Medium und Faszination

Biographien Richard Raymond schnupperte bereits im Alter von 15 Jahren erste Filmluft und wirkte seitdem an diversen Produktionen mit. "Wüstentänzer" jedoch ist seine erste Arbeit als Regisseur
Medium und Faszination
Foto: Senator Film

Regie/Produktion

Richard Raymond

Der Brite Richard Raymond erhielt schon als 15-Jähriger erste Einblicke in die Filmproduktion, nachdem er sich an den Sicherheitsleuten vorbei in die berühmten Pinewood Studios geschlichen hatte. Bald war er ein gern gesehener Gast und durfte hinter den Kulissen von DER SOHN DES ROSAROTEN PANTHERS ("Son of the Pink Panther") von Blake Edwards, DER GEHEIME GARTEN ("The Secret Garden") von Agnieszka Holland, Richard Attenboroughs SHADOWLANDS – EIN GESCHENK DES AUGENBLICKS ("Shadowlands", alle 1993), MARY SHELLEY'S FRANKENSTEIN ("Frankenstein") von Kenneth Branagh, Neil Jordans INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR ("Interview with the Vampire", beide 1994) und DAS FÜNFTE ELEMENT ("The Fifth Element", 1997) von Luc Besson mit anpacken. 2009 produzierte Richard Raymond den Fantasythriller HEARTLESS ("Heartless") mit Jim Sturgess, der mit diversen Festivalpreisen ausgezeichnet wurde. WÜSTENTÄNZER ist seine erste Regiearbeit.

Die Schauspieler

Reece Ritchie (Afshin Ghaffarian)

Reece Ritchie wurde auf der Bühne des Soho Theatres in London von einer Casting-Agentin entdeckt. Eine Woche später lud sie ihn zum Vorsprechen für Roland Emmerichs 10.000 B.C. ("10,000 BC", 2008) ein. Ritchie bekam seine erste Kinorolle und stand als Moha sechs Monate in Neuseeland und Afrika vor der Kamera. 2009 war er mit gleich zwei Filmen beim Toronto International Film Festival vertreten: Peter Jacksons IN MEINEM HIMMEL ("The Lovely Bones") und dem Kriegsdrama TRIAGE ("Triage") mit Colin Farrell. In PRINCE OF PERSIA: DER SAND DER ZEIT ("Prince of Persia: The Sands of Time", 2010) war Ritchie an der Seite von Jake Gyllenhaal und Ben Kingsley zu sehen.

Es folgte die Hauptrolle in der Komödie HOCHZEITSNACHT MIT HINDERNISSEN ("All in Good Time", 2012) von Nigel Cole. Zuletzt hat Reece Ritchie unter der Regie von Brett Ratner HERCULES (2014) abgedreht. Zu seinen Theaterarbeiten zählen der Puck in Peter Halls gefeierter Inszenierung von "Ein Sommernachtstraum" in Londons West End mit Judi Dench als Titania.

Freida Pinto (Elaheh)

Freida Pinto arbeitete erfolgreich als Model in Mumbai, bevor sie als Latika in SLUMDOG MILLIONÄR ("Slumdog Millionaire", 2008) ihr Kinodebüt gab. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen erntete der Film acht Oscars und vier Golden Globes. Pinto selbst war als Beste Nebendarstellerin für einen BAFTA nominiert und konnte gemeinsam mit ihren Kollegen den Screen Actors Guild Award für das Beste Ensemble entgegennehmen.

In ICH SEHE DEN MANN DEINER TRÄUME ("You Will Meet a Tall Dark Stranger", 2010) zählte sie zum Starensemble um Naomi Watts, Anthony Hopkins und Antonio Banderas. Woody Allens Komödie feierte bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes Premiere. 2011 war Pinto neben James Franco in PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION ("Rise of the Planet of the Apes"), dem erfolgreichen Reboot der Sci-Fi-Saga, zu sehen und trat als Priesterin Phaedra im Fantasy-Spektakel KRIEG DER GÖTTER ("Immortals") sowie als Prinzessin Lailah in dem Abenteuer BLACK GOLD ("Black Gold") auf.

Tom Cullen (Ardavan)

Tom Cullens Schauspielkarriere begann 2009 mit dem BBC-Kurzfilm "20 Questions", für den er einen IMS Award als Bester Darsteller erhielt. 2010 stand der gebürtige Waliser am Bristol Old Vic, dem National Theatre Wales und mit der Nabokov Theatre Company auf der Bühne. Der Durchbruch kam mit dem Kinodrama WEEKEND ("Weekend", 2010) von Andrew Haigh, das mit mehreren Festivalpreisen ausgezeichnet wurde.

Bei den British Independent Film Awards wurde Cullen 2011 zum Besten Newcomer und beim Nashville Film Festival zum Besten Schauspieler gekürt. Die Kritikervereinigung London Critics Circle nominierte ihn darüber hinaus als Britischen Schauspieler des Jahres; das Branchenblatt Screen International nahm Cullen in seine Liste der 'Stars von morgen' auf. Seit 2013 zählt er als Lord Gillingham zum Ensemble der Seriensensation "Downton Abbey". Auf der Leinwand war Tom Cullen zuletzt in dem Sci-Fi-Thriller THE LAST DAYS ON MARS (2013) mit Liev Schreiber zu sehen.

Makram J. Khoury (Mehdi)

Makram J. Khoury war seinerzeit der jüngste Künstler und zugleich der erste Araber, der den Israel Prize erhielt – die höchste Ehrung des Staates. Khoury zählt auch international zu den angesehensten Schauspielern Israels. Seit 35 Jahren ist er auf der Bühne sowie in Film und Fernsehen präsent. Khourys Darstellungen sind stets subtil, eindringlich und vielseitig, da er viele Widersprüche in sich vereint.

Er wurde 1945 als Sohn palästinensischer Eltern griechisch-orthodoxen Glaubens in Jerusalem geboren. Während des Arabisch-Israelischen Krieges 1948 flüchtete die Familie in den Libanon. Nachdem Makrams Vater, von Beruf Anwalt, fünf Monate arbeitslos gewesen war, entschloss er sich, trotz aller Risiken nach Israel zurückzukehren, anstatt weiter in einem Flüchtlingscamp zu leben. Nach seinem Schulabschluss 1963 schrieb sich Makram an der Hebräischen Universität Jerusalem ein, brach sein Studium jedoch ab, um Schauspieler zu werden. Er nahm zunächst Unterricht bei der Amerikanerin Jacqueline Kronberg, die bereits mit Mitgliedern der renommierten Comedy-Schmiede Second City in Chicago und einer arabischen Theatergruppe in Haifa gearbeitet hatte.

Die Schauspielschule besuchte Makram J. Khoury schließlich in England. Zurück in Israel erhielt er zwar Engagements am Cameri Theatre und dem Haifa Theatre, konnte nach entsprechendem Stimm- und Sprachunterricht aber nur auf Hebräisch spielen: Zu dieser Zeit existierten lediglich arabische Amateurgruppen, keine anerkannten Bühnen. Die zweite Intifada vertiefte Khourys Identitätskrise noch, doch durch die Schauspielerei fand er schließlich seinen inneren Frieden als Israeli und Araber.

Auf den Bildschirmen war er zuletzt in dem Vierteiler "Die Husseins – Im Zentrum der Macht" (2008) zu erleben, auf der Leinwand als Imam in der Bestsellerverfilmung DER MEDICUS ("The Physician", 2013). Für seine Hauptrolle in der Tragikomödie MAGIC MEN (2014) kürte die Israelische Filmakademie Makram J. Khoury zum Besten Darsteller.

Marama Corlett (Mona)

Marama Corlett trat mit dem Ballet 'Russe de Malte' in ihrer Heimat Malta auf und setzte ihre Tanzausbildung in England fort. Ihre erste Filmrolle übernahm sie in Lee Tamahoris Thriller THE DEVIL'S DOUBLE ("The Devil's Double", 2011) an der Seite von Dominic Cooper als Doppelgänger von Saddam Husseins sadistischem Sohn. Im gleichen Jahr stand sie in London an der Seite von Keira Knightley, Ellen Burstyn und Elisabeth Moss in "Infam" auf der Bühne. 2012 war Marama Corlett in der TV-Serie "Sindbad" zu sehen. Zuletzt stand sie für das Fantasy- Märchen MALEFICENT – DIE DUNKLE FEE ("Maleficent", 2014) mit Angelina Jolie vor der Kamera.

Bamshad Abedi-Amin (Mehran)

Bamshad Abedi-Amin sammelte mit der preisgekrönten Londoner Theaterkompanie Roundhouse, am Royal Court, Contact sowie Pleasants Theatre und dem Hackney Empire erste Schauspielerfahrungen. Ab 2010 folgten Auftritte in den britischen TV-Serien "Taggart", "Holby City" und "Doctors", bevor Abedi-Amin 2013 eine Hauptrolle in "My Mad Fat Diary" übernahm.

Inzwischen läuft die zweite Staffel der von der Kritik hochgelobten Comedy-Serie. 2012 legte Abedi-Amin zudem sein Debüt als Produzent und Kameramann vor: Die Boxer- Komödie BLOODY LIP wurde beim L.A. Comedy Festival mit dem Preis für das Beste Ensemble bedacht. In WÜSTENTÄNZER spielt Bamshad Abedi-Amin seine erste Kinorolle.

Nazanin Boniadi (Parisa Ghaffarian)

Nazanin Boniadi wurde 2011 einem breiten Publikum bekannt, als sie in der sechsten Staffel der Kultserie "How I Met Your Mother" die Rolle von Barneys (Neil Patrick Harris) Flamme Nora übernahm. 2013 war sie außerdem als CIA-Analystin Fara Sherazi in der vielfach preisgekrönten Serie "Homeland" zu sehen. Seit 2014 zählt sie neben Star Kerri Washington zum Ensemble von "Scandal". Nach ihrem ersten TV-Erfolg mit "General Hospital" wirkte Boniadi in hochkarätigen Kinoproduktionen wie DER KRIEG DES CHARLIE WILSON ("Charlie Wilson's War", 2007) von Mike Nichols, IRON MAN ("Iron Man", 2008) sowie 72 STUNDEN – THE NEXT THREE DAYS ("The Next Three Days", 2010) von Paul Haggis mit und spielte die Titelheldin in Ramin Niamis romantischer Komödie SHIRIN IN LOVE (2014).

Nazanin Boniadi, die in Teheran geboren wurde, ist Botschafterin von Amnesty International USA und engagiert sich gegen die unrechtmäßige Verurteilung und Drangsalierung iranischer Jugendlicher, Frauen und politischer Häftlinge.

Davood Ghadami (Basidsch-Anführer)

Davood Ghadami machte 2010 als Duncan Clark in der britischen Krimiserie "Taggart" auf sich aufmerksam. Seine zahlreichen TV-Rollen umfassen des Weiteren "Spooks – Im Visier des MI5", "Criminal Justice", "Doctor Who", "Silent Witness", "Life's Too Short" sowie "Skins – Hautnah". 2012/13 zählte er als Aran Chandar zum Ensemble der Serie "Doctors", ab 2013 gehörte er als Ramin Tehrani zur Besetzung der populären Krankenhaus-Serie "Casualty".

Sein Kinodebüt gab der Schauspieler in dem Fantasy-Spektakel JOHN CARTER: ZWISCHEN ZWEI WELTEN ("John Carter", 2012). Auf der Bühne war er als Amir in "13" am National Theatre in London zu erleben. Außerdem tritt Davood Ghadami regelmäßig am York Theatre Royal und dem Pilot Theatre auf.

Simon Kassianides (Sattar)

Simon Kassianides brach seine Schauspielausbildung an der Central School of Speech and Drama in London ab, als ihm eine Rolle in Tennessee Williams' Stück "Die Nacht des Leguan" angeboten wurde. Als Pedro erntete er hymnische Kritiken. Wenig später fiel er in der BBC-Dokumentation "Making It at Holby" auf.

Seitdem spielte Kassianides in Filmen wie EDGE OF LOVE – WAS VON DER LIEBE BLEIBT ("The Edge of Love", 2008), JAMES BOND 007 – EIN QUANTUM TROST ("Quantum of Solace", 2008), "Emily Brontë's Sturmhöhe" (2009) und "Smooch" (2011). 2010 produzierte er die Gangsterkomödie GEEZAS und übernahm selbst die Co-Regie sowie eine Hauptrolle. Der Film lief 2012 im Wettbewerb des Hollywood Film Festivals.

Für das Epidaurus Sommerfestival 2014 inszeniert Simon Kassianides "Ödipus" nach Sophokles und wird in Griechenland auch selbst als Titelheld auf der Bühne des weltberühmten antiken Epidaurus Theaters stehen.

16:48 03.07.2014

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