Angst und Aufbruch

Einblicke Als die Rote Armee Anfang 1945 das Gebiet des Deutschen Reiches auf breiter Front erreicht, fliehen Millionen Menschen in Richtung Westen. Versuch einer Sammlung zum Thema
Angst und Aufbruch
Foto: Fred Ramage/Keystone/Getty Images

Zug des Leidens

"14 Millionen Deutsche verlassen Ende 1944 ihre Heimat, werden deportiert oder in die Flucht geschlagen. In unzähligen Trecks drängen Flüchtlingsströme aus den ehemaligen deutschen Gebieten Ostpreußen, Pommern, Brandenburg und Schlesien in den Westen. Schlecht ausgerüstet, ohne ausreichende Lebensmittel und den militärischen Kräften schutzlos ausgeliefert, begeben sich die Deutschen auf einen Leidenszug quer durch das zerstörte Land." Planet Wissen

Schein und Sein

"Das Propagandabild vom 'Bolschewisten' sowie bekannt gewordene Grausamkeiten sowjetischer Soldaten an deutschen Zivilisten lösten parallel zum sowjetischen Vormarsch ab Oktober 1944 gewaltige Flüchtlingstrecks der deutschen Bevölkerung aus. Zunächst aus Ostpreußen, schließlich aus Schlesien und Pommern zogen Millionen in den Wintermonaten 1944/45 bei Schnee und Kälte zumeist zu Fuß mit Handwagen oder mit Pferdefuhrwerken in das westliche Reichsgebiet. Viele Fluchtwillige wurden zuvor von politischen Leitern zu lange vom Verlassen ihrer Orte zurückgehalten: Flüchtlingsströme passten nicht zu den bis zuletzt verkündeten Siegesparolen der NS-Propaganda." Deutsches Historisches Museum

Bleibende Erinnerung

"Kälte, Chaos, Angst: Tausende Menschen flohen im Januar 1945 vor der Roten Armee aus Ostpreußen Richtung Westen. Lutz Radtke war gerade mal 13 Jahre alt, als er mit seiner schwangeren Mutter Hals über Kopf aufbrechen musste. An die Nacht der Flucht erinnert er sich, als sei es gestern gewesen." Spiegel Online

Stufen der Migration

"Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße unterschieden sich in ihrem Ablauf deutlich von der in den meisten anderen ost- und südosteuropäischen Ländern. Die Ereignisse begannen im Herbst 1944 mit einer enormen, durch die Kriegsgeschehnisse ausgelöste Welle von Flüchtlingen, die unter schwierigsten Bedingungen versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. Nach der Kapitulation folgten schließlich erst so genannte 'wilde Vertreibungen' und schließlich die staatlich-bürokratische Zwangsaussiedlung des allergrößten Teils der deutschen Bevölkerung." Friedrich Ebert Stiftung

Aber ohne Groll

"Der Autor erinnert wehmütig, aber ohne Groll an das Schicksal der Ostpreußen. Es ist auch sein Schicksal. Der Verlust der alten Heimat ließ sie mit der neuen nie recht warm werden." Welt Online

Zwischenbilanz

"Die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten ist bis heute ein schwieriges Thema unserer nationalen – wie auch der internationalen – Erinnerungskultur geblieben. Weshalb das so war, welche Phasen es dabei seit 1945 gab und wie die Gegenwart der Erinnerungskultur zu beurteilen ist – all dies sind Fragen, denen sich die Wissenschaft erst allmählich zuzuwenden beginnt. Eine angesichts der Forschungslücken nur ganz vorläufige Zwischenbilanz soll im folgenden gezogen werden." Konrad Adenauer Stiftung

14:19 18.09.2014

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