Grenzgänger

Netzschau Kritiken aus dem Netz: "'Shirley – Visionen der Realität' ist ein höchst ungewöhnlicher, aber faszinierender Balanceakt auf der Grenzlinie zwischen Kino und bildender Kunst."
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Reizvolles Experiment

"Bei Gustav Deutsch lernen die Bilder jetzt laufen. Der österreichische Regisseur hat 13 Gemälde Hoppers in die Dreidimensionalität überführt und setzt darin die Menschen in Bewegung. (...) Sein formal sehr strenges Experiment, bei dem die Kameraeinstellungen vor allem in der Totalen gewählt sind, zieht seinen Reiz nicht zuletzt aus der außergewöhnlich exakten Reproduktion der Hopper-Gemälde, die ohne jegliche Digitalisierung auskommt." Stern.de

Neuer Horizont

"Von einer Reflexion der einen über die andere Kunst, das scheint offensichtlich zu sein, kann da eigentlich kaum die Rede sein. Vielmehr stehen sie ständig in Kommunikation, tauschen sich aus, durchdringen und befruchten einander und stecken den Rahmen ab, innerhalb dessen sich Shirley bewegt. Dadurch tut sich ein neuer Horizont im Austausch der Künste auf: die Performanz, die Techniken der Körperbewegung." Critic.de

Fortführung

"Es sind Hoppers bekannteste Bilder, wenn auch die richtig ikonischen nicht dabei sind. 'Tableaux vivants' nannte man die Nachstellung von Malerei und Plastik, als sie Ende des 18. Jahrhunderts aufkam, ein vorkinematographisches Vergnügen – und mit dem Begriff 'Lebende Bilder' haben die Zeitgenossen auch den frühen Film zu beschreiben versucht. Aber Deutsch, der einzelne Tableaux auch schon als Installation präsentierte, stellt nicht nur nach, er interpretiert, er führt fort." epd film

Reflexion und Hommage

"Deutschs Film ist alles andere als Massenware. 'Shirley' ist ein anregender Experimentalfilm. Eine kulturkritische Reflexion der amerikanischen Moderne aus westeuropäischer Perspektive. Und zugleich eine einzigartige Hommage an einen großen Künstler des 20. Jahrhunderts. Hopper-Freunde werden dieses künstlerische Kleinod liebevoll in ihr Herz schließen." Leipziger Internet Zeitung

Kongeniales Anknüpfen

"Diese Art von 'Erzählen' unterscheidet sich radikal von fast allem, was sich normalerweise mit einer filmischen 'Geschichte' verknüpft. Die Stärke von 'Shirley – Visionen der Realität' liegt daher nicht in dem roten Faden, der Bilder wie 'Room in New York' mit 'Hotel Lobby' oder 'Morning Sun' verknüpft. Sie liegt in dem kongenialen Anknüpfen an die Stimmung in Hoppers Bildern, die zwischen Melancholie und Schönheit, Entfremdung und Sehnsucht changiert. Und in dem Assoziationsraum, der sich durch die Konfrontation mit Shirleys Weltsicht sowie mit philosophischen und literarischen Zitaten öffnet." Cinetastic.de

Geglücktes Wagnis

"Der Österreicher Gustav Deutsch hat es gewagt, die melancholisch-verrätselten Bilder Edward Hoppers in einen Kinofilm zu verwandeln. Es ist ihm geglückt." Zeit Online

19:51 17.09.2014

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Alt und neu

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Synopsis Die Gemälde Edward Hoppers haben immer wieder als Inspiration für Filmschaffende gewirkt. Der Ansatz von "Shirley" allerdings ist eine gänzlich neue Form der Auseinandersetzung
Beide Seiten

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Biographien Gustav Deutsch ist sowohl Filmemacher wie auch Künstler. Mit den Wechselwirkungen verschiedener Medien setzt er sich bereits seit den 1980er Jahren in Theorie und Praxis auseinander
Zweiter Blick

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Einblicke Das Schaffen Hoppers als eine Chronik der US-amerikanischen Moderne zu betrachten, ist die gängigste Interpretation seines Werks. Ob sie ihm restlos gerecht wird, ist eine andere Frage