Mit Herzblut

Biographien Sebastian Stern wurde 1979 in Niederbayern geboren. Nach ersten Theater- und Filmerfahrungen in der Schulzeit und verschiedenen Praktika studierte er ab 2001 an der HFF München
Mit Herzblut
Foto: Hendrik Heiden

Sebastian Stern (Regie und Drehbuch)

Sebastian Stern wurde 1979 im niederbayerischen Deggendorf geboren. Nach ersten Theater- und Filmerfahrungen in der Schulzeit und verschiedenen Praktika bei Kino- und Fernsehproduktionen studierte er ab 2001 „Kino- und Fernsehfilm“ an der HFF München.

Mit seinen Kurzfilmen Nach Haus, Fang des Lebens und nichts weiter als nahm er an verschiedenen internationalen Festivals teil, u.a. an der Berlinale 2006 (Perspektive Deutsches Kino), dem Max Ophüls Preis, dem New York International Student Film Festival und dem Internationalen Festival der Filmhochschulen München.

Sein erster Langspielfilm Die Hummel, mit Jürgen Tonkel und Inka Friedrich in den Hauptrollen, kam im Verleih von Movienet in die Kinos, lief in der Reihe „Debüt im Ersten“ in der ARD und wurde im Januar 2011 mit dem Bayerischen Filmpreis für die beste Nachwuchsregie ausgezeichnet.

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Justus von Dohnányi (Hans Waldmann)

„Sebastian Stern seziert den scheinbar alltäglichen Wahnsinn eines tragisch komischen Helden auf so liebevolle und hintergründige Art und Weise, dass ich mich sofort in die Geschichte verliebt habe.“ (Justus von Dohnányi über das Drehbuch)

Justus von Dohnányi, geboren 1960 in Lübeck, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und darstellende Künste in Hamburg. Nach seinem Studium hatte er u.a. Engagements am Stadttheater in Frankfurt und am Thalia Theater in Hamburg.

Anfang der Neunzigerjahre startete Justus von Dohnányi seine TV- und Kinokarriere. Seine erste Rolle in einem Kinofilm hatte er im Jahr 1998 in der internationalen Produktion Jakob der Lügner. Nach einem Auftritt in Jan Josef Liefers‘ Regiedebüt Jack‘s Baby (1999) spielte er im Bond-Streifen James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug an der Seite von Pierce Brosnan. Mit Ulrich Tukur stand von Dohnányi für Eric Tills Drama Bonhoeffer – Die letzte Stunde (1999) vor der Kamera, unter der Regie von Oliver Hirschbiegel spielte er in Das Experiment (2000); die Rolle brachte ihm den Deutschen Filmpreis als bester Nebendarsteller ein. 2001 gehörte er zur Besetzung von Constantin Costa-Gavras Polit-Drama Der Stellvertreter nach Rolf Hochhuth. Es folgten der Politthriller Rubikon (2001) von Thomas Berger, Napola – Elite für den Führer (2003), das international erfolgreiche Kriegsdrama Der Untergang (2003) und das Max-Färberböck-Drama September (2004). Seine nächste größere Kinorolle hatte Justus von Dohnányi an der Seite von Til Schweiger und Christian Ulmen in der deutschen Produktion Männerherzen (2008) von Simon Verhoeven, die ihm erneut den Deutschen Filmpreis einbrachte. Im TV ist von Dohnányi oft in deutschen Fernsehproduktionen zu sehen. In der Reihe Tatort spielte er u.a. in der 800. Folge Eine bessere Welt (2011).

Im Sommer 2006 gab Justus von Dohnányi sein Regiedebüt. Bei der Komödie Bis zum Ellenbogen (2006) führte er Regie, schrieb das Drehbuch, produzierte und spielte eine Nebenrolle, für die er eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis 2008 erhielt. Weitere Regiearbeiten folgten 2011 und 2013 mit den Ulrich-Tukur-Tatort-Episoden Tatort – Das Dorf und Tatort – Schwindelfrei.

Juliane Köhler (Yvonne Waldmann)

Ich mochte an dem Projekt den Mut, die Geschichte so radikal zu erzählen: Zwei Leichen, kein Kommissar und man lacht trotzdem.“ (Juliane Köhler)

Juliane Köhler wurde 1965 in Göttingen geboren. Nach ihrer Schauspielausbildung bei Uta Hagen in New York erhielt sie 1989 ihr erstes Engagement am Niedersächsischen Staatstheater Hannover. 1993 wechselte sie nach München ans Bayerische Staatsschauspiel. Nach einem Engagement an den Münchner Kammerspielen ist sie seit 2001 wiederum Ensemblemitglied am Residenztheater.

Als Filmschauspielerin wurde sie durch ihre Rollen in Aimée und Jaguar (1997), Pünktchen und Anton (1998) sowie Caroline Links Oscar prämiertem Film Nirgendwo in Afrika (2001) bekannt. Oliver Hirschbiegel gab ihr 2003 die Rolle der Eva Braun in seinem Oscar-nominierten Film Der Untergang. Im mehrfach ausgezeichneten Kurzfilm Haber (2008) verkörperte sie die Ehefrau des Chemikers Fritz Haber, Clara Immerwahr. Im Jahr 2010 spielte sie in der sechsteiligen ZDF- Fernsehserie Klimawechsel die Rolle der Cornelia Koch, 2011 die Hauptrolle im international erfolgreichen Kinofilm Zwei Leben. Für ihr Schaffen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, so z.B. 1999 mit dem Bundesfilmpreis als beste Schauspielerin, dem Bayerischen Filmpreis und dem Silbernen Bären der Berlinale.

Georg Friedrich (Mike)

„Ich sag immer: Der Hund ist ein Hund, der Mensch ist die Sau!“ (Georg Friedrich in der Rolle des „Mike“)

Georg Friedrich, geboren 1966 in Wien, studierte Schauspiel an der Schauspielschule Krauss ebenfalls in Wien. Ab Mitte der 1980er Jahre war er vor allem in österreichischen Kinofilmen und Fernsehproduktionen zu sehen, daneben spielte er Theater. Friedrich arbeitete mit den renommiertesten Regisseuren des österreichischen Kinos: Er war in Michael Hanekes Der siebente Kontinent (1989), Die Klavierspielerin (2001) und Wolfzeit (2003) zu sehen, drehte mit Barbara Albert Nordrand (1999), Böse Zellen (2004) und Fallen (2006), spielte in Hundstage (2001) und Import/Export (2007) unter der Regie von Ulrich Seidl und trat in einer kleineren Rolle in Michael Glawoggers Contact High (2009) auf.

Georg Friedrich verkörpert oft proletarische Typen, soziale Außenseiter oder halbseidene Gestalten. In Hurensohn (2003) gab er einen Zuhälter, in Wolfgang Murnbergers Silentium (2003) einen bizarren Hausmeister, in Die Unerzogenen (2007) von Pia Marais einen Hippie, in Seidls Import/Export (2005) einen boshaften Altenpfleger und in der Uschi-Obermaier-Filmbiografie Das wilde Leben (2008) die Hamburger Kiez-Größe Lurchi.

An der Seite von Moritz Bleibtreu spielte Georg Friedrich in Murnbergers Tragikomödie Mein bester Feind (2011), neben Sandra Hüller überzeugte er in Jan Schomburgs Drama Über uns das All (2011). Im selben Jahr begeisterte er im preisgekrönten Sozialdrama Atmen, gefolgt von einem komödiantischen Auftritt in Marcus H. Rosenmüllers Komödie Sommer in Orange. Eine prestigeträchtige Rolle hatte Georg Friedrich in Alexander Sokurows radikaler Neuinterpretation des Faust, die in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde; darin verkörperte er Fausts Schüler Wagner. In Christoph Schaubs schwarzer Komödie Nachtlärm spielte Friedrich einen Gelegenheitsgauner. Kleine, aber prägnante Rollen hatte er in Detlev Bucks Bestsellerverfilmung Die Vermessung der Welt (2012) und Eastalgia – einfach leben (2012). Im Ensemblefilm Annelie (2013) verkörpert Friedrich einen Junkie und Schnorrerkönig.

Für seine Rolle in Über-Ich und Du von Benjamin Heisenberg wurde Georg Friedrich für den Preis der deutschen Filmkritik nominiert. 2014 war er im Jugendabenteuer Die Vampirschwestern 2 (2014) zu sehen und wurde beim österreichischen Filmfestival Diagonale in Graz mit dem Großen Schauspielpreis für Verdienste um die Österreichische Filmkultur ausgezeichnet.

Seine Rolle im Psychothriller Stereo (2015) brachte Friedrich eine Nominierung für den Deutschen Schauspielerpreis ein. Im Mystery-Drama Aloys verkörpert Friedrich einen einsamen Privatdetektiv. Der Film wurde im Panorama der Berlinale mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet.

Auf der Berlinale 2017 ist Georg Friedrich in Helle Nächte (Regie: Thomas Arslan) und Wilde Maus (Regier: Josef Hader) in gleich zwei Filmen im Wettbewerb zu sehen.

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Für die Ensemblerollen konnten hochkarätige Darstellerinnen und Darsteller aus der Münchner Theater- und Filmlandschaft gewonnen werden, u.a. Walter Hess (Kammerspiele), Oliver Nägele (Residenztheater) und Johanna Bittenbinder (Sau Nummer vier, Das finstere Tal).

13:18 02.03.2017

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