Zeit und Wandel

Zum Symposium Das Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung ist ein Labor für Zukunftsfragen mit Fokus auf dem digitalen Wandel, der in den letzten Jahren zu einem zentralen Motor vielfältiger Veränderungen geworden ist
Zeit und Wandel
Foto: Bucerius Lab

Im Labor

Das Bucerius Lab ist ein Labor für Zukunftsfragen. Es konzentriert sich auf den digitalen Wandel, der in den letzten Jahren zu einem zentralen Motor gesellschaftlicher, ökonomischer, politischer und kultureller Veränderungen geworden ist. Mit dem Lab schließt die ZEIT-Stiftung nahtlos an die Arbeit der Initiative .vernetzt# – Wie wollen wir leben? an. Neben Veranstaltungen wird es viele neue Aktivitäten zum digitalen Wandel geben. Was bedeutet dieser digitale Wandel für Demokratie, Ökonomie und Kultur, welche Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet er?

Ob die kalifornisch geprägte Digital-Kultur zu einem europäischen Gegenentwurf herausfordert, wie sich die Digitalisierung entwickeln muss, damit sie der gesellschaftlichen Entwicklung nutzt und nicht zur Bedrohung wird, welche "best practices" sichtbar sind und ob der digitale technische Fortschritt auch zum gesellschaftlichen Fortschritt genutzt werden kann – das unabhängige ergebnisoffene Labor entwickelt dazu eigene Impulse, Debattenbeiträge und Handlungsoptionen und möchte damit den gesellschaftlichen Diskurs bereichern.

Das Symposium

2013 untersuchten zwei junge Wissenschaftler, Carl Frey und Michael Osborne, das  Automatisierungspotenzial von Berufen in den USA: 47% der Beschäftigten in den USA arbeiten demnach in Jobs, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten 10 bis 20 Jahren digital automatisiert werden können. Seitdem türmen sich wieder einmal Studien und Artikel, die das Ende der Arbeit voraussagen – oder widerlegen wollen.

Fest steht: Die Digitalisierung wird unsere Arbeitswelt grundlegend verändern. Doch was das für uns Menschen bedeutet, ist keineswegs entschieden. Frühere Innovationssprünge haben zwar viele Tätigkeiten überflüssig gemacht, aber insgesamt immer mehr Wohlstand und Arbeitsplätze geschaffen. Einfache Tätigkeiten verschwanden und der Mensch eroberte sich immer neue Felder, in denen er tätig wurde und sich entfalten konnte. Doch was passiert, wenn selbstlernende Maschinen diese Logik außer Kraft setzen? Wenn sie uns Menschen nicht nur unterstützen, sondern in der Arbeitswelt zunehmend überflüssig machen? Was wären die Folgen einer Transformation, die vom Fabrikarbeiter bis zum Manager jeden betreffen kann? Liegt in ihr die historische Möglichkeit, den Menschen von der Arbeit zu befreien? Welche Rolle spielen dann künftig Menschen und Maschinen – und handeln  sie miteinander oder gegeneinander?

Das Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung veranstaltet aus Anlass des Wissenschaftsjahres 2018 – Arbeitswelten der Zukunft am 13. und 14. April 2018 gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog und dem Museum der Arbeit, Hamburg, sein Symposium 2018. Es beschäftigt sich mit der Arbeitswelt, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Big Data, Robotik und digitaler Arbeitsorganisation vollkommen neu geordnet werden wird:

  • Was steht zur Disposition, wenn Maschinen können, was wir tun?  Steuern wir auf ein "Post-Work"-Zeitalter zu?
  • Arbeiten wir künftig mit Maschinen oder gegen Maschinen – oder werden wir zu Mensch-Maschinen?
  • Müssen wir Arbeit und Sinngebung ganz neu denken?
  • Wie gelingt die digitale Transformation in Europa? Wie wappnen wir uns als Gesellschaft vor technologischen Disruptionen? Und wie können wir sie nutzen?
  • Brauchen wir eine (neue) Ethik für Künstliche Intelligenz und die digitale Arbeitswelt?
  • Wie nutzen wir die Potenziale von Künstlicher Intelligenz im Sinne der Menschheit – und Menschlichkeit?

Freuen Sie sich mit uns auf ein vielfältiges und anspruchsvolles Programm. In der Tradition der Zukunftscamps der ZEIT-Stiftung sind VordenkerInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Kultur sowie digitale Praktiker eingeladen, zwei Tage lang mit einem Fachpublikum und einer interessierten Öffentlichkeit zu diskutieren.

Das Lab will in diesem Jahr untersuchen, wie wir als Gesellschaft mit den individuellen, wirtschaftlichen und politischen Folgen umgehen wollen, die entstehen, wenn neue Technologien den Menschen in Arbeitsprozessen weitgehend überflüssig machen könnten. Aber ebenso wollen wir die historischen Chancen erörtern, die durch eine kluge und aufgeklärte Nutzung dieser Technologien im Sinne unserer Zivilisation und auf Basis europäischer Werte entstehen könnten. Wie wollen wir mit Maschinen leben?

15:16 23.03.2018

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