Zeit und Einfluss

Biographien Bereits in seinem großen Erfolg "Carlos - Der Schakal" widmete sich der Regisseur einem zentralen Thema der 60er und 70er Jahre. Eigentlich kein Wunder, ist er doch selbst Kind der Zeit
Zeit und Einfluss
Olivier Assayas bei den Dreharbeiten

Der Regisseur

Olivier Assayas, geboren 1955 in Paris, begann seine Laufbahn als Filmkritiker für die französische Filmzeitschrift "Cahiers du Cinéma", für die er sich zwischen 1980 und 1985 insbesondere mit dem asiatischen Kino auseinandersetzte. Parallel zu seiner Tätigkeit als Journalist begann er Anfang der 1980er Jahre erste Kurzfilme zu drehen, darunter Rectangle – Deux chansons de Jacno (1980) und Laissé inachevé à Tokyo (1982). 1985 und 1986 arbeitete er für die Filme Rendez-vous und Schauplatz des Verbrechens als Drehbuchautor mit Regisseur André Téchiné zusammen, 1986 drehte er mit Lebenswut seinen ersten eigenen, von der Kritik hoch gelobten Spielfilm.

Es folgten Winterkind (1989), Une nouvelle vie (1993), Das weiße Blatt (1994), L’eau froide (1994) (ein Beitrag in der Reihe Tous les garçons et les filles de leur âge, in der ungekürzten Langfassung benannt als L’eau froide), und 1996 Irma Vep, eine Hommage an die frühen fantastischen Filme von Louis Feuillade, die Nouvelle Vague und das Hongkong-Kino, für die er beim Kinopublikum viel Beachtung fand. 1997 drehte Assayas HHH: Portrait de Hou Hsiao-hsien, ein Dokumentarfilm über den taiwanischen Regisseur, ein Jahr darauf folgte sein hoch gelobtes Drama Ende August, Anfang September.

Ebenfalls 1998 arbeitete er für Alice & Martin erneut als Drehbuchautor mit André Téchiné zusammen. 2000 drehte er Les destinées sentimentales, eine Adaption des Romans von Jacques Chardonne, 2002 folgte Demonlover, 2004 Clean, 2006 sein Beitrag Quartier des Enfants Rouges zum Kompilationsfilm Paris, je t’aime, und 2007 Boarding Gate. 2008 folgte L’heure d’été und 2010 Carlos – Der Schakal. Ein Jahr später wurde er in die Wettbewerbsjury von Cannes berufen. Für DIE WILDE ZEIT erhielt Olivier Assayas 2012 seine erste Einladung in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig und wurde dort für das Beste Drehbuch geehrt.

Auf taz.de spricht Assayas in einem Interview über DIE WILDE ZEIT.

Die Hauptdarsteller

Clément Métayer – Gilles

Geboren am 25. August 1993 in Marseille. Seit er 11 Jahre alt ist, fährt er auf seinem Skateboard, hat schon immer gemalt, hat seine Freunde gefilmt und macht seit sieben Jahren Kurzfilme. Außerdem spielt er Keyboard. Er ist leidenschaftlich an Filmen interessiert und hat gerade sein Abitur mit Hauptfach Literatur gemacht.

Lola Créton – Christine

Geboren am 16. Dezember 1993 in Paris. Lola begann mit dem Schauspielen im Alter von zehn Jahren in dem Film Imago (Jours de folie, Marie Vermillard, 2000). Ihre erste große Rolle spielte sie in Les Enfants de Timpelbach (Trouble at Timpetill, Nicolas Bary, 2008). 2011 spielte sie in Iris in Bloom unter der Regie von Valérie Mréjen und Bertrand Schefer und die Hauptrolle in Goodbye First Love von Mia Hansen-Løve.

15:39 29.05.2013

Film der Woche: Weitere Artikel


Revolte und Aufbruch

Revolte und Aufbruch

Synopsis Der Geschichte von Revolte und Aufbruch liegen ebenso biographische Aspekte aus dem Leben Olivier Assayas wie auch das Anliegen, die allgemeine Stimmung einer Zeit einzufangen, zugrunde
Aufstand und Gesellschaft

Aufstand und Gesellschaft

Einblicke Die Unruhen im Pariser Mai 1968 waren Teil weltweiter politischer und gesellschaftlicher Veränderungen, deren Auswirkungen sich bis heute bemerkbar machen. Versuch einer Sammlung
Biographie und Geschichte

Biographie und Geschichte

Netzschau Kritiken aus dem Netz: "Olivier Assayas 'Die wilde Zeit' ist ein zutiefst persönlicher, autobiografischer Film. (...) Er macht nachvollziehbar, wie sich die Zeit wohl angefühlt haben mag."

Die wilde Zeit – Trailer

Video DIE WILDE ZEIT ist ein romantisch-ironischer Rückblick auf die Zeit der französischen Studentenrevolte Anfang der 70er Jahre. DIE WILDE ZEIT startet in Deutschland am 30. Mai 2013

Mai 68 à Paris

Video Die Ereignisse des Pariser Mai 1968 in seltenen Farbaufnahmen von Claude Fassier, entstanden während der Woche der Demonstrationen, die den nächtlichen Krawallen vorausging


Kurzer Sommer, lange Wirkung (1/3)

Video In dieser virtuellen Gesprächsrunde kommen acht Personen zu Wort, die in dieser Zeit aktiv hervorgetreten sind und in der Öffentlichkeit mit der 68er Bewegung in Verbindung gebracht werden


Mythos 68 - Die Revolte und ihre Archäologen

Video Kulturzeit extra: Unter der Moderation von Cécile Schortmann streiten Andres Veiel, Franziska Augstein, Klaus Theweleit, Götz Aly und Axel Honneth lebhaft um die Deutungsmacht über die 68er


Was war links? (4/4) - Kunst und Klassenkampf

Video Beinahe zwei Jahre lang waren der Filmemacher Andreas Christoph Schmidt und seine Mitarbeiter im Auftrag von SWR und SFB damit beschäftigt, die Frage "Was war links?" filmisch zu beantworten