Eigene Note

Biographien Die beiden Regisseure haben seit jeher ein Faible und auch Händchen für skurrile Geschichten und Charaktere, womit sie sich über die Jahre eine spezielle Nische abseits des Mainstreams schufen
Eigene Note
Foto: StudioCanal

Hinter der Kamera

Joel & Ethan Coen – Buch, Regie und Produktion

Die Brüder Joel David (* 29. November 1954 in Minneapolis, Minnesota, Vereinigte Staaten) und Ethan Jesse Coen (* 21. September 1957 ebenda) sind Oscar-prämierte US-amerikanische Filmregisseure, -produzenten und Drehbuchautoren. Sie machten erstmals 1984 mit Blood Simple, einer Hommage an den Film noir, auf dem US-amerikanischen Sundance Film Festival von sich reden, die den Hauptpreis gewann. Barton Fink erhielt die Goldene Palme, Regie- und Darstellerpreis in Cannes. Seither etablierten sie sich mit Filmen wie The Big Lebowski oder O Brother, Where Art Thou? als schräge Geschichtenerzähler abseits des Hollywood-Mainstreams.

Vor der Kamera

Oscar Isaac – Llewyn Davis

Oscar Isaac (* 5. Januar 1980 in Guatemala als Oscar Isaac Hernández) ist ein US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler guatemaltekischer Herkunft. Er ist der Sohn eines Kubaners und einer Guatemaltekin, der in Miami (Florida) aufwuchs, und katholisch erzogen wurde. Auch hat er israelische und französische Wurzeln.

In seiner Jugend war Isaac Mitglied der Band "The Blinking Underdogs", wenngleich er mit ihr kaum nationale Berühmtheit erlangte. Durch seine Liebe zur Schauspielerei besuchte er daraufhin die Juilliard School, an der er 2005 seinen Abschluss machte. Sein Filmdebüt allerdings gab er 2002 im Actionfilm All About the Benjamins an der Seite von Schauspielgrößen wie Ice Cube und Mike Epps. 

Bekanntheit erlangte er jedoch erst 2006, als er in der Bibelverfilmung Es begab sich aber zu der Zeit… Joseph, den Ziehvater Jesu verkörperte, und 2007 für seine Darstellung im Rahmen der MovieGuide Awards mit dem Grace Award ausgezeichnet wurde. 2008 stand er für die Filmbiografie Guerilla von Steven Soderbergh vor der Kamera.

Neben seiner Arbeit für Film und Fernsehen steht Isaac auch in Broadway-Produktionen auf der Bühne, und konnte im Sommer 2005 so für The Two Gentlemen of Verona von William Shakespeare verpflichtet werden. 2007 gab er im Delacorte Theater im Central Park den Romeo in Shakespeares Romeo und Julia.

In dem neuen Film der Coen-Brüder Inside Llewyn Davis, spielt Isaac die Hauptrolle des dauermelancholischen Folk-Sängers Llewyn Davis, der auf der Suche nach dem Sinn im Leben ist. Der Film wurde auf den Filmfestspielen von Cannes 2013 präsentiert und erhielt positive Resonanzen.

Carey Mulligan – Jean Berkey

Carey Hannah Mulligan wurde am 28. Mai 1985 in London  als Tochter eines englischen Hotelmanagers und einer walisischen Collegedozentin geboren. Im Alter von drei Jahren zog ihre Familie nach Deutschland, wo sich ihr Vater um den europäischen Zweig der InterContinental Hotels kümmerte. Aus der Zeit stammen noch ihre recht guten Deutschkenntnisse. Carey Mulligan lebte die kommenden acht Jahre nur in teuren Hotels und entwickelte sich nach eigenen Angaben zu einem schüchternen Mädchen und wirkte bis zum Alter von 15 eher wie ein Tomboy. Sie besuchte die Woldingham School.

Nachdem sie im Abschlussjahr an der Woldingham School in einer Inszenierung von Sweet Charity mitgespielt hatte, entschloss sie sich, es mit der Schauspielerei zu probieren. Ihre erste Filmrolle bekam sie in der 2005 gedrehten Romanverfilmung Stolz und Vorurteil nach Jane Austen, in der sie die Kitty Bennet verkörperte. Danach wirkte sie als Theaterschauspielerin am Londoner Royal Court Theatre.

In zahlreichen britischen TV-Produktionen trat sie in Gastrollen auf, so in Waking the Dead – Im Auftrag der Toten, Bleak House und Doctor Who.

2009 wurde Mulligan für ihre Leistung in Lone Scherfigs Spielfilm An Education mit dem Preis des National Board of Review ausgezeichnet. In diesem Drama schlüpfte sie in die Rolle einer Schülerin aus der Londoner Vorstadt, die zu Beginn der Sechzigerjahre in das kulturelle Leben der britischen Hauptstadt eingeführt wird und ihre Zukunftspläne neu zu überdenken beginnt. Sie erhielt für diese Rolle unter anderem den BAFTA Award sowie eine Golden-Globe- und Oscar-Nominierung.

In dem von Regisseur Oliver Stone 2009 gedrehten Fortsetzungsfilm Wall Street: Geld schläft nicht verkörpert Carey Mulligan in der weiblichen Hauptrolle die Tochter von Hauptdarsteller Michael Douglas. Im September 2011 begann sie unter der Regie von Baz Luhrmann mit den Dreharbeiten zu einer 3D-Neuverfilmung von Der große Gatsby nach dem Roman von F. Scott Fitzgerald. Dem folgte die Arbeit an Inside Llewyn Davis unter Regie von Ethan und Joel Coen.

John Goodman – Roland Turner

John Stephen Goodman wurde am 20. Juni 1952 in St. Louis, Missouri geboren. Nach der High School besuchte er die Missouri State University und nahm Schauspielunterricht. Nebenbei arbeitete er als Türsteher. 1985 gab er in New York City mit dem Stück Big River sein Broadway-Debüt.

Seine ersten Fernsehauftritte hatte Goodman in einem Werbespot der Fastfood-Kette Burger King und der Sesamstraße. Es folgten größere Rollen in den Filmen The Big Easy – Der große Leichtsinn und Arizona Junior, für den er erstmals mit Ethan und Joel Coen zusammenarbeitete, die in ihm eine verwandte Seele fanden. 1988 gelang ihm als Familienvater Dan Conner in der Sitcom Roseanne der Durchbruch. Für diese Rolle erhielt er 1993 den Golden Globe als bester Hauptdarsteller einer Comedyserie. Ein Jahr nach Beginn der Serie folgte sein erster Auftritt in der legendären Comedy-Show Saturday Night Live, bei dem er Annabeth Hartzog kennenlernte, mit der er bis heute zusammen lebt und eine Tochter hat.

Zu Goodmans größten Kinoerfolgen zählen die Filme Flintstones – Die Familie Feuerstein, King Ralph, Coyote Ugly, A Streetcar named Desire, Good Vibrations – Sex vom anderen Stern sowie die Arbeiten der Coen-Brüder, mit denen er bisher viermal zusammenarbeitete (Arizona Junior, Barton Fink, The Big Lebowski und O Brother, Where Art Thou?). In der Fortsetzung zu Blues Brothers übernahm er 1998 eine Rolle an der Seite von Dan Aykroyd. 2000 bekam er eine eigene Sitcom namens Normal, Ohio, die jedoch bereits nach der ersten Staffel abgesetzt wurde. Auch seine nächste Sitcom, Center of the Universe (2004), floppte und wurde schnell wieder abgesetzt.

Im selben Jahr spielte er Fred Feuerstein in der Verfilmung Flintstones – Die Familie Feuerstein. Im Theater spielte er die Rolle des Geistes der gegenwärtigen Weihnacht in A Christmas Carol. 2009 übernahm er wieder eine Sprechrolle, und zwar "Big Daddy" La Bouff in Disney's Küss den Frosch. 2013 wurde Goodman mit der "Disney Legends" ausgezeichnet. Am 14. November 2013 bekam er seinen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Garrett Hedlund – Johnny Five

Garrett John Hedlund wurde am 3. September 1984 in Roseau, Minnesota geboren. Als er sechs Jahre alt war, zog er mit seinen Eltern und seinen beiden älteren Geschwistern von der Farm in Minnesota nach Scottsdale in Arizona um. Hedlund ging dort auf die High School, wirkte im Ringer- und im Footballteam mit, in seiner Freizeit nahm er privaten Schauspielunterricht. Vor seiner Filmkarriere arbeitete er als Model und wurde von einem Talentscout entdeckt.

Er gab sein Spielfilmdebüt in The Original Donut Chronicles (der nie veröffentlicht wurde), danach kam unmittelbar die US-Produktion Troja (Patroclus) wo er für seine Leistungen mit dem Teen Choice Award nominiert wurde. Danach spielte er in den Filmen Friday Night Lights (Don Billingsley), Vier Brüder (Jack Mercer, an der Seite von Mark Wahlberg), Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter (Murtagh), Georgias Gesetz (Harlan Wilson) und Death Sentence (Billy Darley) mit.

Außerdem wurde Garrett Hedlund von Disney für die Hauptrolle in Tron: Legacy besetzt, der Fortsetzung des gleichnamigen Filmklassikers von 1982, die unter der Regie von Joseph Kosinski gedreht wurde. Der Film lief am 27. Januar 2011 in den deutschen Kinos an. Für den Soundtrack des Films Country Strong (2010), in dem er Beau Hutton verkörpert, nahm er einige Lieder auf.

Justin Timberlake – Jim Berkey

Justin Randall Timberlake wurde am 31. Januar 1981 in Memphis, Tennessee geboren. Er trat erstmals im Rahmen der Talentshow "Star Search" auf, aus der er jedoch nicht als Sieger hervorging. Seine Karriere startete er Anfang der 1990er-Jahre als Mitglied der Fernsehshow "Mickey Mouse Club", in der er als Moderator, Sänger und Schauspieler neben späteren Showgeschäft-Größen wie Christina Aguilera, Britney Spears, Schauspielerin Keri Russell und Bandkollege JC Chasez fungierte. Ab Herbst 1996 wurde er als Leadsänger der Boygroup *NSYNC bekannt. Fünf Alben und zwölf Singles folgten, bevor sich die Band im Frühjahr 2002 trotz anhaltenden Erfolges zur Auflösung entschied.

Im November 2002 veröffentlichte Timberlake sein erstes Solo-Album Justified. Noch stärker als frühere Aufnahmen zeichnete sich die Platte vor allem durch ihren starken Einfluss von R&B und Hip-Hop aus, ausgelöst durch die Zusammenarbeit mit The Neptunes und Timbaland. Die Single-Auskoppelungen Like I Love You, Cry Me A River, Rock Your Body und Senorita waren weltweit erfolgreich und verhalfen ihm unter anderem zu zwei Grammys in den Kategorien "Best Pop Vocal Album" und "Best Male Pop Vocal Performance". Bis heute wurde Justified weltweit mehr als 7 Millionen Mal verkauft.

Gleichzeitig versuchte sich Timberlake auf dem Terrain der Schauspielerei. Bereits 2004 drehte er sowohl den auf Video veröffentlichten Thriller Edison an der Seite von Kevin Spacey und Morgan Freeman als auch das Drama Alpha Dog (2006), das künstlerisch frei Ereignisse um den Kriminellen Jesse James Hollywood behandelt.

Timberlakes Album FutureSex/LoveSounds (2006) wurde mehrfach mit Platin ausgezeichnet, erhielt mehrere Grammys und brachte vier unmittelbar aufeinan- derfolgende Nummer-Eins-Hitsingles hervor sowie eine immens erfolgreiche Tour im Jahr 2007. Sein jüngstes Album erschien im März 2013: The 20/20 Experience dominierte die Charts auf Platz eins mit über einer Million verkaufter Einheiten in der ersten Woche nach Veröffentlichung. Seine Schauspielkarriere bleibt hinter dem Erfolg als Musiker keineswegs zurück: Timberlake wird nach wie vor für seine schauspielerischen Leistungen im Komödien- und Dramenfach positiv wahrgenommen.

Die Screen Actors Guild nominierte ihn als Ensemblemitglied von David Finchers The Social Network (2010), in dem er den Napster-Gründer Sean Parker spielte. Zu seinen jüngsten Arbeiten als Schauspieler zählen Clint Eastwoods Back in the Game (2012), Will Glucks Freunde mit gewissen Vorzügen (2011), Jake Kasdans Komödie Bad Teacher (2011) sowie In Time – Deine Zeit läuft ab (2011) von Andrew Niccol.

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19:13 28.11.2013

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