Alltag

Urheberrecht | 21.02.2010 12:30 | Aaron Koenig

Gleiche Chancen für alle

Die Tonträgerfirmen sollten legale Musikangebote fördern, statt ihre Kunden zu verklagen. Ein Verbreitungsrecht für Musik im Netz würde Künstlern und Unternehmern nützen

Piraten – sind das nicht die Internet-Anarchos, die kostenlose Musik-Downloads für alle wollen? Immer wieder wird man als Mitglied der Piratenpartei mit solchen Vorurteilen konfrontiert. Nicht jeder versteht die Ironie unseres Namens. Ein Blick in unser Parteiprogramm zeigt jedoch, dass wir keineswegs das Urheberrecht abschaffen wollen – wohl aber für eine faire Abwägung zwischen den Interessen der Urheber und denen der Konsumenten sorgen. Laut dem Weltverband der Phonoindustrie (IFPI) ist der weltweite Online-Musikmarkt in den vergangenen sechs Jahren stetig gewachsen. Im Jahr 2008 wurden 3,7 Milliarden Dollar mit dem Online-Verkauf von Musik umgesetzt. Online trägt damit bereits 20 Prozent zum Gesamtumsatz der Musikindustrie bei – obwohl nach IFPI-Schätzung 95 Prozent der Downloads illegal sind.

Überall dort, wo es gute legale Angebote gibt, geht die Zahl illegaler Downloads zurück. Laut einer Studie der Marktforschungsfirma GfK haben 60 Prozent der schwedischen Besucher illegaler Musikbörsen deren Nutzung eingestellt oder deutlich zurückgefahren. Rund die Hälfte nutzt seitdem legale Angebote wie Spotify, das Musik als kostenlosen Stream anbietet und mit Werbung Geld verdient. In Dänemark haben 40 Prozent der Nutzer des Internet-Providers TDC das illegale Herunterladen reduziert, seit dieser eine Breitband-Flatrate inklusive legaler Musiknutzung anbietet. In Großbritannien ist der Anteil der Nutzer illegaler Angebote seit 2007 von 22 auf 17 Prozent gesunken. Diese letzte Zahl ist besonders interessant, weil in Großbritannien, anders als in Skandinavien, bisher keine restriktiven Gesetze gegen Raubkopierer eingeführt wurden. Das Land hat dafür jedoch eine der höchsten Dichten legaler Musikangebote: Spotify ist hier sehr früh auf den Markt gekommen und zwei der führenden Internet-Provider haben das „Broadband-plus-Music“-Modell von TDC übernommen.

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Zuckerbrot und Peitsche

Dies zeigt: Nicht die Peitsche drakonischer Strafen bringt die Internet-User vom illegalen Herunterladen ab, sondern vor allem das Zuckerbrot, nämlich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis legaler Angebote. Die Tonträgerfirmen sollten also aufhören, ihre besten Kunden mit Klagen zu vergrätzen, sondern stattdessen legale Musikangebote fördern. Bisher sind die legalen Musikangebote den illegalen nämlich deutlich unterlegen – nicht nur in punkto Umfang des Angebots, sondern auch hinsichtlich der Aktualität. Viele Musiktitel, die man im Radio bereits hören kann, sind online zunächst nur bei den illegalen Anbietern erhältlich, weil die Rechteinhaber die Titel künstlich zurückhalten, um möglichst hoch in die Charts einzusteigen. Doch diese aus dem Vor-Internet-Zeitalter stammende Taktik treibt die Musikfans in die Arme der Illegalen – wer das neue Stück seiner Lieblingsband sofort besitzen will, hat gar keine andere Chance.

Was kann die Politik dazu beitragen, die Situation auf dem Musikmarkt zu verbessern? Von der sozialistischen Idee, eine staatlich vorgeschriebene Abgabe für alle Internet-Provider einzuführen, die dann irgendwie unter den Künstlern verteilt wird, halte ich wie die meisten Piraten wenig. Diese euphemistisch „Kulturflatrate“ getaufte Zwangsgebühr würde nur zu einer überbordenden Bürokratie führen.

Grundsätzlich ist meine Haltung als überzeugter Marktwirtschaftler, dass sich die Politik aus dem Marktgeschehen heraushalten sollte – die Kreation neuer Geschäftsmodelle ist Sache der Unternehmen, nicht der Politik. Ausgiebige Diskussionen mit Tim Renner, früher Universal-Chef, jetzt mit Motor Entertainment selbst Musikunternehmer, haben mich jedoch in diesem Fall zum Umdenken gebracht. Durch die Marktmacht der großen Musik-Labels („Majors“) und der GEMA sowie deren innovationshemmender Blockadepolitik reichen die Selbstheilungskräfte des Marktes hier nicht aus. Der Gesetzgeber ist gefordert, die Benachteiligung legaler Online-Angebote gegenüber den illegalen auszugleichen.

Verbreitungsrecht fürs Netz

Die AG Musikwirtschaft der Piratenpartei hat daher gemeinsam mit Tim Renner ein Modell entwickelt, das zur Zeit innerparteilich diskutiert wird. Es basiert auf einem gesetzlich garantierten Verbreitungsrecht, das es jedem Online-Unternehmen ermöglicht, Musik legal anzubieten – egal ob es sich um einen Internet-Provider oder einen kleinen Musikshop handelt. Mit einer ähnlichen Lösung kam die Musikindustrie schon aus einer früheren Krise heraus, nämlich nach Einführung des Radios in den zwanziger Jahren. Die Krise endete erst, als der Gesetzgeber das Senderecht einführte. Seitdem kann jeder Radiosender alle veröffentlichten Musiktitel spielen, ohne sich mit den Rechteinhabern einzeln einigen zu müssen. Gleichzeitig wurden Radiosender und Rechteinhaber mit sanftem Druck dazu gebracht, sich auf ein allgemein verbindliches Vergütungsmodell zu einigen. Zunächst gab es sowohl bei den Radiosendern als auch bei den Schallplattenfirmen heftigen Widerstand gegen diese staatlichen Eingriffe. Doch tatsächlich führte die so geschaffene Rechtssicherheit nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem langen Boom der Musikwirtschaft.

Mit einem Verbreitungsrecht wäre es für Online-Musikanbieter nicht mehr nötig, Verträge mit jedem einzelnen Rechteinhaber abzuschließen. Die Majors, die über 80 Prozent des Musikmarktes beherrschen, reden in der Regel nur mit Anbietern, hinter denen Großkonzerne wie Apple, Nokia oder Google stehen. Ein Verbreitungsrecht würde hingegen allen Anbietern die gleichen Chancen einräumen. Im Gegenzug verpflichten sich die Anbieter, die Urheber angemessen an den Einnahmen zu beteiligen, sei es über Einzelverkäufe, Flatrates oder Werbung. Eine solche Initiative würde eine Dynamik in den Markt bringen, die Urhebern, Fans und innovativen Musikunternehmen gleichermaßen zugute kommt.

 
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Artikelaktionen
Kommentare
Fritz Teich schrieb am 21.02.2010 um 13:46
Micropayment etc mag lustig sein, es aendert aber nichts an der Faktizitaet der noch sogenannten "illegalen" Downloads. "Illegal" sind die im Uebrigen nur, weil sich die Burda/CSU-Linie zum Erfordernis einer "legalen" Quelle fuer private Downloads durchgesetzt hat. Praktisch sind diese Downloads eh wie Radiohoeren on demand. Und aus dieser praktischen Sicht macht es keinerlei Unterschied, ob ein micropayment oder ein major Urheberrecht "gebrochen" wird. Es sind Hilfsschuelersche "Jurologien" (Wau Holland), die da selbstbesoffen/technikverliebt gezimmert werden ohne auf den Kern der Sache einzugehen. Was wir in den 50er Jahren erlebt haben, den Siegeszug des Tonbandgeraetes, erleben wir nun als Tsunami. Niemand kann das aendern, weder ein DMCA noch der "C"CC.
Fritz Teich schrieb am 21.02.2010 um 13:53
"wer das neue Stück seiner Lieblingsband sofort besitzen will", wer soll denn das sein? Und warum sollte der es kaufen, wenn er es auch ohne Weiteres downloaden kann. Er muesste es nicht nur bezahlen, money, er muesste auch ekelhafte Registrierungsformalitaeten ueber sich ergeben lassen. Eine Datenspur mehr legen.
Jörg Augsburg schrieb am 21.02.2010 um 14:12
"Piraten – sind das nicht die Internet-Anarchos, die kostenlose Musik-Downloads für alle wollen? Immer wieder wird man als Mitglied der Piratenpartei mit solchen Vorurteilen konfrontiert."

Vielleicht läge es eher an den Piraten, dafür zu sorgen, dass man nicht immer wieder mit Statements von Piraten-Vertretern konfrontiert wird, die eben genau das propagieren.

Wer zum Beispiel auf der letzten c/o Pop – immerhin einer der Brennpunkte der aktuellen Diskussionen zum Thema und i. d. R. von halbwegs einsichtigen und eher nicht technologiefeindlichen Menschen der Nicht-Major-Musikwirtschaft frequentiert – erleben durfte, welche hahnebüchenen Positionen ein Christian Hufgard im Namen der Piratenpartei zu "Freie Verfügbarkeit von Musik" und "Recht am eigenen Werk" im diesbezüglichen Schlüssel-Plenum bezogen hat, wird keinesfalls von "Vorurteil" reden.

Aber Hauptsache, immer erstmal schön rhetorisch vorneverteidigen.
Simon Lange schrieb am 21.02.2010 um 19:35
"Piraten – sind das nicht die Internet-Anarchos, die kostenlose Musik-Downloads für alle wollen? Immer wieder wird man als Mitglied der Piratenpartei mit solchen Vorurteilen konfrontiert."

Anarchos würden nicht mit "Euch" reden oder versuchen Euch Vernunft beizubringen (vom technischen Verständnis und der damit oft einhergehenden Medienkompetenz ganz zu schweigen). Nein, Anarchos würde Euch links oder rechts liegen lassen und sich einfach nehmen was ihnen gefällt.

Was beweist das die Piraten keine Anarchos sind, sondern den anderen weit voraus.

Und zu Christian sage ich besser nichts. ;)

Simon
Jörg Augsburg schrieb am 21.02.2010 um 20:04
Darf man denn fragen, wie hier das "Euch" gemeint ist? Und wem hier somit pauchal Mangel an "technischem Verständnis und Medienkompetenz" vorgeworfen wird?

Es schwingt da nämlich meines Erachtens die leider allzu oft Piraten-immanente Ignoranz gegenüber durchaus sachlicher Kritik entgegen. Eine Wahrnehmung, die sicher nicht meiner mangelnden Medienkompetenz entspringt.
Fritz Teich schrieb am 21.02.2010 um 14:35
Die Grundidee von Koenig ist ja nicht so schlecht, wenn auch eng. Er will im Onlinebereich ein Regime einfuehren wie es seiner Ansicht nach im Rundfunkbereich seit den 20ern ueblich ist. Daran ist erstmal nicht auszusetzen. Er uebersieht aber, abgesehen von allem anderen, was die Piraten so erzaehlen, dass ein Zwangsregime aus der Zeit der Radiostuben in Deutschland heute nur noch schwer zu realisieren ist. Es muesste schon eine europaeische Regelung sein und es kann auch nur Verbandsrecht sein, also eine Einigung zwischen einem, welchem, Onlineverband und einem, welchem, Produzentenverband.

Dabei geht es aber nicht um die Interessen der Onlinehoerer, sondern ganz allein um die Interessen der Onlineanbieter.

Groesster Einwand duerfte aber sein, dass das deutsche Modell, Post bezahlt Orchester, denn viel mehr Rundfunk und Musik gab es ueberhaupt nicht, in den USA beispielsweise niemals galt. Die Dynamik verlief dort ganz anders. Musikproduzenten bezahlten Radiostationen....bis hin zu Pazifica. "Das Radiohoeren fuehrt in die Kaufhaeuser."

Bis eben das Tonbandgeraet aufkam. Die digitale Technik gab allen Modellen den Rest.

Viel ist darueber philosophiert worden, dass CD cover kaum mehr Liebhaberwert besitzen, verglichen mit LP covern, die Gebrauchsspuren etc aufweisen. Auch das schoene Knacken von LPs wird vermisst. Die Musik ist heute kein Problem mehr. Deshalb: schoene Buecher produzieren. So wie es doch auch einen RIESENMARKT fuer Anleitungen zum Spiel gehackter Computerspiele gibt.

Soviel zum Zusammenhang des Artikels. Die Idee klingt gut, Gerechtigkeit klingt immer gut, vor allem wenn sie alimentiert, man mit Einkuenften rechnen kann, sie geht aber letztlich an der Sache vorbei. Sie setzt wie micropayment etc ein neues System an die Stelle des alten, wo solche Systeme sich ueberlebt haben. Wenn die Leute Radio hoeren wollen, sollen sie den Deutschlandfunk einstellen. Ansonsten gibt es google.
jfricke schrieb am 21.02.2010 um 18:43
Muss das sein? Muss man Aaron Koenig hier wirklich eine Plattform bieten? Es geht mir überhaupt nicht um den Inhalt dieses Beitrages, aber Aaron Koenig möchte ich nicht mit dem Kauf einer Zeitung finanziell unterstützen.

O-Ton Aaron Koenig: "Auch wenn ich normalerweise Krieg für kein geeignetes Mittel der Politik halte: dies ist einer der seltenen Fälle, in denen der gezielte Einsatz militärischer Mittel, nämlich die Zerstörung der iranischen Nuklearanlagen, einen weit größeren Schaden vermeiden könnte."

Nein, so viel Pluralismus ertrage ich dann doch nicht.
Jakob Augstein schrieb am 21.02.2010 um 19:45
Lieber jf,

das ist aber eine schwierige Haltung, finde ich.

Wir sind ein Autorenmedium.
Wir reden unseren Autoren nicht in die Texte rein. Jeder schreibt, was er will. Es sei denn, der Text ist schlecht, falsch - oder er überschreitet eine gewisse Grenze. Klar, um die geht es immer. Sehr schwer zu definieren, diese Grenze. Springer lässt das Personal unterschreiben, dass es nicht gegen Israel und die USA schreiben darf (grob zusammengefasst). Sollen wir das auch machen? Und was lassen wir dann noch mal genau unterschreiben?

Natürlich haben wir ein politisches Profil. Links. Linksliberal. Irgendwie links. Nennen Sie das, wie Sie es wollen, ich glaube, wir haben inzwischen mehr oder weniger alle verstanden, was das bedeutet: kritisch, sich nicht abfinden wollen mit dem, was ist, dagegen sein, ein "Fremder" sein, wie Talese sagt, auf der Seite der Schwachen ...

Ich glaube nicht, dass wir Aaron König einen Leitartikel zum Iran schreiben ließen, wenn er für einen Militärschlag einträte. Weil das nicht unsere Haltung ist.

Ich kann mir vorstellen, dass wir ihn einen Gastbeitrag zu dem Thema schreiben ließen, auf der Essay-Seite, wenn wir wissen wollten, welche Haltung die Piratenpartei in wesentlichen außenpolitischen Fragen einnimmt - wenn er für die sprechen kann.

Aber wenn er bei uns über das Thema schreibt, für das seine Partei ins Licht der Öffentlichkeit getreten ist, Netzpolitik, dann müssen uns doch seine Gedanken zu anderen Themen an anderern Stellen - weitgehend - gleichgültig sein.

Wiederum: Wenn ein Autor in der Öffentlichkeit Positionen vertritt, die ihn für den Freitag ganz untragbar machen, dann würden wir ihn auch über Netzpolitik nicht mehr schreiben lassen.

Aber: Je enger Sie das definieren, desto verbohrter wird am Ende Ihre Zeitung werden und Ihre Weltsicht. Natürlich gibt es so eine Grenze: Wer für die Rückeroberung der Ostgebiete eintritt (mein Lieblingsbeispiel), der wird bei uns nicht mal über Gummibärchen schreiben.

Meine Haltung: Die Grenze ist hier nicht erreicht.

Viele Grüße,
Ihr JA
jfricke schrieb am 21.02.2010 um 21:56
Grundsätzlich stimme ich zu. Nur hat Aaron Koenig für mich - und wenn man im Netz so etwas querliest auch für viele andere - die Grenze längst überschritten. Den Artikel hätte auch ein anderer Gastautor mit einer anderen Vorgeschichte schreiben können. Aber ohnehin Ihre Zeitung. Ihre Entscheidung. Ich äußere nur meine Bedenken.
Schackerbilly schrieb am 22.02.2010 um 09:42
Wie kann man nur an der außenpolitischen Kompetenz der Piratenpartei zweifeln? Immerhin bezieht sie ihre Informationen aus Blogs und von YouTube! Das ist doch viel zeitgemäßer als dieser ganze politikwissenschaftliche Unsinn und diese vielen überflüssigen Auslandskorrespondenten, die es früher einmal gegeben hat...
M1xP1yne schrieb am 25.02.2010 um 10:39
Kann mich jfricke hier nur anschließen..."Piratenkönig" Aalron hätte jetzt echt nicht sein müssen.

@ JA

"Wiederum: Wenn ein Autor in der Öffentlichkeit Positionen vertritt, die ihn für den Freitag ganz untragbar machen, dann würden wir ihn auch über Netzpolitik nicht mehr schreiben lassen."

Für einen Angriffskrieg gegen den Iran werben ist also eine Position, die ihn für den Freitag nicht(!) untragbar macht?
Vielleicht sollte ich mein Abo überdenken...

Damit wir uns nicht falsch verstehen:
König soll seine Meinung, so schlecht begründet und furchterregend sie auch ist, jederzeit äußern dürfen.
Aber wenn der Freitag im ein Podium gibt, und sei es nur bei einem anderen, weniger umstrittenen Thema, dann ist das dennoch gefährlich...Denn letztlich ist eine Zeitung auch die Summe ihrer Autoren.

"Aber: Je enger Sie das definieren, desto verbohrter wird am Ende Ihre Zeitung werden und Ihre Weltsicht. Natürlich gibt es so eine Grenze: Wer für die Rückeroberung der Ostgebiete eintritt (mein Lieblingsbeispiel), der wird bei uns nicht mal über Gummibärchen schreiben."

König schreibt hier über die Bombadierung eines ganzen Landes (dessen Geschichte im Übrigen nicht mal annähernd so blutig ist wie unsere). Ich denke, wenn Sie ein (berechtigtes)Problem mit Möchtegern-Ost-Gebiete-Eroberern haben, dann sollten auch Sie auch ein Problem mit anderen "Ost-Eroberern" haben...

Wobei die Grenzen hier auch immer weiter aufweichen...geben wir König noch ein paar Jahre. Gegen Muslime hetzt er ja schon Heute...
nunatak schrieb am 02.03.2010 um 17:09
Wie bitte? Du willst wegen solch einer Aussage irgendjemandem die Plattform verwehren? Mit welcher Begründung bitte? Man kann das scharf kritisieren, wenn man will. Aber verbieten, verdrängen, und das dann gleich mit der Person welche die Aussage getroffen hat, ist nicht weniger als ideologisch motivierte Zensur.

Mit so einer Meinung kannst du dir vielleicht irgendwelche Ideologieblätter und -onlineportale reinziehen, falls du Empfehlungen brauchst, ich könnte dir ein paar nennen die diesem Klientel schönreden.

Doch wenn dem so ist, dann ist Zeitung lesen an sich schon längst überflüssig geworden. Denn nur die eigene Meinung immer wieder bestätigt zu wissen bringt weder persönlichen noch intellektuellen Fortschritt.
nunatak schrieb am 02.03.2010 um 17:15
Achso! Nochmal dazu gesagt, um keine Falschinterpretation zu initiieren: Ich teile diese Meinung nicht. Ich sehe mich durchaus als Pazifisten, auch wenn ich manchmal über die Absolutheit meiner Ablehnung militärischer Einsätze ins Grübeln gerate. Afghanistan wäre so ein Fall. Der Iran sicherlich nicht.

Nur würde ich keinesfalls so weit gehen irgendwem wegen solcher Meinungsäußerungen pauschal das Wort zu verbieten und finde den Ruf danach arg grenzwertig!
zelotti schrieb am 22.02.2010 um 00:28
Was spricht eigentlich dagegen das Urheberleistungsrecht für Audio im Internet abzuschaffen?

Ich meine, was interessieren mich die Einnahmen der Musikindustrie, insbesondere, wenn die ins Ausland fliessen.
Schackerbilly schrieb am 22.02.2010 um 08:19
Ernstzunehmende Argumente gegen die Kulturflatrate kann ich in dem Artikel von Herrn Koenig leider nicht entdecken. Angeblich ist der damit verbundene Verwaltungsaufwand zu hoch, aber auf einzelne Modelle und damit verbundene Schwachpunkte wird nicht näher eingegangen. Stattdessen greift man zu einem Totschlagargument, das vielleicht in der Springer-Presse greifen mag, ganz sicher aber nicht im Freitag:

'Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus.'
Schackerbilly schrieb am 22.02.2010 um 08:22
Falsch: "Springer-Presse greifen mag"
Richtig: "Springer-Presse funktionieren mag" (Wortwiederholung getilgt)

@Freitag: Wann kommt endlich eine Edit-Funktion???
Bildungswirt schrieb am 25.02.2010 um 12:15
Aron Königs Position zu militärischen Einsätzen ist hanebüchend - ein Unbedarfter schießt aus der Hüfte. Das ist nicht die Position der Piratenpartei. König vermengt immer gern - bei vielen Themen - seine Privatmeinung mit seinem Noch-Parteiamt.
Das soll hier aber nicht vertieft werden, da er sich zum Thema Urheberrecht, Musikindustrie und Zukunft äußerte.
Seine Position ist nachvollziehbar, dennoch greift die Kritik von Blogger Fritz Teich. König springt zu kurz, verkennt, dass eine grundsätzliche Lösung mit einer neuen gesellschaftlichen Vision der Piraten zu tun hat. Musik ist ein Lebenselexier, das zukünftig nicht kommerziellen Interessen und den status quo -Regelungen unterworfen werden sollte. Alle CC-Bewegungen gehen in diese Richtung. Das hier massiv bisher profitable Geschäfte in Gefahr geraten, versteht sich.
..."dass sich die Politik aus dem Marktgeschehen heraushalten sollte – die Kreation neuer Geschäftsmodelle ist Sache der Unternehmen, nicht der Politik." Einverstanden. Dann soll sie sich auch aus einer Strafverfolgung aus Lobbyinteressen heraushalten. Mal sehen, wie weit der Markt noch kommt. Die Nachfrager nutzen die NEUE Technologie und verzichten gern auf die Schranken von gestern. Dafür sind sie aber auch bereit, teure Konzertkarten für Live-Musik zu zahlen. Bedürfnisse, Realisationschancen und Abläufe verändern sich eben.
Gruß BW


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