Ein einzigartiger Ort

Konzertsaal Der Pierre Boulez Saal ist der Ort schlechthin für das „Denkende Ohr“: hier werden die Hörer eingeladen, unter die Oberfläche des Klangs einzutauchen. Das „Denkende Ohr“ hört aktiv zu: es verbindet Emotionen, Gedanken und Sinneseindrücke
Ein einzigartiger Ort
Pierre Boulez Saal, Februar 2017

Foto: Volker Kreidler

“Eines Tages, nachdem wir es ihm übergeben hatten, saß er vor dem Modell und starrte stundenlang hinein…” erzählte Frank Gehry über Pierre Boulez´ Reaktion auf das Architekturmodell des Saals. Vermutlich war Boulez schwärmerisch vertieft, angesichts der schier unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten, die dieser überaus flexible Raum eröffnet. Dank seiner besonderen architektonischen Form können Zuschauerplätze und Bühnenfläche in den verschiedensten räumlichen Konfigurationen angeordnet werden. Dieses bestimmende Prinzip einer „Salle Modulable“ (eines modularen Saals) unterscheidet den Pierre Boulez Saal von anderen Konzertsälen und sichert ihm eine Sonderstellung in der Musiklandschaft Berlins.

Frank Gehry’s Skizze mehrerer Ovale war der Ausgangspunkt für diesen sphärischen Raum, der eine vollständige 360 Grad Schleife vollzieht. Ein essenzielles Element des Raums ist die Nähe des Publikums zu den Musikern: Kein Hörer ist mehr als nur wenige Meter von den Künstlern entfernt. Das Publikum spürt unmittelbar, welche Energie beim Musizieren entsteht, eine ungewöhnlich starke Beziehung zu den Musikern entsteht. Die beiden kunstvoll ineinander verschobenen Ellipsen erzeugen den Eindruck atemberaubender Schwerelosigkeit.

Bis zu 682 Besucher fasst der Saal, jeder Gast wird sich an seinem Platz nahtlos in den Raum integriert fühlen. Die Raumkonfiguration kann der Besetzung der Orchester und vor allem dem Repertoire mühelos angepasst werden. Jeder Punkt des Raumes eröffnet eine andere Sicht auf das Konzertgeschehen, auch den Interpreten eröffnen sich immer neue Perspektiven. Die Intimität des Raumes erlaubt es Solisten mit derselben Souveränität aufzutreten wie Kammermusikensembles, während er auch mittelgroßen Orchestern ausreichend Platz bietet. Dieses Konzept der Nähe ist Ausdruck eines Ideals, das das Verbindende betont und die Kreativität all jener fördert, die über die Schwelle des Pierre Boulez Saals treten.

21:49 12.09.2019

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