Liebe im Verborgenen

Zum Film Eine poetische Reise zweier Herzen durch die 15 Millionen-Seelen-Stadt Mumbai: Tara und Amar leben in Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie sind sich der Unmöglichkeit einer Beziehung – scheinbar – bewusst, aber die Liebe ist zu stark
Liebe im Verborgenen
Amar (Neeraj Kabi) und Tara (Shefali Shah) beim gemeinsamen Kochen

Foto: Arsenal Filmverleih

Tara, die verwitwete Mutter zweier erwachsener Kinder, führt ein kleines Restaurant. Der berühmte Filmstar Amar ist einer ihrer Kunden, dem sie täglich Mahlzeiten ausliefert. Tara hat ihn bisher nur auf der großen Leinwand gesehen – persönlich haben sie sich noch nicht getroffen. Ein zufälliges Telefongespräch wird zum Ritual zwischen den beiden, und sie verbringen Stunden am Telefon, ohne den Mut für ein Treffen zu finden. Beide sind sich der Unmöglichkeit einer realen Beziehung bewusst und haben Angst davor, die um sich ge- zogenen Schutzwälle zu erweitern. So leben sie in ihren jeweiligen sicheren Sphären. Bis sich Amar eines Tages aufmacht, Tara zu treffen ... Was folgt, ist die poetische Reise zweier einsamer Herzen durch die 15 Millionen-Seelen-Stadt Mumbai.

Anmerkungen des Regisseurs Kanwal Sethi

„Heute sind wir stärker denn je miteinander verbunden und mit einer phänomenalen Technologie ausgestattet, die diese Verbindungen sichert und dennoch gibt es schockierenderweise ein epidemisches Ausmaß an Einsamkeit in allen Gesellschaftsschichten und Teilen der Welt. Mumbai unterscheidet sich da nicht von New York oder Berlin.
„Once Again – Eine Liebe in Mumbai" ist der Versuch, dieses Gefühl der Einsamkeit in all ihren verschiedenen Facetten im modernen Indien einzufangen.
Der Film erzählt die Geschichte einer unabhängigen Frau aus der Mittelschicht, die nach dem Tod ihrer Mannes versucht, eine starke und liebevolle Stütze für sich und ihre Kinder zu sein, ganz allein. Er handelt von einem Mann, der sich alle materiellen Wün- sche erfüllt und ein unglaubliches Karrierehoch erreicht hat und dennoch unfähig ist, Liebe oder Glück in seinem Leben zu erhalten. Meine ersten Gedanken galten der Atmosphäre des Films; es sind der Alltag dieser beiden einsamen Seelen und die banalen Details, die uns unser eigenes Alleinsein und unsere Sehnsucht nach mensch- lichem Kontakt vor Augen führen. Einsamkeit ist ein Gefühl, ein Gemütszustand, eine Situation, eine Stimmung. Einerseits kann sie eine persönliche Hölle sein, die Millionen von innen heraus verschlingt, anderseits können soziale und wirt- schaftliche Faktoren Menschen in Situationen bringen, in denen Einsamkeit die einzige Option ist. „Once Again – Eine Liebe in Mumbai" ist mein Versuch, die Spannung zwischen diesen beiden Aspekten auszuloten."

08:49 16.05.2019

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