Phänomen und Sprache

Einblicke Mittlerweile gehören Begriffe wie 'Extremismus' oder 'Radikalisierung' zum alltäglichen Sprachgebrauch. Allerdings bleibt dabei oft unklar, was genau mit ihnen gemeint ist. Versuch einer Sammlung
Phänomen und Sprache
Foto: Sean Gallup/Getty Images

Grundlegendes

"Begriffe wie 'Extremismus' oder 'Radikalisierung' gehören zum alltäglichen Sprachgebrauch. Jedoch bleibt oftmals unklar, was genau mit ihnen gemeint ist. Auch in der Forschung wird viel über den 'Radikalisierungbegriff' diskutiert. Die meisten Ansätze betonen das Prozesshafte, das heißt sie konzentrieren sich auf den Verlauf von Radikalisierungen. Denn Menschen radikalisieren sich nicht von einem Tag auf den anderen. Wenn Radikalisierung also der Prozess ist, durch den ein Mensch zum Extremisten wird, dann ist eine mögliche Umkehrung dieser Eskalation für die demokratische Gesellschaft von besonderem Interesse: die Deradikalisierung. Um einem solchen Richtungswechsel näher zu kommen, muss jedoch erst nachvollzogen werden, wie Radikalisierung tatsächlich abläuft – nämlich individuell unterschiedlich." Bundeszentrale für politische Bildung

Kontext und Ansatz

"Brüssel und Paris – islamistisch motivierte Terroranschläge sorgen für Entsetzen, Trauer und Wut. Europa scheint dem Gewaltpotenzial des sogenannten Islamischen Staats (IS) zurzeit nicht viel entgegensetzen zu können. Gleichzeitig zünden rechtsextreme Gruppen oder Einzeltäter Flüchtlingsunterkünfte an; an Übergriffe auf Migranten erinnert immer noch der medial geführte Prozess um NSU-Mitglied Beate Zschäpe. Mit der Frage, wie und warum Menschen sich radikalisieren und in extremistische Gruppierungen entgleiten, befassten sich im vergangenen November Experten am Rande einer Psychiatertagung. Es sei höchste Zeit, sich dem Phänomen aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Perspektive zu nähern, um Radikalisierung und Extremismus entgegenwirken zu können, hieß es dort." Deutsches Ärzteblatt

Gemeinsamer Nenner

"Im Hass vereint: Die Radikalisierung von Islamisten und Rechtsextremen scheint ähnlichen Mustern zu folgen. Ein Fall in Braunschweig lässt aufhorchen: Dort ist ein mutmaßlicher Islamist angeklagt, der vor drei Jahren noch zur rechtsextremen Szene gehört haben soll." Deutschlandfunk

Abhängigkeiten

"Die Wiener Terrorismusforscherin Julia Ebner hat für ihr Buch 'Wut' recherchiert, warum sich rechtsextreme und islamistische Extrempositionen gegenseitig brauchen. Für die WIENERIN schreibt sie exklusiv über die Recherche zum Buch." Wienerin

09:47 22.03.2018

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Zusammenhänge

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Leseprobe "Im Lichte des gleichzeitigen Aufstiegs von Rechtsextremismus und islamistischem Extremismus ist es von größter Wichtigkeit, unser Verständnis der Wechselwirkung dieser beiden Bedrohungen zu verbessern."
Forschung und Prävention

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Biographie Die gebürtige Österreicherin Julia Ebner arbeitet in London als Extremismus- und Terrorismusforscherin und schreibt unter anderem regelmäßig für "The Guardian" und "The Independent"
Strategien entlarven

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Netzschau Rezensionen aus dem Netz: "Rechtsextreme und Islamisten schreiben am selben Drehbuch. Julia Ebner, Autorin des soeben erschienenen Buchs 'Wut', plädiert dafür, die Kommunikationsstrategie der Extremisten zu entlarven."