Promised Land

Zum Film Mit dem Rolls Royce von Elvis durch ein gespaltenes Land. Auf seiner Reise trifft Regisseur Jarecki Prominente und spricht mit ihnen über die Lage Amerikas. Genau wie Elvis, scheint auch Amerika an seiner eigenen Gier unterzugehen
Promised Land
An der Gier nach Macht und Geld ist Elvis Presley endgültig untergegangen - droht das auch den USA?

Foto: Arsenal Film 

Mitten im US-Wahlkampf 2016 macht sich Autor und Regisseur Eugene Jarecki auf die Reise durch Amerika. Mit dem alten Rolls Royce von Elvis Presley will Jarecki herausfinden, warum das Land gespalten und was die Menschen in die Arme von Donald Trump getrieben hat. Was das mit dem Leben von Elvis zu tun hat?

Aufgewachsen im tiefen Süden, von Armut geprägt hat der Sänger sich langsam aber sicher hochgearbeitet. In Memphis ist Elvis überwältigt von der Musik des Gospel und Rythm and Blues. Er selber mischt diese Musik mit Country und Bluegrass und prägt damit den Rock'n'Roll für immer. Doch damit hat er sich auch die Musik seiner afroamerikanischen Mitbürger angeeignet, die er als weißer Amerikaner besser verkaufen kann. Später kommt Elvis über New York nach Hollywood und wird zur Ikone für Amerika. Doch Ruhm, Macht und Geld bereiten seinen Untergang vor und richten ihn zu Grunde.

Jarecki will diese Lebensgeschichte mit der politischen Lage Amerikas verbinden und lädt dafür Prominente und alte Weggefährten des King of Rock ein, um in seinem alten Auto über Trump, Amerika und die Welt zu sprechen. Was trieb Elvis auf seinem Gang nach ganz oben? Wie kam er dahin? Und in was für einem Land war sein Aufstieg möglich? 

Die Geschichte des King of Rocks ist auch eine Geschichte Amerikas - seiner gespaltenen Gesellschaft, der Unterhaltungsindustrie und des amerikanischen Traums. Einer Legende, die immer noch Triebfeder für viele ist, die versuchen mit harter Arbeit aufzusteigen. Doch das aktuelle Amerika zeigt eher das Gegenteil: Wer hart arbeiten muss, hat kaum Chancen aufzusteigen. Der 'Rust Belt' hat in den USA fast einstimmig Donald Trump gewählt und damit seinem Frust Ausdruck verschafft. 

Was erst nach einem Roadmovie klang, entpuppt sich somit schnell zu einer Dokumentation, die es schafft die Stimmung in einem gespaltenen Land einzufangen. Von Mississipi über New York bis Kalifornien fängt Regisseur Jarecki Stimmen ein und liefert somit ein umfassendes Bild von Amerika. Auf seiner Reise trifft Jarecki an zahllosen Orten auf Mitreisende, manche prominent, andere nicht, die in dem Auto über Elvis und Amerika reden: eine Parallelaufnahme über den Aufstieg des Sängers und Abstieg seines Landes. So wie Elvis sich verführen lässt und an dem Giftcocktail von Geld und Machtgier zugrunde geht, wird auch das Land vom Raubtierkapitalismus ausgehöhlt, in dem ein Spielkasinobesitzer und Reality-TV-Star mit bislang unerreichter Vulgarität das Präsidentenamt innehat und auftritt wie ein Monarch.

Zu den Prominenten gehören Ethan Hawke, Mike Myers, Chuck D, Ashton Kutcher, Dan Rather, James Carville, Emmylou Harris und Alec Baldwin. Dazu kommen musikalische Auftritte von Emi Sunshine and the Rain, John Hiatt, M. Ward, Immortal Technique, Loveful Heights u.v.m.

17:23 18.04.2018

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