Verzweifelter Überlebenskampf

Zum Film Ayka lebt ein Leben am Abgrund, verfolgt von der Notwendigkeit, sich das Überleben zu sichern. Weil sie ihr neugeborenes Kind nicht ernähren kann, lässt sie es im Krankenhaus zurück. Ein faszinierendes Porträt einer unglaublich starken Frauenfigur
Verzweifelter Überlebenskampf
Ayka (Samal Yeslyamova)

Neue Visionen Filmverleih

Intensives und überwältigendes Kino legt der vielfach für seinen Film Tulpan ausgezeichnete Regisseur Sergey Dvortsevoy mit Ayka vor.
Ayka, eine junge Kirgisin, lebt und arbeitet illegal in Moskau. Sie lebt in einer rohen Welt, in der sie niemals mehr als die Gejagte ihrer bloßen Existenz sein kann. Der so sehr von Armut und Not betroffene Alltag lässt ihr keine andere Wahl, als ihren Sohn kurz nach seiner Geburt im Krankenhaus zurückzulassen – eine Entscheidung, zu der viele kirgisische Frauen aufgrund ihrer menschenunwürdigen Lebenszustände gezwungen werden. Doch nur wenige Zeit später führt Aykas mütterliche Sehnsucht sie zu dem verzweifelten Versuch, das verlassene Kind zu finden. Unter dem gnadenlosen Druck, Geld aufzutreiben, um ihre Schulden zu begleichen, will sie auch noch die letzte Grenze überschreiten. Ayka muss sich einer existentiellen Entscheidung stellen.

Regisseur Sergey Dvortsevoy inszeniert mit Ayka eine unvergleichbar starke Frauenfigur und thematisiert gleichzeitig die andauernde Auseinandersetzung des Individuums mit seinem gesellschaftlichen Umfeld.
Für ihr herausragendes Spiel wurde die Schauspielerin Samal Yeslyamova in Cannes mit dem Preis als Beste Darstellerin ausgezeichnet.

08:06 18.04.2019

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