Neu und Alt

Biographien Neben seiner kreativen Bühnenarbeit wurde Ohad Naharin zudem durch seine neue und innovative Tanztechnik und Bewegungssprache bekannt, die er nach einer Verletzung entwickelte
Neu und Alt
Foto: Gadi Dagon

Tomar Heymann

Tomer Heymann wurde 1970 in Kfar Yedidia in Israel geboren und zeichnet für viele preisgekrönte Dokumentarfilme und -serien als Regisseur verantwortlich. Gemeinsam mit seinem Bruder Barak Heymann wurden bereits mehr als 20 Projekte produziert. Zu seinen preisgekrönten Filmen zählt u.a. PAPER DOLLS, der 2006 auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin bspw. mit dem Teddy Award sowie dem Panorama Publikumspreis ausgezeichnet wurde.

Auch MR. GAGA räumt bei internationalen Filmfestivals ab: Im Rahmen des SOFIA INTERNATIONAL FILM FESTIVALs wurde MR. GAGA als BESTER DOKUMENTARFILM prämiert, zudem mit dem STEFAN JARL INTERNATIONAL DOCUMENTARY AWARD des TEMPO DOCUMENTARY FILM FESTIVAL sowie mit dem PUBLIKUMSPREIS des SXSW FILMFESTIVALs ausgezeichnet. Zudem entwickelt sich auch sein neuester Dokumentarfilm WHO'S GONNA LOVE ME KNOW? zu einem Publikumsliebling und erhielt Anfang des Jahres bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin (2016) den Publikumspreis in der Sektion Panorama.

---

Ohad Naharin

Ohad Naharin wurde 1952 im Kibbutz Mizra geboren, 1974 begann er eine Tanzausbildung bei der „Batsheva Dance Company“ in Tel Aviv. Während seines ersten Jahres bei der Company erkannte die Choreographin Martha Graham sein Talent und lud ihn daraufhin nach New York ein, um sein Studium an der „School of American Ballet“ fortzuführen. Es folgte eine Weiterbildung an der „Juilliard School“, zudem konnte Naharin seine Technik durch Meisterlehrer wie Maggie Black oder auch David Howard verfeinern. International trat Naharin mit der israelischen „Bat-Dor Dance Company“ sowie bei Maurice Béjarts „Ballet du XXe Siècle“ in Brüssel auf.

1980 kehrte er zurück nach New York, wo er sein Debut als Choreograph am Kazuko Hirabayshi Studio feierte. Im gleichen Jahr gründete der außergewöhnliche Choreograph und Tänzer mit seiner Frau Mari Kajiwara die „Ohad Naharin Dance Company“, die von 1980 bis 1990 in New York sowie international mit großem Erfolg auftrat.

Mit dem Wachstum seiner Bekanntheit sowie seines Könnens erhielt Naharin Aufträge von weltbekannten Compagnien, darunter „Batsheva“, die „Kibbutz Contemporary Dance Company“ sowie das „Nederlands Dans Theater“. Seit 1990 ist Naharin Leiter und kreativer Kopf der „Batsheva Dance Company“.

Naharins Frau Mari Kajiwara verstarb 2001, eine Ehe mit der Batsheva-Tänzerin Eri Nakamura sowie die Geburt einer Tochter folgte.

Naharins unwiderstehliches choreografisches Handwerk und sein kreatives, äußerst strukturiertes Bewegungsvokabular haben ihn zu einem beliebten Gast-Künstler in verschiedensten Tanzgruppen auf der ganzen Welt gemacht. Neben seiner Bühnenarbeit wurde Naharin zudem durch seine neue und innovative Tanztechnik und Bewegungssprache namens „Gaga“ bekannt, die er nach einer schweren Rückverletzung entwickelte.

„Gaga“ legt großen Wert auf die Erforschung von Empfindungen und die Verfügbarkeit von Bewegungen, und wird als primäre Trainingsmethode für die Tänzer von Batsheva gelehrt. Unter Tänzern weltweit erfreut sich dieser besondere Tanzstil großer Beliebtheit, spricht eine breite Öffentlichkeit in Israel, den USA, Europa und Australien an, wo regelmäßig offene Kurse angeboten werden.

Für seinen bereichernden Beitrag auf dem Gebiet des Tanzens wurde der israelische Künstler bereits mit vielen Preisen und Auszeichnungen geehrt.

16:55 11.05.2016

Film der Woche: Weitere Artikel


Gemeinsamer Weg

Gemeinsamer Weg

Zum Film Der Grundstein zur Entstehung dieses Films wurde bereits vor über 20 Jahren gelegt, als Regisseur Tomer Heymann erstmals eine Aufführung der Batsheva Dance Company sah
Alltag und Ästhetik

Alltag und Ästhetik

Einblicke Das Medium des Tanzes hat in Israel – wie selbstverständlich alle anderen Künste auch – neben einem ästhetischen auch oft einen politischen Anspruch. Versuch einer Sammlung zum Thema
Ganz nah dran

Ganz nah dran

Netzschau Kritiken aus dem Netz: "Wer so lange mit der Kamera begleitet wird, agiert irgendwann, als sei keine Kamera da – dies macht den Film unter anderem so glaubwürdig, so faszinierend."