Ästhetik des SciFi-Sounds

Programm Mit Workshops und Diskussionen behandelt das Festival die Geschichte und Ästhetik futuristischer Klänge, sowie zeitgenössischer Klangphänomene. Des Weiteren stoßen elektronische Musik und posthumane Klanginstallationen in unerforschte Welten vor
Ästhetik des SciFi-Sounds
„Still be here“/ Performance von Hatsune Miku

Foto: Udo Siegfried

Totalitäre und technokratische Systeme, Erforschung neuer Lebensräume, schillernde Endzeitvisionen – das Science-Fiction-Genre ist aktuell und erfolgreich wie nie und tief in der Popkultur verwurzelt. Während Cyberspace, Biotechnologie und Genmanipulation unsere Wissens- und Informationsgesellschaft immer rasanter umformen und mit neuen Denkmodellen einhergehen, werden die fiktiven Futurologien selbst zu einem umkämpften Feld von kulturellen, ästhetischen, wirtschaftlichen und politischen Interessen. Mehr denn je sind Zukunftsprognosen heute ein Instrument, um auf die Gegenwart einzuwirken und ihre Entwicklung zu steuern.

Umso relevanter, und alles andere als trivial, ist daher eine Untersuchung des Genres Science-Fiction, dessen Narrative und Bilder bereits allgegenwärtig, breit diskutiert und mit einer Vielzahl von Stereotypen fest im kollektiven Gedächtnis verankert sind. Eine Leerstelle in diesem Diskurs ist jedoch bis heute Sound als essenzielles Element in der Gestaltung zukünftiger Welten, sei es als Geräusch, Klang oder Musik. Mit dem Future Soundscapes Festival widmet sich silent green Film Feld Forschung daher der Genealogie und Ästhetik des Science-Fiction-Sounds und präsentiert interdisziplinäre Beiträge zu der Frage: Wie klingt die Zukunft?

Damit soll nicht nur der längst überfällige Diskurs um die akustische Dimension unserer Zukunftsvisionen eröffnet werden. Die Auseinandersetzung mit den Klangwelten der Zukunft will ein breiteres Bewusstsein für den Klang als Wissenskategorie schaffen. Untersucht wird, wie über akustische Phänomene kulturelles Wissen tradiert und soziale Räume gestaltet werden. Das Festival wird Geschichte, Theorie und Praxis auditiver Kultur für das Publikum erfahrbar machen und Methoden kreativer Arbeit mit Sound vermitteln. Diese „Epistemologie des Klangs“ wird jedoch nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenspiel mit der Logik des Visuellen, Diskursiven und Performativen.

Konzerte, Performances, Sound-Installationen und Gespräche

im silent green Kulturquartier in Berlin-Wedding.

Förderung durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin



10. Oktober
19:oo in der Kuppelhalle
ROBERT BARRY – „The music of the future“ (Opening lecture)
Eintritt frei

20:oo in der Kuppelhalle
JEMMA WOOLMORE – „Of fragile things“ (Dome projection)
Eintritt frei

21:oo in der Betonhalle
HATSUNE MIKU – „Still be here“ (Performance)

11. Oktober
10:oo-16:30 im Atelierhaus
CHRISTIAN OBERMAIER & DIRK DRESSELHAUS – „Zurück in die Zukunft. Eine Erkundung der Sound- und Musikwelten im Science Fiction Film“
Eintritt frei (Anmeldung: fifefo@silent-green.net)

17:oo in der Kuppelhalle
NICOLAS BERNIER – „On minimalism and Science Fiction“ (Lecture)
Eintritt frei

18:00 in der Kuppelhalle
SANDRA NAUMANN – „Mary Ellen Bute: Seeing Sound“ (Lecture & Screening)
Eintritt frei

19:15 in der Kuppelhalle
MANFRED MIERSCH & KALMA (VJ) – „New Subharmonic Sounds and visions“ (Audiovisual Performance)
Eintritt frei

20:15 in der Betonhalle
TAKASHI MAKINO – „Space Noise 3“ (Expanded Cinema Performance)

21:oo in der Betonhalle
PERERA ELSEWHERE – Konzert

22:30 in der Betonhalle
FOREST SWORDS – „Live Score of in the Robot Skies“

12.Oktober
16:oo in der Kuppelhalle
STEFAN DREES – „On the sonic and musical design of dystopian and utopian spaces in Science-Fiction-Films" (Lecture)
Eintritt frei

17:oo in der Kuppelhalle
PETER CUSACK – „Are future soundscapes already here?“ (Lecture)
Eintritt frei

18:oo in der Kuppelhalle
KARL HEINZ JERON & STEFAN RIEBEL – „R C O“ (Performance)
Eintritt frei

20:00 in der Betonhalle
QUADRATURE – „LGM#2“ (Performance)

21:oo in der Betonhalle
NICOLAS BERNIER – „Transfert (299 792 458 M/S)“ (Performance)

22:oo in der Betonhalle
DRIFTMACHINE (Konzert)

13. Oktober
18:oo in der Kuppelhalle
TELESONIC 9000 (DOMINICK GRAY) (Expanded cinema concert)
Eintritt frei

19:30 in der Betonhalle
NGUYỄN + TRANSITORY W/ VISUALS BY KATHARINA HAUKE – „HI HI FUTURE, BYE BYE CONCERT“

21:oo in der Kuppelhalle
SOTE (Konzert)

11. bis 13. Oktober
Video- und Sound-Installationen von Mario Asef und Golo Föllmer, Bettina Allamoda, Bjørn Melhus, Karl Heinz Jeron




Zum Programm des Future Soundscapes Festival 2019

10:29 26.09.2019

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Zukunftsmusik

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Zum Festival Während die Bilder des SciFi-Genres bereits fest im kollektiven Gedächtnis verankert sind, macht Future Soundscapes den Sound als essenzielles Element in der Gestaltung zukünftiger Welten erfahrbar – sei es als Geräusch, Klang oder Musik
Klangliche Zukunftsentwürfe

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Atemberaubend

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Netzschau „The Future Soundscapes Festival is dedicated to these futuristic worlds of sound. With its interdisciplinary contributions, the festival poses the question: what does the future sound like? [...]“

Perera Elsewhere | Happened

Video Perera Elsewhere aka Sasha Perera ist ein in London geborener, in Berlin ansässiger #Doom- Folk Produzent, Songwriter und Multi-Instrumentalist. Im Rahmen des Festivals ist er am 12.10. um 21:00 in der BETONHALLE zu sehen


Forest Swords | Crow

Video Matthew Barnes, bekannt unter seinem Künstlernamen Forest Swords, ist ein englischer Musikproduzent und Künstler. Beim Future Soundscape Festival tritt er am Freitag den 11.10. um 22:30 in der BETONHALLE auf


Takashi Marino | Space Noise 3D

Video Takashi Makino kreiert einen Live-Soundtrack und manipuliert den 16-mm-Film, um die Bilder zu verändern, die das Publikum mit einer 3D-Brille betrachtet. Um 20:15 am Freitag den 11.10. kann man ihn in der BETONHALLE live erleben


Nicolas Bernier |Transfert (299 792 458 m/s)

Video Nicolas Bernier kreiert audiovisuelle Performances und Installationen, um einen Dialog zwischen Klang und Materie zu schaffen. Er vereint Elemente aus Musik, Wissenschaft und Szenografie. Bernier tritt am 11.10. um 17:00 in der KUPPELHALLE auf