Herausragende Positionen

Biografie Ein Highlight der Ausstellung bilden die zuvor noch nie einer Öffentlichkeit präsentierten Zeichnungen mit ihren lyrischen Prosatexten des Künstlers Edvard Munch aus der Sammlung des Munchmuseet in Oslo
Herausragende Positionen
Edvard Munch, Text und Zeichnung, loses Blatt aus dem Album “The Tree of Knowledge (A bird of prey has taken / abode inside of me), ca. 1930

Foto: Halvor Bjørngård © Munchmuseet, Oslo

Edvard Munch

Edvard Munch wurde am 12. Dezember 1863 in Norwegen geboren. Er starb im Alter von 81 Jahren. Als Maler und Grafiker des Symbolismus fertigte er zahlreiche Werke an und gilt als Bahnbrecher für die expressionistische Richtung in der Malerei der Moderne.

Mit seiner ersten Ausstellung in Deutschland sorgte er für einen Skandal- Hiernach genoss er jedoch den Ruf eines epochemachenden Neuschöpfers. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem „Der Schrei“, den er mit anderen Werken aus den 1890er Jahren im „Lebensfries“ zusammengefasst hat.

Ein Highlight der Ausstellung HOUSE OF NORWAY bilden die zuvor noch nie einer Öffentlichkeit präsentierten Zeichnungen mit ihren lyrischen Prosatexten des Künstlers Edvard Munch aus der Sammlung des Munchmuseet in Oslo. Diese Textzeichnungen sind Teil einer mit festen Buchdeckeln zusammengehaltenen Sammlung von 81 Blättern mit handschriftlichen Notizen und Anmerkungen, Skizzen, Holzschnitten und Zeichnungen ohne Text. Sie sind vermutlich im Zeitraum von 1930 bis 1935 entstanden, die Datierungen einzelner grafischer Blätter und Zeichnungen ohne Text liegen in den 1890er Jahren. Da diese Sammlung erst vor zweieinhalb Jahren gesichtet wurde, steckt deren wissenschaftliche Aufarbeitung noch in den Anfängen. Gleichwohl deutet vieles darauf hin, dass dieses „Skizzenbuch“, das sich von allen anderen Skizzenbüchern Munchs unterscheidet, als Vorlage für ein von ihm geplantes Buch gedacht war, in dem er die verschiedenen bekannten literarischen und visuellen Versionen von Werken aus seiner Schaffenszeit zusammenfassen wollte.

Britta Marakatt-Labba

Britta Marakatt-Labba wurde am 18. September 1951 in Schweden geboren. Sie ist eine schwedisch, samische Textilkünstlerin, Malerin und Grafikerin. Als eines von neun Kindern wurde sie in eine Rentierzüchterfamilie hinein geboren. Sie studierte von 1971 bis 1973 an der Sunderby Folk High School. Von 1974 bis 1978 studierte Britta Marakatt-Labba an der Art Industrial School in Göteborg, wo sie mit einem Bachelor-Abschluss in Textilkunst abschloss.

Auch wenn Marakatt-Labba mit zahlreichen Medien arbeitet, ist es vor allem ihre narrative Stickerei mit Motiven aus der Samischen Kultur und Mythologie, für die sie weltweit bekannt ist. Neben Textilien arbeitet sie mit Aquarellen und Lithographien. Außerdem hat sie zahlreiche Bücher illustriert und Kostüme und Bühnenbilder für Theaterstücke entworfen.
Im Zusammenhang mit dem Álta-Konflikt in den 1970er Jahren schuf Marakatt-Labba die gestickte Erzählung „Garjját“ (Die Krähen).

Von 2003 bis 2007 schuf Marakatt-Labba unter dem Titel „Historjá“ ein Stück, das die Geschichte und Mythologie des Samischen Volkes erzählt. Dieses 23,5 m lange Textilkunstwerk ist momentan im Gebäude für nicht-experimentelle Naturwissenschaften an der Universität Tromsø ausgestellt. 2017 wurde es im Rahmen der documenta 14 in Kassel ausgestellt.

Joar Nango

Joar Nango gehört einem Volk der Rentierhalter in Sápmi an, für die das Leben von der Notwendigkeit des Improvisierens geprägt ist. Seine Arbeiten beschäftigen sich mit Flüchtlingsbewegungen und indigenen Nomaden, deren Leben vom Wechsel der Wohnorte und dem Tauschhandel geprägt ist. Laut Nango führt das Überqueren einer Grenze zur Zugehörigkeit zu einer zukünftigen Gesellschaft. Mit seinen Arbeiten verschafft Joar Nango indigenen Kulturen einen anthroposophischen Ausdruck. 2015 drehte er einen Film über das Herstellen mongolischer Jurten und zeigte diesen in seinem Mongolischen Kinobau in London. In Anlehnung an Claude Lévi-Strauss Theorie des Strukturalismus sucht er bei indigenen Völkern nach vergleichbaren Bricolagen.

Joar Nango lebt und arbeitet in Tromsø.

10:52 03.10.2019

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