Detail und Ganzes

Netzschau Rezensionen aus dem Netz: "Pasolini vertraut in seinem liebevollen, wunderschönen Film auf kleine Gesten und unauffällige Symbolik, und streift trotzdem große Themen unserer Gesellschaft."
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Foto: Piffl Medien

Grandioser Glücksfall

"Diese poetische Ode an die Zerbrechlichkeit des Lebens ist ein Triumph der Menschlichkeit und ein grandioser Glücksfall fürs Kino, ein delikates und großes Geschenk. Der britische Charakterdarsteller Eddie Marsan spielt den Verlorenen in großer Zurückhaltung mit einer rückhaltlosen Hingabe, und bringt beim überraschenden und gefühlvollen Ende den Zuschauer zu Tränen. Nicht weil es so traurig ist, sondern so wunderschön." BR.de

Unverhoffte Entdeckungen

"Nach vielen Nebenrollen ist die Rolle des Mr. May endlich eine Hauptrolle für Eddie Marsan. Er trägt den Film mit stillem Understatement. Seine Einsamkeit erzählt von einer existenziellen Einsamkeit, die wir alle teilen. 'Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit', der 2013 in Venedig ausgezeichnet wurde, ist ein Film der leisen Töne und unverhofften Entdeckungen. Am Ende findet Mr. May nach allen Umwegen sogar etwas wieder, was er schon lange verloren hatte: die Lust am Leben." 3sat.de

Gesten und Themen

"Regisseur Uberto Pasolini – übrigens kein Nachkomme seines Namensvetters, dafür aber Neffe von Visconti – vertraut in seinem liebevollen, wunderschönen Film auf kleine Gesten und unauffällige Symbolik, und streift trotzdem große Themen unserer Gesellschaft. Vereinsamung, Effizienzwahn und  Tod – vor allem aber feiert er rührend und mit feiner Kraft das Leben." NDR.de

Ethnografische Sorgfalt

"Monatelang recherchierte Pasolini im Bestatter-Milieu, und seine Behauptung, kaum etwas in seinem Film sei 'vollständig erfunden', ist absolut glaubhaft. Die ausgeleierten Unterhosen, die in den Wohnungen, aus denen die Leichen soeben fortgeschafft wurden, auf Wäscheständern oder über der Heizung hängen; oder die ins Bild gehaltene Geburtstagspostkarte, die eine einsame Alte an sich selbst schrieb, unterzeichnet mit dem Pfotenabdruck ihrer Katze – realistischer, ja, man möchte fast wagen: realer geht’s nicht." Tagesspiegel Online

Geht aber doch

"Todesfälle, anonyme Bestattungen, schon zu Lebzeiten vergessene Menschen, die erst Wochen nach ihrem Ableben gefunden werden? Und das Ganze soll auch noch ein Gutelaunefilm sein? Geht doch gar nicht. Geht aber doch. Denn 'Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit' kommt aus England, dem einzigen Land, das den schwarzen Humor so kultiviert hat, dass die Abgründe offen klaffen und die Balance trotzdem stets gewahrt bleibt. Man darf sich deshalb nicht von seinen Abwehrmechanismen leiten lassen. Sonst läuft man Gefahr, einen der anrührendsten Filme der letzten Zeit zu verpassen." Berliner Morgenpost

20:14 03.09.2014

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