Alltag

Kampagnenkritik | 07.01.2010 15:00 | Jan Pfaff

Mit Essen spielt man doch!

Der Film "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" fantasiert eine Welt, in der Essen vom Himmel regnet. Die Werbekampagne dazu liefert die passenden Online-Spiele

Darauf muss man erstmal kommen: eine Maschine, die Wasser in Essen verwandelt und so Fleischbällchen vom Himmel regnen lässt. Genau das erfindet der Tüftler Flint Lockwood. Folgerichtig lautet der Titel des davon handelnden Animationsfilms Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen. Ende Januar kommt er in die deutschen Kinos. Der Trailer deutet bereits an, dass es mit der Essensmaschine aber nicht gutgehen kann. Die Erfindung gerät außer Kontrolle: Lockwoods Heimatstadt wird von Spaghetti-Tornados bedroht, der Eifel-Turm von einem monströsen Sandwich attackiert und auf die Chinesische Mauer geht ein riesiger Maiskolben nieder. Es ist die Geschichte vom Zauberlehrling, der die selbst gerufenen Geister nicht mehr bändigen kann – allerdings in einer sehr amerikanischen Version. Das Land, das uns XXL-Burger und Super-Size-Pommes gebracht hat, träumt auch in der Krise noch von Riesenportionen. Wohlwissend, dass für diese Maßlosigkeit ein Preis bezahlt werden muss.

Die Werbekampagne für den Film unterläuft jedoch die moralische Botschaft. Unter fleischbaellchen.de findet man mehrere Online-Spiele, die sich dadurch auszeichnen, dass sie Muttis ehernes Gesetz „Mit Essen spielt man nicht“ auf den Kopf stellen. So kann man herabregnendes Essen nach Tetris-Manier auf Tellern endlos höher stapeln oder sich mit Lockwoods Assistenten, einem kleinen Affen, gegenseitig mit Hamburgern und Kuchenstücken bewerfen. Das ist pädagogisch nicht gerade wertvoll, aber so durchgeknallt, dass es richtig Spaß macht.

 
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