Wege zur Freiheit

Biografie „Yoga bietet eine moderne Form der Freiheit: dem Arbeiter vor der Maschine, dem Gefangenen in der Absurdität der Gefängniswelt, dem Kranken in der Leidenshölle. Wir sind alle Gefangene von irgendwas. Yoga liefert einen Zugang zur Freiheit.“ (S.H.)
Wege zur Freiheit
Yogi in San Quentin

Foto: Arsenal Filmverleih

Stéphane Haskell

Stéphane Haskell arbeitet seit 1991 als Fotojournalist bei der Agentur SIPA PRESS. Er erstellt Reportagen zu kulturellen und gesellschaftlichen Themen und arbeitet mit der Medienagentur CAPA zusammen an Dokumentationen und Langfilmen. Acht Jahre lang war Haskell Korrespondent in New York, wo er nach dem Filmstudium an der New York Film Academy seinen ersten Film „Beware of Pity“ drehte, inspiriert von Stefan Zweigs „Ungeduld des Herzens“, der für mehrere amerikanische Festivals ausgewählt wurde. Zurück in Frankreich kuratierte er aus Leidenschaft für Fotografie und Literatur das Buch „Portraits d‘Auteurs“ (Edition Telemachus), in dem 40 internationale Schriftsteller wie Norman Mailer, John Irving, Daniel Pennac oder Amelie Nothomb einen Charakter ihres Lieblingsbuches verkörpern und dazu in einem Text ihre Auswahl begründen. Der Veröffentlichung des Buches folgte eine Wanderausstellung quer durch Europa Hakell drehte mehrere Dokumentarfilme, darunter der berüchtigte „Tausend Sonnen“, in Indien auf den Spuren von Dominique Lapierre gefilmt, und „Die Stadt der Freude“ sowie „René de Obaldia: Le troubadour du théâtre“ für die Sammlung Emprentes France 5, „Die Straße der Entdecker im Arabien des 19. Jahrhunderts“, der im Louvre als Teil einer Ausstellung über vorislamische Kunst gezeigt wurde, ein Film über das Handwerk auf der ganzen Welt für eine UNESCO-Weltkampagne und kürzlich seinen Dokumentarfilm „Breathe: Yoga ein Hauch von Freiheit“ sowie das Buch „Atmen“ über das Heilen durch die Praxis des Yoga.

Thérèse Poulsen

Traumatherapeutische Yogalehrerin

Thérèse Poulsen, Yogalehrerin in Bali, hilft traumatisierten Kindern in Asien, die z. B. von einem Tsunami oder von Armut betroffen sind, wieder ins Leben zu finden. Sie gründete die Breath of Hope Association. Poulsen gab Stéphane drei Jahre lang Yogaunterricht im Zen-Zentrum Benediktushof in der Nähe von Frankfurt.

Corine Biria

Yogalehrerin nach Iyengar

Corine Biria leitet seit 1984 das Iyengar Yoga Zentrum in Paris. Sie hat eine DVD über die Philosophie des Yoga und die Reflektion des Bewusstseins vom gewöhnlichen Menschen zum Yoga-Bewusstsein zusammengestellt, herausgegeben von der französischen Iyengar Yoga-Vereinigung, und schrieb das zweisprachige Buch „Tales and Legends in Light on Yoga“, ebenfalls von der französischen Iyengar Yoga-Vereinigung herausgegeben. Ihre zahlreichen Aufenthalte seit 1983 bei B. K. S. Iyengar in Indien haben ihre Praxis in technischer, pädagogischer und therapeutischer Hinsicht bereichert. Kraftvoll, nachdrücklich und großzügig teilt sie ihr Wissen mit ihren Schülern. Ihre Liebe zu Yoga, ihr Ethos, ihre ständige Sorge um Präzision machen sie zu einer respektierten Lehrerin und ausgezeichneten Pädagogin.

Jean-Pierre Farcy

Rücken- und Gleichgewichtsspezialist

Dr. Jean-Pierre Farcy studierte an der Aix Marseille University. Zuerst als Volontär an den Krankenhäusern von Marseille, wurde er schließlich Leiter der Klinik. Farcy schrieb Doktorarbeit über Erkrankungen der Wirbelsäule. Er lehrte Orthopädie an der Universität Kolumbien, dann an der New York University mit einer brillanten internationalen Karriere. Dr. Farcy ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen, die sich der Wirbelsäule widmen. Er ist Mitautor mehrerer Lehrbücher und Mitglied von namhaften wissenschaftlichen Gesellschaften. 45 Jahre lang behandelte er Wirbelsäulenerkrankungen, von einfachen Rückenschmerzen bis zu dramatischsten Vorfällen. Diese Erfahrung ermöglichte es ihm, die Behandlungstechniken von Frakturen und großen Deformitäten der Wirbelsäule zu perfektionieren. Seine Sicht auf Yoga und insbesondere auf Iyengar Yoga und sein therapeutischer Beitrag zu großen Traumata, der Platz, den er auf dem Gleichgewicht als Gesundheitsmaßstab zumisst, machen ihn zu einem wichtigen Gesprächspartner, um uns über den Beitrag, den Yoga zur allgemeinen Gesundheit und zu Extremfällen im Besonderen beitragen kann, zu informieren. Er hat vor Kurzem das Buch „Ist das Gleichgewicht ein sechster Sinn?“ veröffentlicht.

Die Gefangenen von Saint Quentin

James Fox, US-amerikanischer Begründer des „Prison Yoga Project“, (Prisonyoga.com), setzt sich für eine weit gestreute Einführung von Yoga in Gefängnissen ein, um Gefangenen bei der Bewältigung ihres Stresses zu helfen und das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Fox arbeitet seit zehn Jahren im Gefängnis und bildet Yogalehrer aus, die dort unterrichten möchten. Er versucht ein Stipendiensystem zu schaffen, das Gefangenen hilft, Lehrer zu werden, und ihre Wiedereingliederung vorbereitet. Mit ihm besuchen wir Gefangene des Gefängnisses von Saint Quentin in Kalifornien. Sie erzählen uns von diesem Experiment und was es ihnen bringt.

Eric Small

Yoga und unheilbare Krankheiten

Mit 22 wird bei Erich Small, Mitglied der High Society in New England, Multiple Sklerose diagnostiziert. Small stößt durch Zufall auf das Yogi-Nachschlagewerk von B. K. S. Iyengar und überzeugte sich davon, dass er mit dieser Praxis seine Gesundheit verbessern kann. 1974 ging er zum Lehrertreffen an der University of California, Berkeley, zu einer Konferenz, und es macht „Klick“. Er findet dort eine vollständige Möglichkeit, sowohl seiner Krankheit als auch seiner Verzweiflung zu begegnen. In den 1980er-Jahren ging er nach Indien, um die dort vorhandenen therapeutischen Methoden genauer zu untersuchen. Klöpper. Nach seiner Rückkehr eröffnete er ein spezialisiertes Zentrum in Kalifornien in einer Abteilung der UCLA (Universität von Kalifornien in Los Angeles) für Patienten mit Multipler Sklerose. Er passte Iyengar Yoga an und hilft seither Hunderten von Patienten, besser mit ihrer Behinderung zu leben. Heute, fast 80 Jahre alt, gibt er seine Praxis weiter und hat seine Sklerose dank Yoga weiter im Griff.

Paige Elenson

Yoga in Kenia

Paige Elenson verließ 2005 die Welt der Wall Street, um sich in Nairobi niederzulassen und das Africa Yoga Project zu gründen, das Yoga in Kiberas Slums trainiert und lehrt (dem zweitgrößten Slum von Afrika nach Soweto). Mit den Opfern der Unruhen nach den Wahlen 2007 und im Langata-Frauengefängnis, wo AIDS weit verbreitet ist, hält sie einen Unterricht, dessen Wirkung von der Gemeinschaft gelobt wird – eine Integration, die von einer konservativen Gesellschaft nicht erreicht wurde. Traumatisierte Frauen, Slumjugendliche, „Ghetto Girls“: Sie finden durch Yoga die Hoffnung wieder, Ausgeglichenheit und oft einen Job. Paige brachte Yoga auch zu ihrer „Herzensfamilie“, den Massai. Am Fuße des Kilimandscharo baute sie mitten im Busch Schulen, in denen die Massai-Krieger die Rolle des Yogalehrers übernommen haben und Kinder und Menschen aus dem Dorf unterrichten. Heute praktizieren fast 40 000 Kenianer Yoga, und Paige Elenson rechnet mit einer Ausweitung ihres Verbandes auf andere afrikanische Länder.

B. K. S. Iyengar

Der letzte Meister

B. K. S. Iyengar wurde 1918 in Südindien geboren. Nachdem er mit 16 Typhus und Tuberkulose überlebt hatte, wurde er vom ersten der modernen Yogis, Sri Krishnamacharya, ins Yoga eingeweiht. B. K. S. Iyengar, ein Pionier des Yoga im Westen, wurde 96 Jahre alt. Er wurde vom Time Magazin unter die 100 einflussreichsten Menschen der Welt gewählt und gilt als einer der letzten „spirituellen Meister“ unserer Zeit. Er unterrichtete Prominente wie Yehudi Menuhin, der Yoga als „seine zweite Violine“ betrachtete, sowie Tausende von Lehrern, die seine Modernisierung und Verfeinerung des Yoga in jede Ecke der Welt gebracht haben. Viele halten ihn für den „Picasso“ des Yoga. Gleichzeitig wissenschaftlich und modern, hat er seine Kernthesen über Yoga in seinem Buch „Licht auf Yoga“, einer wahren Bibel für alle Lehrer und Schüler, zusammengefasst. Dieser Mann, der an zahllosen Orten auf der ganzen Welt verehrt wird, lebte in vollkommener Askese in seinem Heimatdorf in Indien, wo er immer ein Auge auf den Unterricht für Einheimische und Fremde hatte, die quer durch die Welt reisten, um ihn zu treffen.

10:20 12.06.2019

Film: Weitere Artikel


Kraft der Bewegung

Kraft der Bewegung

Zum Film Eine Dokumentation, die die Philosophie und Praxis von Yoga in all seinen Facetten zeigt. Der neue Film von Stéphane Haskell ist sowohl eine Hommage an die Meister, die die jahrtausendealte Tradition weitergeben, als auch an ihre modernen Vertreter
Berührende Dokumentation

Berührende Dokumentation

Interview Der Regisseur Stéphane Haskell über seine Heilung durch Yoga, das seinen durch die Lähmung in „Oben und Unten“ geteilten Körper wieder vereint hat, die Reise zu yogapraktizierenden AIDS-Patienten und MS-Erkrankten, in den Todestrakt und zu den Massai
Yoga für Alle

Yoga für Alle

Netzschau „In den kenianischen Slums bringt eine junge Yoga-Lehrerin taubstummen Kindern und Jugendlichen die wichtigsten Techniken bei. Die Gesichter der jungen Menschen, die bei den Übungen lachen und vor Freude strahlen, sprechen Bände [...]“

Yoga – Die Kraft des Lebens | Trailer

Video Offizieller Trailer zu Stéphane Haskells Dokumentarfilm „Yoga – Die Kraft des Lebens“, der am 13. Juni 2019 in die Kinos kommt


Yoga – Kraft des Lebens | B.K.S. Iyengar

Video Der indische Yoga-Lehrer (*1918 in Südindien) und Gründer des Iyengar Yoga in einem seiner letzten Interviews


Prison Yoga Project | Yoga Journal

Video Der Gründer des „Prison Yoga Project“ James Fox über seine Intentionen, Gefangenen Asanas und Yogapraktiken zu vermitteln und den Weg dorthin. Insassen sprechen über die positiven Effekte, wie Zuversicht und Gelassenheit, die die Praxis ihnen gibt


The Africa Yoga Project | Leah's Story

Video Ausschnitt aus einer Dokumentation zu dem von Paige Elenson gegründeten Africa Yoga Project. Elenson gibt Mädchen und Jungen aus ärmsten Familien mit Yoga eine Perspektive für die Zukunft