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Hardcover, gebunden

160 Seiten

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Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

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Viele Unternehmen versuchen, mit der Wahl Werbung zu machen. Bionade ruft die Bürger sogar dazu auf, sich selbst zu regieren. Limonadetrinken soll jetzt politisch sein

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Der Erfolg einer Werbekampagne misst sich durchaus auch an der Innovation, mit der Werbetreibende auf Umwelt und Zeitgeist reagieren. Dass sich die Parteien dabei wie gewohnt schwer tun, wird erfreulicherweise nur noch bis Samstag zu sehen sein. Wenn damit bloß auch die leidlichen Werbekreationen mit Bezug auf die Wahl ein Ende hätten. In die Liste derer, die in ihren Werbebotschaften auf die Bundestagswahl anspielen, reiht sich nach dem Zigarettenhersteller und dem Privatsender und seiner gelbe Cartoon‐Familie nun also auch das Lieblingsgetränk der aufgeklärten Bundesbürger ein: die Bionade. Ein weiteres Mal gibt sich der Getränkehersteller damit politikinteressierter, als man es sich von ihm wünschte.

Die Bionade, so warb man schon anlässlich des G8‐Gipfels in Heiligendamm 2007, sei „das offizielle Getränk einer besseren Welt“. Und noch immer treibt die Öko-Limonade auf der Woge des Bio‐ und Gesundheitswahns. Nun erklärt Bionade bundesweit auf überdimensionalen Plakaten: „Regiere dich selbst.“ Wie vom Puppenspieler in die richtige Ordnung gebracht, hängen die Buchstaben dabei an seidenen Fäden.

Bionade‐Geschäftsführer Peter Kowalsky sagt zur Kampagne: „Es geht uns hier nicht um Politik, es geht uns immer um eine Haltung – in Bezug auf die Menschen und ihrem Selbstwertgefühl. Das funktioniert nicht mit platten Werbesprüchen, sondern durch humorvolle, aber authentische Botschaften.“ Das hier hat also nichts mit Politik zu tun? Und dabei dachten wir bislang, dass es auch bei der Politik im Kern um Haltung in Bezug auf die Menschen ginge.

Unser Selbstwertgefühl, so will uns die Werbung sagen, steigern wir auch durch eigenmündige Entscheidungen im Kleinen. Der Griff zur Bionade – und schon waren wir mal wieder politisch aktiv. Das Unternehmen kaspert dem Betrachter dabei durch sein mediales Puppenspiel Selbstbestimmung vor, stellt es aber unter die Bedingung der Biolimo. Der Imperativ einer Werbebotschaft zur Selbstbestimmung mündet also zwangsläufig in einem Widerspruch. Würden die Plakate nicht so hoch hängen, wären Ad‐Buster wohl schon längst am Werk gewesen: Negiere dich selbst.

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