Ton und Raum

Musikpalast Der "Palast der Republik" endet am 10. März mit einem großen, von André de Ridder kuratierten Konzertabend mit Anna Calvi, Anja Plaschg (Soap & Skin), stargaze und vielen anderen
Ton und Raum
Neša Paripović: "N.P. 77", 1977

Foto: Goranka Matić

Musikpalast

Der von André de Ridder kuratierte Konzertabend, der den „Palast der Republik“ am 10. März beschließt, ist zugleich Hommage wie auch Wiederbelebung und Zukunftsvision eines nahezu ausgestorbenen Formats: Im „Musikpalast“ kommt es zu einem moderierten Aufeinandertreffen mehrerer Künstler*innen und Bands.

In schnellem Wechsel spielen sich diese quasi gegenseitig ihre Musik vor, wie in einem großen, öffentlich begehbar gemachten Proberaum oder Studio. Das Publikum gruppiert sich um diese Inseln herum und wird Bestandteil dieses „Band-Camps“, das den Besucher*innen des inzwischen schon legendären PEOPLE-Festivals im Funkhaus Nalepastraße vertraut erscheinen mag.

Als Berlin-Premiere stellt der ehemalige Battles-Frontmann Tyondai Braxton sein neues Soloalbum vor. Greg Saunier, der Drummer und Komponist der Band Deerhoof, schrieb für die Mitglieder des Contemporary-Classical-Kollektivs stargaze ein vom Brighton Festival in Auftrag gegebenes Remake des Fugazi-Albums „In On The Killtaker“. Anna Calvi, Anja Plaschg (Soap&Skin) und Arone Dyer erweisen mit Chor und Orchester David Bowie ihre Reverenz durch Interpretationen von Songs aus seinem letzten Album „Blackstar“ sowie, erstmals live, dem in Berlin mit Brian Eno komponierten „Warszawa“. Das Brooklyner Duo Buke and Gase, dem auch Arone Dyer angehört, wird zudem sein neues Album vorstellen, das ihren futuristischen, auf selbstgebauten Instrumenten konstruierten Indie-Pop weiterentwickelt.

Der Notwist-Schlagzeuger Andi Haber kollaboriert erstmals mit dem dänischen Komponisten elektronischer und Neuer Musik Kaj Duncan David, und der Berliner Chor Cantus Domus singt Caroline Shaws „Courante“ aus der „Partita“ der jungen, pulitzerpreisgekrönten amerikanischen Komponistin.

Im ständigen Austausch zwischen den auftretenden Musiker*innen entsteht über dreieinhalb Stunden ein ununterbrochen fließendes Live-Mixtape, das gleichzeitig Laboratorium und Live-Seminar neuester Musik ist.

15:17 15.02.2019

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