Spurensuche

Biographien Regisseur Justin Chadwick zog zur Vorbereitung auf die Arbeit an "Der lange Weg zur Freiheit" für ein Jahr nach Südafrika, um auf den Spuren von Mandelas Leben durch das Land zu reisen
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Foto: Senator Film

Regie

Justin Chadwick

Der britische Filmemacher Justin Chadwick begann seine Karriere in der Unterhaltungsbranche als Kinderdarsteller. Später studierte er an der University of Leicester, bevor er 1991 mit LONDON KILLS ME (1991) sein Leinwanddebüt gab. Als Schauspieler war er außerdem in THE LOSS OF SEXUAL INNOCENCE (1999) und TV-Produktionen wie "Heartbeat", "Dangerfield" oder "Dalziel and Pascoe" zu sehen. Sein Regiedebüt gab Chadwick 1993 mit dem TV-Film "Family Style". Vor seiner Kamera stand dabei unter anderem Ewan McGregor, mit dem er auch die "Shakespeare Shorts" drehte, eine Reihe von Kurzfilmen über die Geschichte einiger Figuren der Werke Shakespeares.

Des Weiteren inszenierte er Folgen von Serien wie "Eastenders", "Byker Grove", "The Bill", "Spooks" oder "Red Cap", außerdem übernahm er die Regie von neun der 15 Folgen der Miniserie "Bleak House". Die BAFTA-prämierte BBC-Produktion brachte Chadwick Nominierungen für den Emmy, den Royal Television Society Award und den BAFTA einbrachte. "Bleak House" wurde darüber hinaus für zwei Golden Globes, vier Royal Television Society Awards, drei Broadcasting Press Guild Awards, drei Satellite Awards den Television Critics Award nominiert. Nach seinem Kinofilm DIE SCHWESTER DER KÖNIGIN ("The Other Boleyn Girl", 2008), der im Wettbewerb der Berlinale Premiere feierte, drehte Chadwick das preisgekrönte Drama DER ÄLTESTE SCHÜLER DER WELT ("The First Grader", 2010).

Die Schauspieler

Idris Elba (Nelson Mandela)

Golden Globe-Gewinner Idris Elba begeisterte das amerikanische Publikum erstmals in der Rolle des Stringer Bell in der von der Kritik gefeierten TV-Serie "The Wire". Seither gilt er als einer der kommenden großen Stars in Hollywood und kann bereits auf eine Reihe viel gelobter Rollen in verschiedenen, hochkarätigen Filmen und Fernsehproduktionen verweisen.

Elba, der Sohn eines Vaters aus Sierra Leone und einer ghanaischen Mutter, begann seine Karriere in seiner Heimatstadt London, wo er bereits mit Mitte 20 regelmäßig auf dem Bildschirm zu sehen war. Er spielte Rollen in einigen der erfolgreichsten britischen Fernsehserien, darunter "Dangerfield", "Bramwell" oder "Ultraviolet". Letztere wurde 2000 auch ans US-Fernsehen verkauft, was Elba den Durchbruch auf dem amerikanischen Markt ermöglichte. Nach seinem Umzug nach New York, wurde er für seine Darstellung des Achilles in Sir Peter Halls Off-Broadway-Produktion von Shakespeares "Troilus und Cressida" mit hymnischen Kritiken bedacht. Wenig später erhielt er eine Rolle in der Fernsehserie "Law & Order", danach folgte "The Wire". Seine Darstellung dieser ebenso komplexen wie skrupellosen Figur gilt als eine der faszinierendsten der Fernsehgeschichte. Es dauerte nicht lange, bis Fans wie Kritiker auf Elba aufmerksam wurden.

2005 wurde er für die Rolle darüber hinaus für den NAACP Image Award als Bester Nebendarsteller nominiert. Eine weitere solche Nominierung folgte kurz darauf für seine Hauptrolle in dem TV-Film "Als das Morden begann", der 2005 auch im Wettbewerb der Berlinale gezeigt wurde. Eine weitere große Filmrolle spielte er in Tyler Perrys Drama DADDY’S LITTLE GIRLS (2007), für die er eine BET-Nominierung erhielt. 2007 war Elba neben Denzel Washington, Russell Crowe, Ruby Dee und Josh Brolin in Ridley Scotts für den Golden Globe-nominiertem Film AMERICAN GANGSTER (2007) zu sehen. Das Ensemble wurde dafür mit einer Nominierung für den Screen Actors Guild Award bedacht.

Im gleichen Jahr kehrte er nach London zurück, wo er gemeinsam mit Gerard Butler, Thandie Newton und Tom Wilkinson für ROCK’N‘ROLLA ("Rocknrolla", 2008) von Guy Ritchie vor der Kamera stand. Seine Rolle in dem Thriller OBSESSED (2009) mit Beyoncé Knowles bescherte ihm nicht nur den ersten Platz in den Kinocharts, sondern auch Nominierungen für den BET und den NAACP Image Award. Darüber hinaus konnte man ihn in Filmen wie THE LOSERS (2010) mit Zoe Saldana und TAKERS (2010) mit Matt Dillon, Chris Brown und Hayden Christensen sehen. Als Bester Nebendarsteller wurde er für letzteren abermals für den NAACP Image Award nominiert. Für die Dreharbeiten zum Film LEGACY (2010), an dem er auch als ausführender Produzent beteiligt war, zog Elba im gleichen Jahr vorübergehend nach Glasgow, wo der Film 2010 beim örtlichen Filmfestival als Abschlussfilm gezeigt wurde.

2010 übernahm er darüber hinaus die Titelrolle in der britischen Krimiserie "Luther", von der seither drei Staffeln gedreht wurden. Für die BBC-Produktion wurde er insgesamt mit einem Golden Globe, dem NAACP Image Award und dem BET Award sowie einer weiteren Golden Globe- und zwei Emmy-Nominierungen ausgezeichnet. Demnächst ist er unter anderem neben Taraji P. Henson in NO GOOD DEED sowie in SECOND COMING zu sehen.

Naomie Harris (Winnie Mandela)

Als gefeierte Schauspielerin hat sich Naomie Harris auf der Kinoleinwand, dem Bildschirm und der Theaterbühne gleichermaßen einen Namen gemacht. Erst kürzlich war sie als Moneypenny neben Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes und Albert Finney in Sam Mendes’ James Bond-Film JAMES BOND 007: SKYFALL ("Skyfall", 2012) zu sehen. An der Seite von Benedict Cumberbatch und Jonny Lee Miller stand sie zuletzt am The National Theatre in Danny Boyles gefeierter "Frankenstein"-Inszenierung in London auf der Bühne. Außerdem spielte sie eine Hauptrolle in dem Drama DER ÄLTESTE SCHÜLER DER WELT ("The First Grader", 2010) von Justin Chadwick, das von einem 84-jährigen Erstklässler in Kenia erzählt. Der auf zahlreichen internationalen Festivals präsentierte Film gewann unter anderem die Publikumspreise in Telluride und Doha und belegte in Toronto den zweiten Platz.

Der große Durchbruch war der gebürtigen Londonerin 2002 in Danny Boyles Überraschungserfolg 28 TAGE SPÄTER ("28 Days Later", 2002) gelungen. Ein Millionenpublikum begeisterte sie später als Tia Dalma in PIRATES OF THE CARRIBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 ("Pirates of the Carribean: Dead Man’s Chest", 2006) und PIRATES OF THE CARRIBEAN – AM ENDE DER WELT ("Pirates of the Carribean: At World’s End", 2007).

Zu den Preisen, die sie im Laufe ihrer Karriere gewonnen hat, gehören der Preis als Beste Schauspielerin beim Monte Carlo Television Festival, der Rising Star Tribute Award des Bahamas International Film Festivals und zweimal der Screen Nation Award sowie der die Auszeichnung als Beste Schauspielerin der Royal Television Society. Außerdem war sie für den BAFTA Orange Rising Star Award nominiert. Harris studierte Sozial- und Politikwissenschaften an der Cambridge University, wo sie ihren Abschluss cum laude machte, bevor sie auf die renommierte Bristol Old Vic Theatre School wechselte.

Tony Kgoroge (Walter Sisulu)

Tony Kgoroge ist ein preisgekrönter südafrikanischer Schauspieler, der unter anderem 1997 einen Vita Award gewann und sich seither am Theater ebenso einen Namen gemacht hat wie auf Bildschirm und Leinwand. Im Fernsehen war er in zahlreichen erfolgreichen südafrikanischen Fernsehserien wie "Isidingo", "Deafening Silence", "Dark Angels", "Tarzan", "Soul City", "Gazlam", "Homecoming" oder "Zero Tolerance" zu sehen. Zu seinen Filmen gehören DER ÄLTESTE SCHÜLER DER WELT ("The First Grader", 2010) von Justin Chadwick, Clint Eastwoods INVICTUS – UNBEZWUNGEN ("Invictus", 2009) (wo er niemand anderen als Nelson Mandelas Leibwächter spielte), SKIN – SCHREI NACH GERECHTIGKEIT ("Skin", 2008) mit Sophie Okonedo, Edward Zwicks BLOOD DIAMOND (2006), LORD OF WAR - HÄNDLER DES TODES ("Lord of War", 2005) mit Nicolas Cage, Terry Georges HOTEL RUANDA ("Hotel Rwanda", 2004) mit Don Cheadle, HIJACK STORIES (2000) sowie THE BIRD CAN’T FLY (2007) von der niederländischen Regisseurin Threes Anna.

Am Theater stand er – sowohl in Südafrika als auch in Großbritannien – in Stücken wie "Equus", "SeZar", "Fiddler on the Roof" oder "Joseph" – auf der Bühne. Als Absolvent der Pretoria Technikon wurde Kgoroge eine Ehren-Auszeichnung der Pretoria University of Technology zuteil.

Riaad Moosa (Ahmed Kathrada)

Riaad Moosa ist einer der beliebtesten und angesehensten Stand Up-Komiker Südafrikas. Seine Karriere begann er als Zauber-Komiker, wofür er mit dem Comdey Magic Award des Centre for the Magical Arts ausgezeichnet wurde. Moosa, der auch promovierter Arzt ist, begann noch während seines Medizinstudiums mit den Auftritten als Komiker. Damit feierte er auf Anhieb Erfolge, so dass er zunächst in den Comedy Lab-Workshops des Cape Comedy Collective auftrat und wenig später beim One City Festival den beliebten "One City, Many Comics"-Talentwettbewerb gewann.

Schon in seinem ersten Jahr als Komiker absolvierte er Auftritte als Headliner mit dem Cape Comedy Collective und wurde zu Pieter Dirk Uys "Evita Live" oder auch in die Comedy-Sendung "Dangerous" eingeladen. 2003 trat Moosa beim legendären Edinburgh Fringe Festival auf, bevor er als Autor und Darsteller an der beliebten Sendung "Pure Monate Show" mitwirkte. Außerdem spielte er eine Rolle in dem Film CRAY MONKEY – STRAIGHT OUTTA BENOMI (2005). Seine erste eigene One-Man-Show "Strictly Halaa" feierte 2006 am Nelson Mandela Civic Theatre Premiere.

Seither war er mit seinen Shows auf den unterschiedlichsten Bühnen im ganzen Land und immer wieder auch im Fernsehen zu sehen. Sein komisches Talent ließ sich darüber hinaus auf der DVD zur erfolgreichen Comedy-Show "Blacks Only" und im von Anant Singh und John Vlismas produzierten Film OUTRAGEOUS (2010) erleben. Gemeinsam mit zahlreichen anderen südafrikanischen Top-Komikern trat er im Februar 2010 in Eddie Izzards "It’s No Joke"-Wohltätigkeitskonzert auf. Seither ist er zum regelmäßigen Moderator der Sendung "The Second Opinion – with Dr. Riaad Moosa" im Rahmen de Satire- Programms "Late Night News with Loyiso Gola" aufgestiegen. Im März 2011 wurde er mit dem Comics Choice Award ausgezeichnet. Rund ein Jahr später folgte der Film MATERIAL (2012), der in Südafrika nicht nur von der Kritik gefeiert, sondern auch mit fünf SAFTAs ausgezeichnet wurde.

Fana Mokonea (Govan Mbeki)

Zu den jüngsten Filmen des südafrikanischen Schauspielers Fana Mokoena gehören unter anderem Marc Forsters Welterfolg WORLD WAR Z (2013) mit Brad Pitt sowie der Actionfilm SAFE HOUSE (2012) mit Denzel Washington und Ryan Reynolds. WORLD WAR Z-Regisseur Marc Forster hatte nach ihrer ersten Zusammenarbeit beim Film MACHINE GUN PREACHER (2011) explizit darum gebeten, wieder mit dem talentierten Schauspieler zusammenzuarbeiten.

Für seine Rolle in Akin Omotosos MAN ON GROUND (2011) erhielt Mokoena den Preis der Afrikanischen Filmakademie in der Kategorie Bester Hauptdarsteller, für die TV-Produktion "The Lab" darüber hinaus einen SAFTA Award.

Zu seinen weiteren Filmen gehören INSIDE STORY (2011) von Rolie Nikiwe, STATE OF VIOLENCE (2010) von Khalo Matabane, Terry Georges Oscar-nominiertes Drama HOTEL RUANDA ("Hotel Rwanda", 2004), DANGEROUS GROUND (1997), JUMP THE GUN (1997) oder der TV-Film "Inside" von Arthur Penn.

Auch im Fernsehen war Mokoena, der als einer der besten und erfolgreichsten Schauspieler Südafrikas gilt, immer wieder zu sehen und spielte Rollen in den beiden extrem populären Serien "Generations" und "Isidingo". Auch in "Regent Street" von Oscar-Gewinner Gavin Hood (TSOTSI, 2005) und die von Barry Levinson als ausführendem Produzenten verantwortete Serie "The Philanthropist".

18:12 29.01.2014

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