Im Fokus

Biographien Kay Voges arbeitet seit 1998 als Regisseur für Schauspiel und Oper und ist seit 2010 Intendant des Schauspiel Dortmund. Schon immer spielen digitale Medien eine große Rolle in seiner Arbeit
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Foto: Birgit Hupfeld

Alexander Kerlin ist seit 2010 Dramaturg und Autor am Schauspiel Dortmund. Er schreibt Kolumnen, Essays und Mash-Up Theaterstücke, so z.B. DAS GOLDENE ZEITALTER, DIE SHOW und DIE BORDERLINE PROZESSION (gemeinsam mit Kay Voges).

2015 organisierte er die Konferenz THEATER TRIFFT AKTION. Aus der Konferenz gingen zahlreiche Projekte zwischen Theater, Internet und Aktionskunst hervor, z.B. die "Spiegelbarrikade" mit Tools for Action gegen den von Rechtsradikalen ausgerufenen sogenannten "Tag der deutschen Zukunft" (2016) sowie die Stückentwicklungen "Nach Manila" und "Flammende Köpfe" (beide 2017).

Alexander Kerlin initiierte die Gesprächsreihe BLACKBOX zu Themen der Migrationsgesellschaft. Seit 2011 Leitung des DORTMUNDER SPRECHCHORS und Regie bei Sprechchorstücken, zuletzt DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY (2016, mit Thorsten Bihegue). Lehraufträge in den Studiengängen Dramaturgie und Theaterwissenschaft in Leipzig, Bochum und Frankfurt.

2014 zeichnete ihn das Land Nordrhein-Westfalen für seine Arbeit mit dem Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler in der Sparte Theater aus.

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Eva Verena Müller studierte Schauspiel an der Folkwang Hochschule Essen. Sie spielte am Schauspielhaus Düsseldorf, in Neuss, war von 2003 bis 2007 festes Ensemblemitglied am Schlosstheater Moers (dort z.B. zu sehen als Antigone und als Ophelia bei Regisseur Ulrich Greb sowie unter der Regie von Ingo Kerkhof und Kay Voges).

Eva Verena Müller spielte 2008 am Schauspiel Bonn die Abigail in Hexenjagd (Regie: Michael Helle), am Schauspiel Leipzig unter Regie von Konstanze Lauterbach sowie bei Regisseurin Amina Gusner am Landestheater Altenburg-Gera (z.B. die Brunhild in Die Nibelungen und die Süße in Wer hat Angst vor Virginia Woolf?). In Altenburg-Gera übernahm sie bei Faust 2010 auch die Musikalische Leitung. 

Am Schauspiel Dortmund war Eva Verena Müller erstmals in der Spielzeit 2010/11 in Visitor Q(eingeladen zum NRW-Theatertreffen 2011, Regie: Martin Laberenz) und Lorcas Bluthochzeit(Regie: Paolo Magelli) zu sehen. Seit der Spielzeit 2011/12 fest am Schauspiel Dortmund, eröffnete sie die Spielzeit als Frau Linde in Ibsens Nora (Regie: Kay Voges), außerdem stand sie in Naked Lenz (Regie: Martin Laberenz) und als Véronique Houillé in Der Gott des Gemetzels(Regie: Marcus Lobbes) auf der Bühne.

Mit Regisseur Kay Voges arbeitete sie in Dortmund an Der Meister und Margarita, war Schwester Inge in Wolfram Lotz’ Einige Nachrichten an das All (Beste Inszenierung NRW Theatertreffen 2013, 2. Preis Kategorie „Experimental Film“ beim Sunset Film Festival Los Angeles) und spielte in DAS GOLDENE ZEITALTER - 100 Wege dem Schicksal die Show zu stehlen unzählige Rollen – von der paradiesischen Eva bis zum Zombie auf der Bühne (eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2014).

In Dortmund war Eva Verena Müller außerdem in Claudia Bauers Inszenierung Republik der Wölfe – Ein Märchenmassaker mit Live-Musik auf der Bühne zu erleben, ebenso als Abby Brewster in Arsen und Spitzenhäubchen, in Michael Frayns Der nackte Wahnsinn (beide in der Regie von Peter Jordan und Leonhard Koppelmann) sowie in Kay Voges Inszenierungen Hamlet(wo sie die Titelrolle spielte), Das Fest und als Baeby Bengg und Brit Bo in DIE SHOW.

Seit April 2016 wirkte sie in Kay Voges’ Die Borderline Prozession mit, danach war sie in Einstein on the Beach auf der Bühne zu sehen.

Gemeinsam mit ihrem Ensemblepartner Carlos Lobo drehte Müller für die TV-Serie Heiter bis tödlich: Koslowski & Haferkamp (Sylvia Koslowski), sie arbeitet regelmäßig für Funk und Fernsehen.

2004 wurde Eva Verena Müller im Kritikervoting der Welt am Sonntag als "Beste Nachwuchsschauspielerin" ausgezeichnet, 2007 als "Beste Schauspielerin".

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Kay Voges ist seit 2010 Intendant des Schauspiel Dortmund und arbeitet seit 1998 als Regisseur für Schauspiel und Oper – z.B. am Schauspiel Dortmund, der Staatsoper Hannover, der Oper Dortmund, dem Schauspiel Frankfurt, am Staatsschauspiel Dresden, an den Staatstheatern Darmstadt und Kassel, am Theater Magdeburg, am Theater Bonn sowie an den Bühnen von Münster und Moers.

Wichtige Arbeiten vor seiner Dortmunder Intendanz waren Ein Sommernachtstraumvon Shakespeare / Mendelssohn Bartholdy und Tartuffe von Molière (beide in Dresden), Kränk von Martin Heckmanns (Kassel), The Making of B-Movie von Albert Ostermaier (Darmstadt), die Uraufführung von Unser Lied. Nibelungendestillat von Helmut Krausser und Brechts Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui(beide Bonn) sowie Lessings Emilia Galotti und Miss Sara Sampson (in Bonn und Magdeburg) und die Uraufführung von Sowas in der Art von Terézia Mora (Ruhrtriennale). Zwischen 1996 und 2003 arbeitete Voges am Theater Oberhausen, die letzten vier Jahre als Mitglied der Künstlerischen Leitung. Kay Voges ist u.a. als Dozent an der Fachhochschule Dortmund tätig.

Am Schauspiel Dortmund inszenierte Kay Voges z.B. Büchners Woyzeck, Hitchcocks Die 39 Stufen und Dennis Kellys Waisen. Sein Ibsen-Doppel Nora und Gespenster wurde zum NRW-Theatertreffen eingeladen. Weitere wichtige Arbeiten waren Voges’ Theateradaption von Der Meister und Margarita (2012), Einige Nachrichten an das All von Wolfram Lotz (das als multimediale Begegnung zwischen Theater und Film die Spielzeit 2012/2013 im Schauspielhaus eröffnete), Peer Gynt (2013) und seine Theaterbearbeitung von Vinterbergs Das Fest. Mit der Multimedia-Performance DAS GOLDENE ZEITALTER – 100 Wege dem Schicksal die Show zu stehlen (2013) setze er seine Arbeit an der Schnittstelle von Theater und Film-/Videokunst fort, auch sein gefeiertes Debüt als Opernregisseur mit Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf Wartburg (Oper Dortmund, 2013) knüpfte fulminant daran an. 2014 inszenierte er am Schauspiel Frankfurt Endstation Sehnsucht, darüber hinaus eröffnete er mit Hamlet die Spielzeit der vergangenen Saison am Schauspiel Dortmund und entwickelte für die Spielzeiteröffnung 2015/16 die DIE SHOW, die er nicht nur inszenierte sondern auch schrieb (zusammen mit Anne-Kathrin Schulz und Alexander Kerlin). Zuletzt inszenierte Kay Voges an der Staatsoper Hannover Der Freischütz und im Schauspiel Dortmund Ayad Akhtars Geächtet. Im April 2016 feierte seine Inszenierung Die Borderline Prozession Uraufführung.

Für seine Regiearbeiten wurde Kay Voges mehrfach ausgezeichnet. 2017 wurde seine Inszenierung Die Borderline Prozession zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Einige Nachrichten an das All gewann beim NRW-Theatertreffen 2013 den Hauptpreis als „Beste Inszenierung“, darüber hinaus wurde der Film zur Inszenierung beim Artodocs International Filmfestival in St. Petersburg mit dem ersten Preis für die beste Regie und beim Sunset Film Festival Los Angeles mit dem zweiten Preis in der Kategorie „Experimental Film“ ausgezeichnet. Für seine Inszenierung von Das Fest erhielt Kay Voges 2013 eine Nominierung für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie „Regie Schauspiel“, DAS GOLDENE ZEITALTER gastierte beim Heidelberger Stückemarkt. 2003 wurde Voges mit dem Regie-Nachwuchsförderpreis des Landes NRW ausgezeichnet, im Rahmen der NRW-Theatertreffen für Kinder- und Jugendtheater dreimal mit dem „Preis für die herausragende künstlerische Leistung“ (2000: Cyrano von Jo Roets; 2001: Alles in einer Nacht von Falk Richter; 2002: Feuergesicht von Marius von Mayenburg) und einmal mit dem Publikumspreis (2003: Frühlings Erwachen von Wedekind).

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Weitere Informationen zu den jeweiligen Besetzungen und weiteren Mitwirkenden in Berlin und Dortmund finden sich auf der Website des Theater Dortmund.

10:59 14.09.2018

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