Reichtümer zusammenzuraffen? Persönlicher, egoistischer Ehrgeiz muss doch auf jede Tätigkeit sinnentleerend wirken. Ein solches Leben kommt einfach nicht in Frage. Sinn verleihen könnte dem Leben ausschließlich eine Anstrengung, von deren Früchten man nicht selbst satt zu werden gedenkt. Aber welchen Beitrag könnte Helmuth James Graf von Moltke leisten, um die Welt zu verbessern? Und was, wenn die Welt gar nicht wünscht, von ihm verbessert zu werden? Denn das kann geschehen. Man kann sich ja leicht sagen, tu dies oder das, es ist das Gute und Richtige, und du selbst hast nichts als Mühe und Plage davon. Aber was, wenn man am Ende erkennt, dass alles umsonst war? Man hat nichts erreicht. Man ist für nichts und wieder nichts so und so viele Jahre auf dieser Erde herumgelaufen, man hätte es ebensogut bleiben lassen können, es war ganz überflüssig, dass man geboren worden ist. Ist es bei solchen Aussichten nicht besser, gleich zu resignieren? Sollte man nicht einfach in einer Ecke sitzenbleiben und sein Leben lang lesen? Helmuth hätte nichts dagegen. Er ist einundzwanzig Jahre alt. Er muss sich umsehen. Er muss herausfinden, wo er eine Rolle spielen könnte. Er plant, Polnisch zu lernen. Er wird reisen: Für den kommenden Sommer hat er eine Einladung der polnischen Regierung. Er ist auch den ganzen letzten Sommer unterwegs gewesen, in Polen, in Oberschlesien, in Heidelberg, wo er eine gemeinsame Tagung von Jaspers, Buber, Rosenstock-Huessy und den Löwenbergern angeregt hat. Er hat den kroatischen Bauernführer Stjepan Radić kennengelernt. Er hat Kultusminister Carl Heinrich Becker getroffen. Er muss noch mehr reisen. Er muss mehr lernen: Politische Probleme lassen sich nicht fein säuberlich in rechtliche, historische und wirtschaftliche Teile trennen, man muss nach einer Ausweitung und Vertiefung in jeder Richtung streben. Er findet es anstrengend zu leben. Helmuth James Graf von Moltke würde es begrüßen, wenn das Leben von Helmuth James Graf von Moltke nichts forderte. Er fände es verlockend, wenn einer zu ihm sagte: Hör zu. Du erhältst ab sofort bis zum Ende deiner Tage diese kleine monatliche Summe, die zuverlässig deine Subsistenz sichert. Dafür musst du nichts weiter tun, als dich zu verpflichten, dein Leben in einer weit östlich liegenden Provinz zu verbringen und dort nicht weiter aufzufallen: Und alle diese Gedanken haben nichts mit Daisy zu tun. Helmuths Seelenzustand, seine düstere Weltsicht haben überhaupt nichts mit Daisy D’Ora zu tun, das muss Helmuth sich immer wieder sagen. Helmuth steigt die Treppen zur Zahnarztklinik von Herrn Dr. Wilhelm Cohn hinauf. Der Backenzahn links oben pocht. Er pocht seit gestern abend. Daisy hat seinen Brief von letzter Woche nicht beantwortet. Die Chancen stehen gut, dass sie ihn überhaupt nicht beantwortet. Das Leben ist eng, albern und widerwärtig. Helmuth denkt, dass er für einen freien Ausblick, für einen Moment in freier reiner Luft zwanzig Jahre seines Lebens hingeben würde. Sein ganzes Leben.

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So also ist es. Alles ist mit allem verbunden, jeder hängt mit jedem zusammen, auf verborgene und auf offene Weise. Woher stammen diese Verbindungen? Sind es Verabredungen? Im Geräteschuppen des Jenseits hocken die Toten auf dreibeinigen Hockern, ausgemusterten Opfersteinen, Autowracks und leeren Weinkisten und planen die nächste Inkarnation. Wir wollen diesmal Vater und Tochter sein, Lehrer und Schüler, fünf wilde Brüder, Mann und Frau.

You must be he I was seeking, 

Or she I was seeking (It comes to me as a dream)

I am not to speak to you, I am to think of you I am to wait,

I do not doubt I am to meet you again

I am to see to it that I do not lose you

Der Maler Stanislaus von Kalckreuth war Paula Bonhoeffers Großvater. Sein Sohn Leopold von Kalckreuth, der 1885 Bertha Yorck von Wartenburg geheiratet hat, war der Bruder von Paula Bonhoeffers Mutter Clara von Hase. Der von Rilke besungene Wolf von Kalckreuth war also Paula Bonhoeffers Cousin, und er war der Cousin der zehn Yorck-Kinder. Und in einigen Jahren wird der kleine Peter Yorck, der soeben dem Dichter Ringelnatz nachjagt, Marion Winter heiraten, die zusammen mit Dietrich Bonhoeffer das Grunewald-Gymnasium besucht. Marion und Dietrich gehen sogar in dieselbe Klasse. Sie haben denselben Schulweg. Sie begleiten einander oft nach Hause, und der eine bleibt beim anderen zum Mittagessen. Auch an diesem Herbsttag 1921 gehen sie gemeinsam. »Ich würde gerne mal wissen, wie es ist, keine Eltern zu haben«, sagt Dietrich Bonhoeffer. »Wie?«, sagt Marion Winter, aus ihren Gedanken gerissen. Aber es ist typisch. Es ist typisch Dietrich Bonhoeffer, sich so etwas Merkwürdiges zu wünschen. »Wieso denn?«, sagt Marion. »Es ist doch sicher ganz schrecklich, ohne Eltern leben zu müssen.« »Bestimmt wäre es schrecklich«, sagt Dietrich. »Aber es wäre auch interessant. Es wäre interessant zu wissen, wie es ist, wenn man sich nicht darauf verlassen könnte, dass sich die Eltern schon um einen kümmern werden. Denn darauf verlässt man sich ja. Man kann gar nicht anders. Man weiß, sie wären für einen da, auch wenn man etwas Gefährliches täte. Also kann man nie herausfinden, wie es ist, wenn sie nicht da wären. Wer man dann wäre, für sich allein.« »Na ja«, sagt Marion. »Aber die wichtigen Sachen kann einem doch sowieso keiner abnehmen. Die schmerzhaften Sachen. Wenn man sich schneidet, oder wenn man sterben muss. Oder wenn man sehr traurig ist.« Aber davon weiß Dietrich natürlich nichts. Vom Traurigsein kann er nichts wissen, da ist Marion sicher. Jedenfalls nicht von dem Traurigsein, das Marion meint. Marion Winter ist siebzehn Jahre alt. Dietrich ist erst fünfzehn. Sie sind zwei von nur zehn Kindern in ihrer Klasse. Sie mögen einander, sie helfen sich gegenseitig bei Griechisch und Latein. Aber Marion kann sich nicht vorstellen, dass Dietrich Bonhoeffer jemals erleben wird, was Marion Winter gerade erlebt hat. Marion war im letzten Sommer in Schweden. Sie ist davor schon einmal in Schweden gewesen, mitten im Weltkrieg. Damals hat sie siebzehn Pfund zugenommen. Damals hat die Mast geklappt. Diesmal nicht. Marion hat kein Gramm Fleisch angesetzt. Sie ist nach Schweden gefahren in der festen Überzeugung, von Grund auf hässlich und böse zu sein. Mager, hässlich und böse. Dann hat sie bei den Forsells gewohnt. Die Forsells braten Fisch am offenen Feuer. Sie leben den Sommer lang mit offenen Fenstern. Die Kinder umarmen den Vater, wann immer sie wollen. Sie setzen sich auf seinen Schoß, wenn ihnen danach ist, sie geben einander lustige Kosenamen. Und die ganze Familie springt jeden Tag gemeinsam ins Meer. Nackt. Vater, Mutter, Kinder. Alle splitterfasernackt. Unvorstellbar. Marion hat sofort mitgemacht. Sie hat sich splitterfasernackt ausgezogen und ist mit den Forsells ins Meer gesprungen. Sie hat Fisch am Feuer gebraten, sie hat den Vater der Forsells umarmt und einen Kosenamen bekommen, bei den Forsells hat Marion sich aus sich selbst herausgeschält wie aus einer zu engen Haut. Und dann hat sie sich verliebt. Marion will seinen Namen nicht denken, auch sein Gesicht nicht. Sie kann das natürlich keinem erklären. Keiner hier würde irgendetwas verstehen. Wie sollten sie auch? Wie sollten sie die Vernichtung verstehen? Wie sollten sie es verstehen, wenn jeder Gedanke schmerzt, jeder Atemzug, jeder Schritt? Wenn jeder wache Moment zur Qual wird und der Schlaf nicht mehr kommt, so dass es keine Erholung gibt, keine Erlösung, keinen Augenblick mehr, der einem selbst gehört? Marion hat sich den Tod gewünscht.

Sie will nicht davon reden, sie will nicht daran denken. Sie ist ja gerade erst mit der Sache fertig geworden. Sie ist noch immer nicht ganz fertig damit. Ein Rest ist noch übrig, kaffeesatzbitter. Aber sie weiß, etwas so Schreckliches wird ihr nie wieder zustoßen. Die Liebe wird Marion Winter von nun an vermeiden. »Na gut«, sagt Dietrich. »Natürlich. Schmerzen kann einem keiner abnehmen. Auch Entscheidungen nicht. Ich zum Beispiel lerne jetzt Hebräisch, und das findet meine Familie sehr verwunderlich. Aber stell dir doch nur mal vor, du wärst krank oder du kämst ins Gefängnis. Dann ließe dein Vater die besten Ärzte kommen, die besten Anwälte. Er würde all seinen Einfluss geltend machen. Und wir wissen das. Wir haben diesen Rückhalt. Wir haben jeder einen Vater, der etwas bewirken kann. Wir können nicht so tun, als wären wir allein. Wir können nicht wissen, was man dann taugen würde, man selbst, ganz allein.« Und natürlich ist es etwas unglücklich, dass das Schloss Mondschütz heißt. Noch dazu ist es ein Wasserschloss. Ein Roman mit einem Wasserschloss Mondschütz darin wäre ein schlechter Roman. Jeder Leser wüsste ja gleich, was die Heldin hier erwartet: Wer die Liebe vermeiden will, darf sich nicht an einen solchen Ort begeben. Aber Marion Winters Leben ist schließlich kein Roman. Und außerdem war dieses Wochenende nur ein Zwischenspiel. Es war nur ein Ausflug zu entfernten Verwandten: Das sagt sich Marion. Sie fährt ja schon wieder zurück. Sie fährt schon wieder heim, zum Vater nach Berlin. Es ist der 23. April 1928. Marion hat das Abitur am Grunewald-Gymnasium bestanden. Sie studiert Jura. Sie hat Freunde, sie 14 besucht Tanzveranstaltungen. Sie geht ins Theater. Marion bekommt Freikarten für alle Stücke: Ihr Vater ist Generalverwaltungsdirektor der Staatlichen Bühnen Berlins. Marion sitzt im Zug. Draußen ziehen schlesische Felder vorbei, schlesische Wiesen. Marion ist es, als erwachte sie aus einer Betäubung und käme allmählich wieder zu sich, hier in diesem Zugabteil, das sie mit einem etwas missgestimmten Verehrer teilt. Es ist kein Wunder, wenn er schlecht gelaunt ist. Marion hat sich das ganze Wochenende nicht um ihn gekümmert. Sie hat sich um niemanden gekümmert. Sie könnte nicht einmal genau sagen, wer die anderen Gäste waren. Alles hat damit begonnen, dass der Platz neben ihr an der abendlichen Tafel unbesetzt blieb. Ihr Tischherr verspätete sich offenbar. Man beschloss zu warten: Draußen regnete und stürmte es, und der Gast kam mit dem Motorrad. Er kam die ganze weite Strecke von Klein Oels herüber: einem der großen Güter Schlesiens, wie jemand Marion zuraunte, als müsste sie davon beeindruckt sein. Marion plauderte mit ihrem Nachbarn zur Rechten. Dann plauderte sie mit ihrem Gegenüber, einem der zahlreichen Vettern von Köckritz. Schließlich erschien der Verspätete. Man stellte ihn vor: Peter Graf Yorck von Wartenburg. Er war groß, mager, beinahe schlaksig. Er wirkte ein wenig hochmütig. Aber das ist er gar nicht. Marion weiß noch nicht genau, wie oder wer Peter Yorck wirklich ist. Sie weiß nur, dass er sie das ganze Wochenende lang mit Beschlag belegt hat. Er hat ihre gesamte Zeit beansprucht, er hat sie von allen anderen ferngehalten. Sie haben den ganzen Abend miteinander getanzt. Sie sind den ganzen folgenden Tag miteinander spazieren gegangen, immer am Wassergraben von Schloss Mondschütz entlang, immer rund um das Schloss herum, versunken in einem ununterbrochenen Gespräch, bis nichts mehr zu existieren schien als dieser eine Mann, das tiefe Gespräch mit diesem Mann, manchmal zuckt es um seinen Mund. Es hat sie gerührt, dieses unwillkürliche Zucken. Es hat sie herausgefordert, ihm die Hand an die Wange zu legen, um das Zucken zu beruhigen. Natürlich hat sie nichts dergleichen getan. Was wäre denn in sie gefahren? Was ist in sie gefahren? Marion sieht aus dem Zugfenster. Sie fühlt sich zufrieden und zugleich matt, wie nach einem Tennismatch oder einer langen Wanderung. Wie nach einer glücklich überstandenen Reise. Ist sie wirklich nur zwei Tage fortgewesen? Draußen ziehen noch immer Felder vorüber, Wiesen, Häuser, Bäume, Dörfer. Alles ist von solider, verlässlicher Realität, auch der in seiner Eitelkeit gekränkte junge Mann ihr gegenüber, der schlecht gelaunt aus dem Fenster sieht. Und bald wird Marion wieder daheim sein. Sie wird bei ihrem Vater sein. Sie wird bei der Mutter sein, den Geschwistern. Sie wird durch die Diele in ihr Zimmer gehen, wo die vertrauten Gegenstände auf sie warten, als wäre sie gar nicht weggewesen. Und dann wird sie die Verabredung mit Peter Yorck absagen. Sofort nach ihrer Heimkehr wird sie sich hinsetzen und ihm einen Brief schreiben, in dem sie bedauert, ihn Samstag nicht am Bahnhof Halensee treffen zu können. Das Leben ist einfach zu schön für solch enge Verwicklung. Marion Winter hat zu viel vor. Sie kann sich nicht okkupieren lassen, sie erträgt solche Vereinnahmung nicht. Sie haben Cottbus hinter sich gelassen. Dies sind schon die Felder der Mark Brandenburg. Marions vertrautes Leben tut sich vor ihr auf, in das sie eintreten kann wie in einen hell erleuchteten Raum: Am Dienstag gibt es eine Tanzerei bei den Stresemanns. Marion wird das Kleid aus Seidentaft tragen, das ihre Mutter ihr aus einem ihrer eigenen Kleider hat schneidern lassen. Sie wird tanzen, mit wem sie will. Sie wird mit allen Anwesenden plaudern. Und für Freitag hat sie Theaterkarten. Sie wird Klaus Curtius mitnehmen, den Sohn des Reichswirtschaftsministers Curtius. Klaus ist ein Kommilitone von Marion. Er ist völlig unkompliziert. Er erwartet nichts. Er verlangt nicht das Geringste von Marion. Und hat Marion den Brief an Peter Yorck geschrieben? Hat sie ihn abgeschickt? Hat Peter ihn vielleicht nie erhalten? Oder hat er sich die Freiheit genommen, ihn zu ignorieren? Er ist jedenfalls nicht zum Bahnhof Halensee gefahren, wo keine Marion gewesen wäre, sondern er hat sie ein paar Stunden vor dem verabredeten Zeitpunkt angerufen. »Fräulein Winter? Ich bin schon früher in Berlin angekommen und wollte fragen, ob ich Sie nicht lieber gleich abholen soll.« Marion steht in der Diele. Sie hält den Hörer in der Hand. Sie zögert. Sie probiert mögliche Antworten aus,

Haben Sie meinen Brief nicht bekommen

Warum respektieren Sie meinen Wunsch nicht

Ich habe Ihnen doch geschrieben, dass ich verhindert bin

Dass ich Sie nicht sehen kann

Dass ich Sie nicht mehr sehen kann

Dass ich Sie niemals wiedersehen will

»Das wäre natürlich sehr schön«, sagt Marion Winter. Eine halbe Stunde später steht Peter Yorck vor Marions Tür. Und warum auch nicht? Was kann diese eine Begegnung schon verändern? Warum sollte Marion Winter ihren Verehrer nicht hin und wieder treffen, ihn regelmäßig treffen, allabendlich mit ihm telefonieren? Und wenn die Dinge schon so stehen, warum sollte sie dann nicht einmal mit nach Klein Oels fahren? Peter hat sie so nett eingeladen. »Ich organisiere eine Jagd, Fräulein Winter. Ich selbst werde zwar nicht mitjagen, aber wir wahren die Tradition meines verstorbenen Vaters. Und im September ist es sehr schön in Schlesien.«

Am 5. Juni setzt mit der Schlacht um Frankreich die zweite Phase des Blitzkriegs ein. Die Yorcks, die Schulenburgs und Helmuth Moltke sitzen in der Hortensienstraße. Der Abend ist warm. Die Fenster zur Terrasse sind geöffnet. Es wird das Huhn geben, das Marion aus Kauern mitgebracht hat, und danach Pflaumenkompott. Im Moment reden sie nicht über die Ausweitung des Krieges, sondern über Fritzis Zukunft. Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg ist von seinem Amt als schlesischer Regierungspräsident zurückgetreten. »Es ist ein schwerer Schlag für Schlesien, dass wir dich verlieren, Fritzi«, sagt Peter Yorck. »Es ist in der Tat ein großer Verlust«, sagt Helmuth Moltke. »Aber nach Abberufung Ihres Vorgesetzten Wagner wäre Ihre Stellung in Breslau natürlich unhaltbar geworden. Haben Sie die Antrittsrede Brachts verfolgt? Er hat gesagt, die Zeit der sachlichen Entscheidungen sei nun vorbei, jetzt werde nationalsozialistisch regiert.« »Ja«, sagt Fritzi. »Wagner und ich haben die letzten Monate immer darum gekämpft, die neuen schlesischen Zoll- und Verwaltungsgrenzen wieder zurückzuverlegen. Was soll Schlesien mit den neuen galizischen und kongresspolnischen Gebieten? Was soll man mit einer fast rein polnischen Bevölkerung, die alles Deutsche hasst? Und dieser Hass ist wahrlich nicht erstaunlich angesichts unserer Gewalttaten. Ebendiese Gewalttaten der SS und des SD in Polen hat Wagner kritisiert, und darüber ist er gestürzt. Er ist Katholik. Man unterstellt ihm, er nähme die Polen in Schutz, weil sie seine Glaubensbrüder sind.« »Und wenn es so wäre, wäre es höchst achtenswert«, sagt Peter Yorck. »Obgleich es heutzutage in Anbetracht des Umgangs mit den Juden weniger denn je die konfessionelle Gebundenheit unserer Mitmenschen sein darf, die bestimmt, wie wir uns ihnen gegenüber verhalten.« »Die Anwendung von Gewalt ist in jedem Fall zu verwerfen«, sagt Fritzi. »Das war von Anfang an mein Standpunkt. Mit Zwang erreicht man im Osten gar nichts. Ohne zu überzeugen, kann niemand herrschen. Man muss die deutschpolnischen Zwischenschichten gewinnen, dann wird die Germanisierung auch bei den polnischen Polen erfolgreich sein. Die Polen haben nun einmal kein Verhältnis zu Städtebau, zu Ordnung, zu Landschaftsgestaltung. Also müssen sie davon überzeugt werden, dass es ihnen unter deutscher Oberhoheit viel besser ginge. Aber Bracht wird auf Terror setzen. Bracht und Woyrsch. SS-Obergruppenführer Udo von Woyrsch, Sonderbefehlshaber der Polizei, Kommandeur der Einsatzgruppe zur besonderen Verwendung. Ein Mörder. Er hat den Röhm-Putsch genutzt, um alle seine persönlichen Gegner umbringen zu lassen. 1935 war er deswegen sogar eine Weile seiner Ämter in Schlesien enthoben.« »Und wie ist er dann wieder in sie zurückgekehrt?«, sagt Peter. Fritzis Augen blitzen. »Ich sage es doch. Seine Gegner waren tot. Und Himmler setzt auf ihn. So ist es Woyrsch und Bracht ja gelungen, Wagner zu Fall zu bringen.« »Dann wird Wagner wohl auch nicht mehr lange Reichskommissar für die Preisbildung sein«, sagt Peter. »Er ist bislang ja auch mein Vorgesetzter. Aber wenn Himmler ihn ablehnt, sind seine Tage sicher gezählt.« »Deswegen fühle ich mich so befreit«, sagt Fritzi. »Alles das liegt jetzt hinter mir. Ich habe meine Pflicht bis zur Neige getan, ich habe mich mit allen Kräften der Verfaulung des Staatsapparats und der Beamtenschaft entgegengestemmt. Jetzt reicht es. Jetzt werfe ich den politischen Ballast ab.« Fritzi hat sich freiwillig an die Front gemeldet. In drei Tagen tritt der Leutnant der Reserve Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg seinen Dienst beim Infanterie-Regiment Nr. 9 in Potsdam an: im Graf 9, wie es seiner vielen adeligen Offiziere wegen genannt wird, dem Nachfolgeregiment des Königlich Preußischen 1. Garderegiments zu Fuß, des vornehmsten Regiments der civilisierten Christenheit, in dessen Regimentshaus die deutschen Kaiser ihre Geburtstage zu begehen pflegten. »Ich freue mich sehr«, sagt Fritzi. »Und ich bin eigentlich recht optimistisch. Ich glaube an die Möglichkeiten der Zukunft. Ich bin nach wie vor vom Nationalsozialismus überzeugt, er muss aber zu sich selbst zurückfinden. Jetzt gewinnen wir erst einmal den Krieg. Das ist der erste Schritt. Und dann wenden wir uns der Neuordnung im Reich und in den besetzten Gebieten zu. Wir werden die Bonzen entfernen, denen es um nichts geht als um ihre Macht und Bereicherung, wir werden die SS-Leute und Himmlers Organisationen strikt von der Verwaltung und den Aufgaben des Staatsapparats trennen. Ich wette mit Ihnen, lieber Moltke, dass wir in zehn Jahren einen Staat haben werden, den wir beide voll billigen können.« »Die Frage ist allerdings, wie ein solcher Staat aussehen müsste«, sagt Peter Yorck. »Welche Kriterien müsste ein Staat erfüllen, den wir alle voll billigen könnten?«

02:55 03.01.2013

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