Grandioses Zusammenspiel

Biografie Mit einem herausragenden Ensemble bringt der nun zehnjährige Hausregisseur Stephan Kimmig Homers Epos „Hekabe“ auf die Bühne des Deutschen Theaters. Schauspielerin Linn Reusse wird am 23.11. im Anschluss an die Vorstellung mit dem Daphne-Preis geehrt
Grandioses Zusammenspiel
Vorabfoto „Hekabe“ | Almut Zilcher, Katharina Matz, Linn Reusse

Foto: Deutsches Theater Berlin/ Tabea Jorcke

Stephan Kimmig

Regie


Katja Hass

Bühne

Katja Hass wurde 1968 bei Krefeld geboren. Ihre Ausbildung zur Bühnen- und Kostümbildnerin absolvierte sie bei Erich Wonder in Wien. Anschließend arbeitete sie zwei Jahre als Bühnenbildassistentin von Anna Viebrock am Hamburger Schauspielhaus. Von 1996-2000 war sie feste Bühnenbildnerin am Staatstheater Stuttgart. Seither arbeitet sie regelmäßig mit Stephan Kimmig und hat in den letzten Jahren nahezu alle Bühnenbilder für seine Produktionen entworfen. Katja Haß war zwischen 2000 und 2002 Atelierleiterin und feste Bühnenbildnerin am Thalia Theater. Außerdem Arbeiten am Deutschen Theater Berlin, u.a. 2002 „Stella“ von Goethe, und 2004 am Burgtheater Wien „Das Goldene Vließ“ von Grillparzer. Am Thalia Theater entwarf sie u.a. die Bühnenbilder für „Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)“ von Lukas Bärfuss „Penthesilea“ von Heinrich von Kleist, „Die Buddenbrooks“ nach Thomas Mann, sowie für „Floh im Ohr“ von Georges Feydeau.
Im September 2007 wurde Katja Haß mit dem Karl-Schneider-Preis 2007 der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet und erhielt im Mai 2008 gemeinsam mit dem Regisseur Stephan Kimmig den 3sat Innovationspreis für zukunftsweisende Leistungen des deutschen Schauspiels für ihr Bühnenbild für „Maria Stuart“. Von 2009/10 bis 2010/11 war sie feste Atelierleiterin am Deutschen Theater. Unter der Regie von Stephan Kimmig hat sie die Bühnenbilder für dessen Inszenierungen von „Am Königsweg“, „Phädra“ und „Die Glasmenagerie“ entworfen.

Anja Rabes

Kostüm

Nach einer Schneiderlehre an der Bayerischen Staatsoper studiert Anja Rabes Theaterwissenschaft in München. Anschließend arbeitet sie als Kostümassistentin bei Axel Manthey, Johannes Grützke und Anna Viebrock, mit der sie ihm Team von Jossi Wieler erste eigene Kostüme entwirft. Sie arbeitet mit Verena Weiss und Carolyn Carlson für Tanztheaterproduktionen. Seit 1994 arbeitet sie regelmäßig als Kostümbildnerin mit Jossi Wieler und Stephan Kimmig für Oper (Staatsoper unter den Linden in Berlin, Salzburger Festspiele) und Schauspiel. 2002 entwirft sie Bühne und Kostüme für „Winter“ von Jon Fosse, 2004 für „Mittagswende“ von Paul Claudel, das zum Berliner Theatertreffen eingeladen wird. 2006 zeigt sie sich für den „Mozart-da Ponte-Cycle“ in der Regie von Wieler/Morabito im Het Muziektheater in Amsterdam für die Kostüme verantwortlich. Ihre letzten Arbeiten sind u.a. „Mamma Medea“ von Tom Lanoye und „Maria Stuart“ von Schiller, beides unter der Regie von Stephan Kimmig. 2008 entwirft sie Bühne und Kostüme für die Uraufführung von „Rechnitz“ von Elfriede Jelinek an den Münchner Kammerspielen, 2009 für „Beckett/Handke“ in Salzburg beides Regie Jossi Wieler. Für die Uraufführung von Moritz Rinkes „Westend“ am Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Stephan Kimmig entwirft sie die Kostüme.

John von Düffel

Dramaturgie

John von Düffel wurde 1966 in Göttingen geboren. Im Laufe seiner Jugend lebte von Düffel längere Zeit mit seinen Eltern im Ausland: in den Sechzigern in Derry (Nordirland), in den Siebzigern in South Dakota, USA. Studium der Philosophie und Volkswirtschaft an den Universitäten in Stirling (Schottland) und Freiburg im Breisgau.

1989 promovierte er mit einer Arbeit zur Erkenntnistheorie. Zunächst Theater- und Filmkritiker, dann Dramatiker und Dramaturg an verschiedenen Theatern in Stendal, Oldenburg, Basel, Bonn. 2000-2009 Dramaturg am Thalia Theater. Seit der Spielzeit 2009/10 ist er Dramaturg am Deutschen Theater. Für seinen Debütroman „Vom Wasser“ (1998) erhielt er u. a. den Aspekte-Literaturpreis des ZDF, den Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt sowie den Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg. Es folgten die Romane „Zeit des Verschwindens“ und „Ego“. Sein Familienroman „Houwelandt“ (2004) wurde ein Bestseller und mit dem Nicolas-Born-Preis ausgezeichnet.

Paul Grill

Darsteller

Paul Grill wurde 1979 in Berlin geboren. Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig, im Rahmen der Ausbildung spielt er am Staatsschauspiel Dresden. Danach Ensemblemitglied am Staatstheater Cottbus, Theater Heidelberg, Badischen Staatstheater Karlsruhe und Theater Basel. Von 2013 bis 2018 im Ensemble des Staatstheaters Stuttgart bei Armin Petras. Dort Zusammenarbeit u. a. mit Armin Petras, Stephan Kimmig, Christopher Rüping, Kay Voges, Simon Solberg, Sebastian Baumgarten, Stefan Pucher, Laurent Chétouane, Christiane Pohle und Martin Laberenz. Seit der Spielzeit 2018/19 ist Paul Grill festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin.

Linn Reusse

Darstellerin

Linn Reusse wurde 1992 in Berlin geboren. Sie studierte von 2012 bis 2016 an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Bereits vor und während ihres Studiums spielt sie Rollen im Theater (Deutsches Theater Berlin, Renaissance Theater, BAT Theater) sowie in Film- und Fernsehproduktionen (u. a. „Die Rote Zora“, „Goethe!“, „Bloch“) und ist als Sprecherin für Hörspielproduktionen tätig. Bei den Nibelungen-Festspielen Worms spielte sie 2018 Swanhild in „Siegfrieds Erben“. Seit der Spielzeit 2016/17 ist Linn Reusse Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin. 2019 wurde Linn Reusse mit dem Daphne-Preis der TheaterGemeinde Berlin, der herausragende junge Darsteller*innen der Berliner Kulturszene auszeichnet, geehrt.

10:04 14.11.2019

Event: Weitere Artikel


Gnadenlos grausam

Gnadenlos grausam

Zum Stück Für Hekabe – Trojas letzte Königin – bedeutet die Eroberung der Stadt den Fall von höchstem Mutterglück in tiefste Not. Ihres Mannes und ihrer Kinder beraubt, ist sie seit Jahrhunderten die Symbolfigur allen Unglücks und Elends der Frauen im Krieg
Ungleichheit der Geschlechter

Ungleichheit der Geschlechter

Einblicke Interview mit der Kolonialismusforscherin Grit Koeppen über die Kraft der Sprache und die Wirksamkeit positiver Erzählnarrative, die Konstruktion eines absolut „Anderen“, sowie von Archetypen zur Erhaltung patriarchaler Machtstrukturen
„Nur ein kleines bisschen Glück!“

„Nur ein kleines bisschen Glück!“

Netzschau „Euripides und die antike Tragödie schaffen es dem Leid eine Stimme, eine Sprache zu geben und damit auch eine Veränderung herbeizuführen“, so der Dramaturg John von Düffel im Gespräch

Hekabe | Trailer

Video „Hekabe – Im Herzen der Finsternis“ nach Homer und Euripides spürt den Frauenfiguren in der griechischen Mythologie nach. Die Inszenierung von Regisseur Stephan Kimmig fragt nach dem Ursprung des Hasses, seinen Opfern und Helden


Deutsches Theater | Außer sich

Video Die Spielzeit 2019/20 des Deutschen Theaters Berlin ist mit „Außer sich“ überschrieben. Ob das DT jetzt außer sich vor Wut oder Freude ist oder ob sich etwas ganz anderes hinter dem Spielzeitmotto verbirgt, erzählt Intendant Ulrich Khuon im Interview


Linn Reusse | Interview

Video Im Gespräch über „WUT“ mit der Nachwuchsschauspielerin Linn Reusse: Elfriede Jelinek sucht anlässlich des Anschlags auf die Redaktion von Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 in Paris nach Gründen für eine zerstörerische Wut


Der Trojanische Krieg | Überblick

Video Wie war das mit Paris und Helena, Achill und Hector, Menelaos und Priamos? Ein Film aus der Ausstellung "Irrtümer & Fälschungen der Archäologie" gibt einen kompakten Überblick über die Hauptereignisse des sagenhaften Trojanischen Kriegs