Paradoxon

Netzschau Rezensionen und Stimmen aus dem Netz: "Der Schweizer Philosoph Andreas Urs Sommer wirft in seinem jüngsten Buch die These auf, dass wir Werte brauchen, obwohl es sie nicht gibt."
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Foto: Filippo Monteforte/AFP/Getty Images

Fundamental-Kritik

"Schon der Titel kann mich als Christen beunruhigen: 'Werte, warum wir sie brauchen, obwohl es sie nicht gibt'. Das Buch des Philosophen Andreas Urs Sommer wird demnächst erscheinen. Und es beinhaltet nichts weniger als eine Fundamental-Kritik zu dem, was wir 'Werte' nennen. Schon der Plural im Begriff 'Werte' widerspreche dem, was wir immer tun möchten, nämlich sie dogmatisch als absolut gültige Normen und Moralvorstellungen setzen. Denn das bedeute ja, dass zwischen den verschiedenen Werten verhandelt werden müsse. So gebe es Menschen (Gesellschaften), die den Wert der Freiheit sehr hoch setze. Dieser widerspreche jedoch dann der Wertvorstellung Sicherheit. Und hier muss eben verhandelt werden." Evangelicals.ch

Eine Frage der Perspektive

"Der Philosoph Andreas Urs Sommer (43) sagt im 'Thema Vorarlberg'-Interview, dass Werte niemals eine absolute Gültigkeit haben können, sondern immer nur eine Frage der Perspektive sind – und illustriert das Gesagte am Fall Böhmermann und an der österreichischen Bundespräsidentenwahl. Sommers Credo: 'Wir sollten mutig die Vielfalt der Werte und auch die Veränderbarkeit der Werte verteidigen.'" thema vorarlberg

Sinn und Nutzen

"Aber gibt es Werte überhaupt? Welchen Sinn und Nutzen hat es für eine Gesellschaft, sich über Werte zu definieren? Und was verrät diese Wertorientierung über unsere Gesellschaft? Im Gespräch mit Joachim Scholl wirft der Schweizer Philosoph Andreas Urs Sommer die These auf, dass wir Werte brauchen, obwohl es sie nicht gibt." Deutschlandradio Kultur

Regulative Fiktionen

"Dabei sind Werte, wie es der Philosoph Andreas Urs Sommer formuliert, eigentlich nur 'regulative Fiktionen'. […] Doch sind sie Fiktionen nicht nur im Sinn einer Chimäre oder Illusion, sondern auch so, wie Romane oder Filme Fiktionen sind. Sie beflügeln die Phantasie und wirken sinnstiftend, tragen dazu bei, Sachverhalte im eigenen Leben anders und klarer zu sehen. Nur deshalb können Werte auch regulativ sein: etwas, das dabei hilft, das Handeln zu organisieren und zu rechtfertigen. Dies aber gelingt umso besser, je stärker und klarer sich Werte manifestieren; sie müssen sinnfällig werden, um emotionalisieren und motivieren zu können." ideenfreiheit

Selbstbewusster Relativismus

"Ihre grosse Leerheit ist ihre grösste Stärke. Darum brauchen wir Werte, brauchen sie aber nicht zu verklären. Plädoyer für einen selbstbewussten Werterelativismus." NZZ.ch

12:39 16.06.2016

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