Eine Vision

Zum Regisseur Als Thomas Stuber die Kurzgeschichte "In den Gängen" von Clemens Meyer las, ließ ihn die Geschichte nicht mehr los. Nun kommt sein neuer Film ins Kino, doch wie setzte er seine Idee um?
Eine Vision
Thomas Stubers neuer Film "In den Gängen" feierte auf der diesjährigen Berlinale Premiere

Foto: Zorro Filmverleih

Regievision

von Thomas Stuber

Den Wunsch Clemens Meyers Kurzgeschichte IN DEN GÄNGEN zu verfilmen, hatte ich sofort, als ich das erste Mal seinen Erzählband DIE NACHT, DIE LICHTER aufschlug. Die Geschichte eines einsamen jungen Mannes, der in die Atmosphäre der nächtlichen Gänge eines Großmarkts eintaucht, ließ mich nicht mehr los.

Das Rauschen der nahen Autobahn auf der Laderampe, eine heimliche Fünfzehn im Dienst, der Kaffeeautomat, der Chef der Nacht, der jedem bei Arbeitsende die Hand gibt.

Meyers Geschichte hat eine solche Tiefe und Tragik, und kommt doch dabei mit so wenig aus. Vieles bleibt unausgesprochen, wird nicht bis zum Ende erzählt. Der Leser, und jetzt im Film der Zuschauer, muss die Teile zusammensetzen.

Liebe und Tod im Großmarkt. Die Süßwaren-Marion, Bruno, Rudi, Irina, der Paletten- Klaus, sie alle wachsen über sich hinaus. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass hier eine Gemeinschaft, Wärme und das kleine bisschen Glück nur in den Gängen des Großmarkts möglich sind.

 

Produzentenvision

von Jochen Laube & Fabian Maubach

Endlich ein Liebesfilm.
Ein Liebesfilm in den Gängen eines Großmarkts.

Ein Liebesfilm nach einer Kurzgeschichte des Deutschen Kultautors Clemens Meyer, inszeniert von Studenten-Oscar Preisträger Thomas Stuber.

Von Anbeginn wollten wir genau diesen Film machen!
Einen Film, der seine Protagonisten zutiefst liebt und auf Händen trägt und eine Menschlichkeit in einem Umfeld zeigt, in dem man diese so nicht erwartet.
Einen Film, der so
echt wie möglich wirkt, aber eben nicht dokumentarisch inszeniert, sondern durch besondere Kinobilder seine feine Poesie entfaltet.

Dank des bereits vor den Dreharbeiten mit dem Deutschen Drehbuchpreis prämierten, herausragenden Drehbuches, Dank Franz Rogowski, Sandra Hüller, Peter Kurth allen anderen großartigen Schauspielern, einem fantastischen Team hinter der Kamera und Dank des besonderen Gespürs und Talents von Thomas Stuber, können wir voller Freude feststellen, dass wir gemeinsam genau den Film erschaffen haben, von dem wir alle seit vier Jahren geträumt haben.

Ein Film in der Tradition des poetischen Realismus, welcher bisher im neuen deutschen Kino wenig Platz gefunden hat, der uns aber international immer wieder verzaubert.

Und so werden hoffentlich viele Menschen in den Kinos dieser Welt Christian, Marion, Bruno und ihre einzigartige Welt in ihr Herz schließen und jeder wird nach IN DEN GÄNGEN beim Anblick eines Gabelstaplers im Supermarkt an nichts anderes denken, als an das Meer.

17:55 18.05.2018

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