Film der Woche

Sibel

Sibel

Die 25-jährige Sibel ist seit ihrer Geburt stumm. Sie verständigt sich mit der traditionellen Pfeifsprache der Region. Von den anderen Dorfbewohnern ausgestoßen, jagt sie unablässig einen Wolf, der im benachbarten Wald herumstreunen soll. Dabei trifft sie auf einen Deserteur. Verwundet und bedroht ist er der Erste, der sie mit anderen Augen sieht
Sibel

Sibel

Die 25-jährige Sibel ist seit ihrer Geburt stumm. Sie verständigt sich mit der traditionellen Pfeifsprache der Region. Von den anderen Dorfbewohnern ausgestoßen, jagt sie unablässig einen Wolf, der im benachbarten Wald herumstreunen soll. Dabei trifft sie auf einen Deserteur. Verwundet und bedroht ist er der Erste, der sie mit anderen Augen sieht

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Eine ungewöhnlich starke Frauenfigur

Eine ungewöhnlich starke Frauenfigur

Zum Film Kuşkö, Türkei: Stumm und von der Dorfgemeinschaft ausgestoßen, lebt Sibel mit ihrem Vater und ihrer Schwester in den Bergen der Türkei. Mit der Pfeifsprache der Region jedoch kann sich die junge Frau verständigen und gibt sich nicht auf

Ein einzigartig empfindsames Ensemble

Ein einzigartig empfindsames Ensemble

Biografie In "Sibel" haben die beiden Regisseure erstmals mit professionellen Schauspielern gearbeitet, die sie jedoch in einer sehr realistischen Umgebung und mit vielen Laiendarsteller*Innen haben spielen lassen - um die Reinheit der Begegnungen zu wahren

Begegnungen wie Liebe auf den ersten Blick

Begegnungen wie Liebe auf den ersten Blick

Interview Die Regisseure Çağla Zencirci und Guillaume Giovanetti haben nach "Noor" und "Ningen" mit "Sibel" ihren dritten gemeinsamen Spielfilm realisiert. Das Geheimnis ihrer Zusammenarbeit? - "Die Tatsache, dass wir auch im wahren Leben ein Paar sind!"

Ein filmisches Plädoyer für die Emanzipation

Ein filmisches Plädoyer für die Emanzipation

Netzschau "Eine schnörkellose, verknappte Erzählweise, die gut zur archaischen Anmutung der Handlung und des Schauplatzes sowie zu den märchenhaften Bezügen passt."
Pfeifen

Pfeifen ist das Erzeugen vonTönenmithilfe vonLuft, die schnell durch einen Hohlraum mit kleiner Öffnung strömt und dort Turbulenzen erzeugt. DerMenschkann mit verschiedenen Methoden aus seinem Mund Pfeiftöne hervorbringen, die er zurmusikalischenBetätigung und in einigen Fällen auch zurKommunikationnutzt. Auch andere Lebewesen außer dem Menschen setzen das Pfeifen zur Kommunikation ein.

Die kurze Lautäußerung mittels Pfeifen wird „Pfiff“ genannt. Ein Pfiff kann auch aus einer künstlichenPfeifegegeben werden. Als Beispiel diene dieTrillerpfeifedesSchiedsrichtersbeim Sport. Andere Beispiele sind Pfiffe aus den Pfeifen vonLokomotivenundSchiffenoder durchDrucklufterzeugte Töne in Maschinen.

Menschliche Pfeifmethoden

Labiales Pfeifen

Bei dieser wohl bekanntesten und gebräuchlichsten Pfeifmethode werden dieLippenzu einem kleinenOgeformt. Die Zungenspitze wird leichtgerolltund für höhere Töne von hinten gegen die Unterlippe geschoben, für tiefere Töne weiter nach hinten und unten bewegt. Beim Ausstoßen oder Ansaugen von Luft bilden sich in diesem Bereich Luftwirbel. DieMundhöhlewirkt hierbei alsHelmholtz-Resonator. Durch leichte Veränderungen der Positionen derZungeund desUnterkieferskann dieFrequenzund damit dieHöhedes entstehendenTonsreguliert werden, dieLautstärke(Intensität) wird über die Stärke des Saugens bzw. Blasens gesteuert. DieStimmlippenimKehlkopfsind an der Schallerzeugung nicht beteiligt.

Labiales Pfeifen ist die physikalisch am besten verstandene Methode. SchonJohn William Strutt, 3. Baron Rayleigh(1842–1919), erkannte in seinem WerkTheory of Sound(1894–1896), dass der Ton nicht durchVibrationder Lippen entstehen kann, indem er sich im Selbstversuch eine nicht zu Vibrationen fähige Holzröhre zwischen die Lippen presste und auch hierdurch zu pfeifen imstande war.
Beim Lippenpfeifen lassen sich nur vergleichsweise niedrige Lautstärken erzeugen. Das erreichbare Frequenzspektrum erstreckt sich normalerweise über etwa zweiOktaven. Labiales Pfeifen unterscheidet sich grundlegend von anderen Pfeifmethoden, da es die einzige Methode ist, die auch mit Ansaugen von Luft funktioniert.

Fingerloses, nichtlabiales Pfeifen

Beim nichtlabialen Pfeifen entsteht der Pfeifton nicht bei den Lippen, sondern weiter innen im Bereich von Zunge, Zähnen und hartem Gaumen. Die Lippen sind nicht primär beteiligt und müssen deshalb auch nicht zu einem engen O geformt werden. Sie sind verhältnismäßig entspannt geöffnet, so dass das Pfeifen fast „unsichtbar“ ist.
Bei einer von mehreren Methoden wird die Zungenspitze gegen die Kante der oberen Schneidezähne gepresst, während die recht weit ausgebreiteten, eng an den Schneidezähnen anliegenden Lippen eine schmale Öffnung freilassen, durch die die Luft ausströmen kann. Man kann auch alternativ die Zunge an den harten Gaumen anlegen und nur eine enge Öffnung (einen Luftkanal) freigeben, durch den der Pfeifton erzeugt wird.

Eine andere – schwieriger zu erlernende Methode – besteht darin, die Zunge in eine stabile Position zu bringen (ähnlich wie beim Fingerpfeifen) und die Luft stark gepresst auszustoßen. Man erreicht ähnliche Lautstärken wie beim Fingerpfeifen. Ein Vorteil dieser Methoden ist, dass man keine Finger in den Mund stecken muss und die Hände frei behält.

Eine hohe Kunstfertigkeit und gutes Training erfordert das zweistimmige Pfeifen (zum Beispiel im Terz-Intervall) nur eines Pfeifers. Die Zunge wird zum Mund herausgestreckt, so dass auf beiden Seiten ein Zwischenraum zwischen Zunge und Mundwinkel bleibt. Der Luftstrom geht durch die Zähne und die Töne werden durch Spannung von Wange und Zunge variiert.

Pfeifen auf Fingern

Pfiffe lassen sich mit Hilfe von zwei Fingern (Zeige- und Mittelfinger, Zeigefinger und Daumen) oder durch das paarige Nutzen von je zwei und zwei Fingern (Zeige- und Mittelfinger zusammen, Ring- und kleiner Finger zusammen) nach viel Training erzeugen, indem zusammen mit passender Zungenstellung zwei enge Spalten für die scharf ausgestoßene Atemluft entstehen.
Eine Möglichkeit ist es, Daumen und Zeigefinger einer Hand zu einem Ring zu formen, die Zunge bei halbgeöffneten Lippen von unten, nach hinten, oben zu schieben und schließlich kräftig durch die entstandene Öffnung auszuatmen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass keine Luft zwischen den Fingern und den Mundwinkeln entweicht.

Das Pfeifen mit vier Fingern erfolgt nach dem gleichen Prinzip, wobei die Zunge auf ähnliche Weise mit beiden Zeige- und Mittelfingern verschoben wird. Diese Finger erfüllen damit die gleiche Funktion wie zwei zu einem Ring geformte Finger. Die Methode mit vier Fingern ist jedoch etwas einfacher.
Auch mit nur einem Finger lassen sich Pfiffe erzeugen. Hierdurch wird extrem lautes Pfeifen ermöglicht, Töne mit einer Lautstärke von über 100 dB(A) sind problemlos möglich

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Sibel | Trailer

Video Trailer zum Film "Sibel", der in Locarno bei den Filmfestspielen seine Weltpremiere feierte. Ein Film über die Stärke und den Willen nach Ansehen einer jungen Frau, die wegen ihrer Andersartigkeit von der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen wird.


Sibel | Szene

Video Die Begegnung von Ali ( Erkan Kolçak Köstendil) verändert Sibels (Damla Sönmez) Selbstwahrnehmung. Wenn die Außenseiterin auch scheinbar auf ständigem Konfrontationskurs zu sein scheint, so sehnt sie sich doch eigentlich nach Nähe und Zuneigung


Sibel | Interview

Video Pressekonferenz mit der Hauptdarstellerin Damla Sönmez und den Regisseuren Çagla Zencirci, Guillaume Giovanetti im Rahmen der Filmfestspiele in Locarno 2018


Sibel | Kommunikation

Video Szene aus dem Film "Sibel" mit Damla Sönmez in der Hauptrolle, sowie Erkan Kolçak Köstendil als Ali. Eindrucksvoller Gebrauch der traditionellen Sprache der Region um Kuşkö in der Türkei, bei der ausschließlich mit Pfeiflauten kommuniziert wird