Wechselwirkungen

Einblicke Jede Neuinterpretation eines klassischen Stoffes ist immer genau das – eine zeitgemäße Auslegung und Deutung. Dies ist Fluch und Chance zugleich. Versuch einer Sammlung zum Thema
Wechselwirkungen
Foto: StudioCanal

Reichtum und Offenheit

"Eine ultimative Shakespeare-Verfilmung kann es nicht geben. Sie müsste alle nur denkbaren Variationen einbeziehen, alle Deutungen und Stimmungen, wenn sie das Stück vollständig abschließen wollte. Das gilt natürlich für jede Verfilmung eines bereits existierenden Stoffes, aber allein die Tatsache, dass zig Ausgaben von Shakespeares Dramen existieren, die kaum klar einem Autor zuzuordnen sind, schließt bereits eine Endgültigkeit der Vorlage aus. Daneben machen sprachliche, kulturelle, historische und persönliche Hürden die Festlegung von Bedeutungen schwer, und schließlich dichtete er auch schlicht so bildhaft und dadurch uneigentlich, dass man so viele eigentliche Bilder für die Szenen finden kann, wie es Leser und Zuseher gibt. Sein Reichtum an Themen und deren Offenheit ist so groß, dass sich jeder Regisseur einen eigenen Schwerpunkt suchen kann und damit bereits einen Film lang genug ausgelastet ist." To the Lighthouse

Differenzierung und Erkenntnis

"Jede Verfilmung hat ihren eigenen Wert. Macbeth-Inszenierungen sind seit der Stummfilmzeit in jeglicher Qualität und für verschiedenste Zielgruppen verfügbar, von texttreuen Lebendigwerdungen bis zu freihändigen Modernisierungen, und jede einzelne lehrt uns etwas über Shakespeares Stück, über Welt- und Menschenbilder und über filmische Ausdrucksmittel. Ich habe Shakespeare durch die Augen anderer gesehen und gerade Differenzen brachten neue Erkenntnisse." real virtuality

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Wie aus Breaking Bad

"William Shakespeare im Kino ist 'in'. Gerade erst feierte Benedict Cumberbatch als 'Hamlet' Triumphe, als die am schnellsten ausverkaufte Produktion der Londoner Theatergeschichte aus dem 'Barbican Centre' in 2000 Kinos weltweit übertragen wurde. In dieser Woche läuft eine Neuinterpretation von 'Macbeth' an, die wie geschaffen scheint für die 'Game of Thrones'-Generation. Regisseur Justin Kurzel im Gespräch." Kurier.at

Wie kam es dazu?

"Macbeth ist erst der zweite Kinofilm des australischen Regisseurs Justin Kurzel. Doch wie kommt der relative Neuling dazu, gleich einen Shakespeare-Klassiker zu verfilmen und Schauspielgrößen wie Michael Fassbender und Marion Cotillard zu dirigieren?" Moviepilot.de

12:35 29.10.2015

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