Zeitgetreue Adaption

Regie Mit „Kasimir und Karoline“ wagen sich Christoph Nix und Zenta Haerter an einen alten Stoff, der aber heute umso aktueller wirkt. Wie sollte man umgehen mit der Aussichtslosigkeit vieler und mit dem aufkommenden Unheil?
Zeitgetreue Adaption

Foto: Theater Konstanz

Zenta Haerter

Regie, Choreographie

Zenta Haerter lebt in ihrem Geburtsort Zürich. Im Alter von 15 Jahren ging sie nach New York und erhielt ihre Tanzausbildung an der dortigen Juilliard School, an der sie mit Persönlichkeiten wie Martha Graham und Betty Jones arbeiten konnte. Zurück in Europa tanzte sie in Arbeiten von Choreographen wie Ismael Ivo, Birgit Trommler und Paula Lansley. Seit 1998 wirkte sie regelmäßig als Darstellerin in Inszenierungen von Andreas Kriegenburg in Zürich mit. Zeitgleich begann sie als Choreographin mit Regisseuren wie Schorsch Kamerun, David Bösch und Igor Bauersima zu arbeiten. Zur Oper kam sie 2006/2007 als Choreographin für Glucks »Orpheus und Eurydike« (Regie Andreas Kriegenburg) und Wagners »Tannhäuser« (Regie Holger Pototzki) am Theater Magdeburg. An der Bayerischen Staatsoper München wirkte sie als Choreographin bei den Inszenierungen »Wozzeck«, »Jenufa« und zuletzt 2012 bei Andreas Kriegenburgs »Ring der Nibelungen« mit. An der Semperoper Dresden zeichnete sie für die Choreographie in Kriegenburgs Inszenierung von Händels »Orlando« verantwortlich. Am Theater Konstanz arbeitete sie als Choreographin in der Spielzeit 2016/2017 bei »Die Rassen«, sowie 2018/2019 bei »Der Meister und Margarita« und »Die Vögel«.

Christoph Nix

Regie

Prof. Dr. Dr. Christoph Nix studierte nach seinem Abitur, das er 1973 in Herborn ablegte, Rechtswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Nach dem Referendariat in Frankfurt am Main legte er 1983 die zweite Juristische Staatsprüfung ab. 1988 wurde er an der Universität Bremen zum Dr. jur. promoviert, 1990 zum Professor an der Evangelischen Hochschule Hannover ernannt. Von 1985 bis 1990 war er Strafverteidiger in Gießen, ab 1988 lehrte er an der Evangelischen Fachhochschule Hannover Strafrecht. Er unterrichtete an der Humboldt-Universität zu Berlin (1992-2003), später auch an der Universität der Künste (Bühnenrecht) und 2005 auch an der Universität in Kassel (Strafrecht). Im Januar 2011 wurde Christoph Nix an der Universität Bremen zum Professor für Jugendstrafrecht und Bühnenrecht ernannt.

1985 bis 1988 spielte Nix bei Augusto Boal und Gardi Hutter. Er trat als Clown im Europa Circus Bügler auf. 1991 wurde Nix Regieassistent bei Peter Palitzsch am Berliner Ensemble. 1994 wurde er Intendant am Theater in Nordhausen, wo er außerdem den Thüringer Herbst organisierte. 1999-2004 war er Intendant am Staatstheater Kassel. Während dieser Zeit war er Mitglied des Vorstands des Deutschen Bühnenvereins und der Hessischen Theaterakademie. Regiearbeiten führten ihn u.a. nach Uganda, Togo, Malawi, Chile und Schweden. Seit Beginn der Spielzeit 2006-2007 ist Nix Intendant am Theater Konstanz. Sein Vertrag wurde im Frühjahr 2014 bis in das Jahr 2020 verlängert.


16:55 04.10.2019

Event der Woche: Weitere Artikel


Tanz auf dem Vulkan

Tanz auf dem Vulkan

Zum Stück In „Kasimir und Karoline“ trifft Konsum und Vergnügungssucht auf Perspektivlosigkeit und Abstiegsängste. Es ist eine glitzernde und gleichzeitig entzauberte Welt, die Ödön von Horváth in seinem 1932 entstandenen Volksstück entwirft
Ein Verfolgter

Ein Verfolgter

Hintergrund Ödön von Horváth erlebte selbst den Hass seiner Zeitgenossen und floh ins Exil. Das Stück „Kasimir und Karoline“ schrieb er kurz vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933
Packendes Spiel

Packendes Spiel

Ensemble Mit Harald Schröpfer, Antonia Jungwirth und Odo Jergitsch sind bei „Kasimir und Karoline“ wieder große Namen der Schauspielkunst vertreten. Ihr einfühlsames Spiel packt den Zuschauer ab der ersten Minute