„Ja, das klingt doch schon ganz ordentlich“, ist so ein Spruch, an den sich Musikerinnen erinnern, wenn sie das erste Mal für eine Band vorspielen. Genau, vorspielen, nicht vorsingen. Denn wenn Musikerinnen sich mehr für ein Gitarrenriff als für ihren Lidstrich begeistern können, wenn sie lieber Drumsticks schwingend hinter dem Schlagzeug sitzen als im Scheinwerferlicht am Mikro zu stehen, dann ist das immer noch ungewöhnlich.
An Frontfrauen am Mikro oder Singer-Songwriterinnen mit Gitarre haben wir uns gewöhnt, weil sie attraktiv im Rampenlicht leuchten oder so traurig melancholisch auf der Suche nach dem Richtigen sind. Instrumentalistinnen haben den Richtigen hingegen schon gefunden: ihr Schlagzeug oder ihren Bass. Aber auch wenn die Beziehung zum Instrument richtig gut läuft und über Jahrzehnte andauert, den Zug Richtung Legende und Hall-of-Fame kriegen die wenigsten.
So musste Laura Veirs dieses Jahr mit ihrem Tribute-Song für Carol Kaye die Öffentlichkeit an die Frau erinnern, die dem E-Bass ihren Namen gab und mehr als 10.000 Sessions als Studiomusikerin begleitete.
Die Gitarre auf Sam Cookes What a wonderful world spielt Carol Kaye genauso wie den Bass auf dem Pet-Sounds-Album der Beach Boys. Die 1935 geborene Amerikanerin kam durch Zufall von der Gitarre zum Bass als Anfang der 60er der Bassist für eine Studiosession ausfiel, und sie sich das Instrument kurzerhand selbst umhängte. Damals noch unter dem Namen Fender Bass bekannt, prägte Kaye den Begriff E-Bass, nachdem sie 1969 das Lehrbuch How to play the Electric Bass veröffentlichte.
Das US-amerikanische Magazin Bitch nennt Kaye eine der produktivsten Pop-Musikerinnen, von deren Namen man noch nie gehört habe.
Und es gibt noch jede Menge anderer Gitarristinnen, die außerhalb der schall- und blickdichten Studiowände in Erscheinung traten und treten. Venuszine hat just die größten aller Zeiten unter ihnen gekürt. Neben Kaye tauchen Joan Jett, Lydia Lunch und PJ Harvey genauso auf wie Bonnie Raitt, Liz Phair oder Odetta. Auch auf der Liste ist Jennifer Batten, die das legendäre „Beat It“-Riff Eddie van Halens live Abend für Abend neben Michael Jackson spielte.
Sowohl Kaye als auch Batten waren Begleitmusikerinnen von Männern wie Sam Cooke oder Michael Jackson, die sie förderten und für ihre Bands verpflichteten – vermutlich ohne einen Satz wie „Das klingt doch schon ganz ordentlich“ fallen zu lassen. Genauso wenig dürfte Lenny Kravitz an den Fähigkeiten seiner Schlagzeugerin Cindy Blackman gezweifelt haben, die zum ersten Mal hier für Aufsehen sorgte.
Die US-Amerikanerin gilt außerdem als äußerst erfolgreiche Jazz-Percussionistin, eine Seltenheit in dem nach wie vor stark männlich dominierten Genre. Dass Frauen lieber an ‚weiblichen’ Instrumenten wie Klavier, Geige oder Akustikgitarre gesehen würden, habe sie noch nie davon abgehalten, ihr eigenes Ding zu machen, sagt die 50-Jährige. Genausowenig sei die Frage nach dem Geschlecht erwähnenswert, das Schlagzeug habe schließlich nichts mit Geschlecht zu tun.
So wenig wie Cindy Blackman bloß die Drummerin bei Lenny Kravitz ist, so wenig ist Sheila E. bloß die Frau am Schlagzeug bei Prince gewesen. Seit Jahren verfolgt sie ihre Solokarriere und für die meisten Nachwuchs-Schlagzeugerinnen ist Sheila E. das allseits erklärte Vorbild.
Ganz ohne männlichen Imageschub sind auch die Folk-Gitaristinnen wie Ani DiFranco oder Kaki King bekannt geworden. King, die just ihr aktuelles Album Junior veröffentlicht, gilt als Guitar-Heroin, die genauso von Instrumentalisten wie Eric Clapton und Dave Grohl geschätzt wird wie von einem immer größeren Publikum. King ist vor allem für ihre Technik aus Handslap, Fingerpicking und kraftvoller Druck-Klopf-Technik bekannt, die ihrer Gitarre atemberaubende Sounds und Rhythmen entlockt.
Das ist so spannend, dass es eigentlich nichts weiter bräuchte. Trotzdem gilt die 31-Jährige mit ihren Alben auch als überzeugende Singer-Songwriterin. Ähnlich wie die Vorgänger-Platte Dreaming of Revenge ist auch Junior von akustischen Arrangements und Kings Sonntag-Nachmittag-Songwriting durchzogen plus einige Überraschungen, in denen King einen Schritt in neue Genres wagt.
Aber nicht nur diese Solo-Künstlerinnen sollten positiver in ihren instrumentellen Fähigkeiten auffallen, auch in Bands sollten sie mehr Plätze einnehmen. So wie Lindy Morrison, bei den Go-Betweens, Kim Gordon als Sonic Youth Mitglied oder Meg White, die mit ihrem Bruder Jack die White Stripes bildet. Auch eine der wenigen anderen modernen The-Garagenbands, die man ernst nehmen kann, the Black Rebel Motor Cycle Club, bringt ihre neue Platte Beat the Devil’s Tattoo Mitte März mit der Drummerin Leah Shapiro auf den Markt.
Also Mädels, keine Scheu und ran an die Instrumente!
Verena Reygers, Jg. 1976, bloggt auf maedchenmannschaft.net und schreibt als freie Journalistin über Bands, Konzerte und neue Platten. Sie findet, Mädchen sollten wild und gefährlich leben, solange sie stets ein buntes Pflaster in der Tasche haben. Auf freitag.de schreibt sie in einer zweiwöchentlichen Kolumne über Frauen und Musik.
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@Meg White, die mit ihrem Bruder Jack die White Stripes bildet.
Meg und Jack sind keine Geschwister, sondern ein Ex-Ehepaar. |
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@Bazlo - nun, darüber lässt sich diskutieren. Ich habe die White Stripes damals als Geschwister wahrgenommen, weil sie sich als solche bezeichnet haben.
Ich habe jetzt aber noch mal nachgeguckt, und ja, anscheinend gibt es Dokumente, die die beiden als Ex-Ehepaar ausweist. Ich frage Jack einfach das nächste Mal, wenn ich ihn treffe... ;) |
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Aprospros Jack White. Die neue Ausgabe von "Another man" hat ihn auf dem Cover. Vielleicht findet sich ja da auch noch ein Hinweis ;)
>> www.anothermag.com/current/view/164/Jack_White_Cover_Unleashed |
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Cindy Blackman!!!!! - Ich habe sie mit Jean Paul Bourelly und Melvin Gibbs spielen sehen, in ganz kleinen Klubs. Alle Achtung vor dieser Schlagzeugerin! Von der würde ich mich zur Not verprügeln lassen...
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hier wird auch gar kein instrument festgelegt oder gar grundkenntnisse vertuscht: ohne worte (auch aus zeitmangel) schon ein paar mal auf dieser plattform erwähnt, durch andere umstände abhanden gekommen, deshalb immer wieder erwähnenswert und dreimal gesehen, das dritte k. meinerseits war das beste (und das ohne klavier):
katzenjammer_rockpalast einfach auf 'play' , bzw. den > drücken und alles ist gut. (vor allem, da ich nun endlich anhand dieses videos beweisen kan, dass eine ein haarteil getragen hatte, ha! :o) |
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schrieb am
08.03.2010 um 17:24
…also, wegen wettgewinn<=>haarteil. skål!
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Die Zuercher Buergermeisterin spielt auch Bass.
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Liebe Frau Reygers,
Ihre sehr gelungene kleine „Säule“, beleuchtet ein vernachlässigtes Feld in der Betrachtung der Populärmusik. - In der Klassik geben ja lange schon Frauen nicht nur den Anlass, sich klassischer Musik überhaupt zu zu wenden, sondern gelten als gleichwertige und gleich könnerische Solo-Interpretinnen. Denken Sie an Martha Argerich oder Jacqueline du Pré. Im Jazz geht es ebenfalls leichter. Da fällt mir so spontan und aus Vereherung, Barbara Thompson ein. Nicht so, wie man sie vom „United Jazz and Rock Ensemble“ kennt, sondern so, wie sie als Saxophonistin, Flötistin, Bandleaderin, mit den „Paraphernelias“ musiziert: www.youtube.com/watch?v=aulh5vtU25Y Hier, bei dem zweiten YouTube zu Barbara Thompson, kann man schön sehen, wie man, zumindest im Jazz, auch als wirklich nicht vorteilhaft gekleideter Bassgitarrist (m), im Hintergrund gut sein kann. Die Aufnahme ist lausig, aber hier kommt es ja nur auf ein wenig Anregung an. „Little Annie-Ooh“ - www.youtube.com/watch?v=0yFZJlcLHFE&feature=related Nina Simone ist natürlich nicht nur als Sängerin gut. Improvisation zu "Little girl blue" www.youtube.com/watch?v=Y8yIpH_VI50 Sehr empfehlenswert ist übrigens eine LP, bzw.CD mit Jazz-Standard, Eigenkompositionen und Arrangements, nur Stimme und nur Piano, der großen Nina Simone. Ein gütiges Herz hat dazu auf der englischen Wikipedia schon einen Eintrag verfasst: en.wikipedia.org/wiki/Nina_Simone_and_Piano Was Joni Mitchell, neben Singen und Songwriting am Piano kann, das hören und sehen Sie hier: www.youtube.com/watch?v=HmzN1p5q2sY&feature=related und ihre Technik, die Dulcimer als Begleitung zu schlagen, ist auch nicht schlecht: www.youtube.com/watch?v=-q4foLKDlcE&feature=related Dieses oft verkannte Instrument, erlaubt Pickings, Griffe, Bassbegleitung und Schlagen, sowie eine Art Slide-Technik. Schlagzeugerinnen haben es immer noch schwer. Eine geht und ging weit voran mit der Solokarriere. Kennen Sie Evelyn Glennie? Hier gibt diese außergewöhnliche "Lady from Scotland" eine kleine Perkussions-Lektion. Das ist Spaß für einen ganzen Abend: www.youtube.com/watch?v=IU3V6zNER4g Hier einige biografische Bilder und Sounds: www.youtube.com/watch?v=IlOemXqTOW8&feature=related Hier spielt sie Steve Reichs Clapping Music: www.youtube.com/watch?v=R0jSKJCmeRM&feature=related Indeed she´s the real pinball wizard. Für mich ist sie eine der besten Musikerinnen und dazu völlig ihrer Berufung verfallen. Liebe Grüße und Dawei,dawei Christoph Leusch |
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@ CC - vielen Dank für die vielen tollen Beispiele, denen ich mich in einer ruhigen Minute gerne noch mal widme.
Was Ihre Wahrnehmung von Instrumentalistinnen in der Klassik und im Jazz angeht, da bin ich gar nicht so sicher... eine Klassik-Musikerin wird gerne an der Geige oder Harfe gesehen, will sie aber die Tuba oder andere Blasinstrumente spielen, hat sie es ungleich schwerer. Dazu gab es im NDR Frauenforum mal einen sehr interessanten Beitrag, den ich gerade leider nicht finde. Und haben Sie schon mal einen männlichen Harfenisten im Orcherstergraben gesehen? Auch im Jazz kommen mir eher die Formationen in den Sinn, in denen die hübsche Sängerin von männlichen Instrumentalisten umrahmt ist. Aber auch hier muss ich zugeben, nicht über die üblichen Verdächtigen hinaus bewandert zu sein. Ich freue mich auf Ihre Empfehlungen und wünsche Ihnen einen schönen Tag! |
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Wenns übrigens um Bassistinnen geht, sollte man sich unbedingt mal die unglaubliche Tal Wilkenfeld anhören:
www.youtube.com/watch?v=wK03pYCLJho&feature=related |
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Ruth Underwood, die Perkussionistin mit dem unglaublichen Repertoireregedächtnis und dem noch unglaublicheren Timing. Prägte den Klang der Mothers of Invention auf deren wichtigsten Alben. Es sei nur an "Roxy & elsewhere" erinnert!
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Nur ein paar kurze Ergänzungen zu den Instrumentalistinnen im Jazz:
- Meine dezeitige Favoritin ist die blutjunge Bassistin Esperanza Spalding (die auch singt). - In Holland ist die Emanzipation am Instrument auch weiter gediehen: Ich erwähne nur Candy Dulfer (Sax) und Saskia Laroo (Trompete). - Und die Pianistinnen/Organistinnen sind ja wohl Legion: Carla Bley, Amina Claudine Myers oder Shirley Scott - um nur ein paar wenige zu nennen. |
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Ach so ja, das Video ist eine echte Rarität, es wurde 1980 in Biel-Bienne (CH) gedreht, in die Schlagzeugerin war ich etwas verliebt...
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Liebe Frau Reygers,
Klar, das Grundthema ist, es ist überall noch zu wenig Frauliches. Ich finde aber, wenn Frauen erfolgreich und inspiriert musizieren, wenn sie also nicht dem Trend folgen, nur virtuos und hübsch zu sein, -wobei ich finde, die Beherrschung des Instruments ist eine wichtige Voraussetzung und sei es nur die eigene Stimme, wenn man denn schon beruflich Musik macht-, entwickeln einen Witz und einen fast überirdischen Humor. Das können sie bei Joni Mitchell, k.d.lang, bei den McGarrigle Sisters, aber auch bei Evelyn Glennie beobachten. Gleiches geht Männern, so meine Erfahrung, häufiger ab, was am "heiligen" Ernst und der übermäßigen Wahrnehmung von Konkurrenz liegt. Mir fiel auf, auch Sie, Frau Reygers, teilen gerne Rankings mit. Die sind aber stark Bias-lastig. So kommt Joni Mitchell, die auch als Komponistin und Gitarrenspielerin locker mithalten kann, in solchen Rankings eher schlecht weg. es sei denn, es werden Gender-spezifische Listen gebildet. - Ich würde mich vor Aussagen wie, der Beste, die Beste, gerade in musikalischen Dingen, drücken. Ohne ausführliche Begründung geht das immer schief, so schematisch zu werten. Nun ein weiteres Beispiel, die Jazz-Multiinstrumentalistin, Gunhild Carling. Bei ihr schlägt das manchmal in Clownerien um, die aber auf diesem Niveau betrieben, nicht nur reine Freude und Spaß vermitteln, sondern auch erstaunliche Assoziationen frei setzen. Also, die Frau Gunhild Carling stammt aus einer schwedischen Musikerfamilie und musiziert, nicht unbedingt folgerichtig, mit der Familie professionell auf der Bühne. Sie ist zudem Bandleaderin einer eigenen Bigband, tritt als Solo-Bläserin auf und spielt Jazz auf ´nem Dudelsack. Manches Mal spielt sie mehrere Blasinstrumente zusammen. Sie singt, sie tanzt und steppt. Hier spielt sie „Hindustan“, das zunächst auf einem ostinaten Marschrhythmus aufgebaut wird, dann setzt sie mit der gestopften Posaune ein. Das Arrangement ist jetzt nicht weltbewegend und auch nicht völlig neu, aber alle Instrumente der Bigband kommen zu ihrem Recht. Ich liebe diese Art „Zirkusmusik“, ich glaube Musiker lieben sie auch, weil sie spielen dürfen: www.myspace.com/gunhildcarling Hier spielt sie mit einem Teil ihrer Familie, als Lead Trumpetess and Bandleader, „A song is born“, ihre Schwester spielt virtuos die Posaune: www.youtube.com/watch?v=XAfXkc4n7KQ&feature=related . Das ist so verspielt, es macht einfach Spaß. Hier gibt es noch was fürs Auge dazu, perfekten Tanz. www.youtube.com/watch?v=UZ4tFhrAfv4 . Im zweiten Teil beweist ihr Orchester welche tollen Klangfarben in einer Big Band entwickelt werden können. Sehr smooth and groovy. Gunhild Carling spielt die Posaune als Soloinstrument. Zuletzt singt sie Swingstandard und spielt die Trompete. Hier Jazz (?) auf dem Dudelsack. Keine Frage, auch den kann sie virtuos, aber nicht traditionell spielen: www.youtube.com/watch?v=q53Ajkll_kw&feature=related Am Ende das Medley: Ein Zusammenschnitt dessen, was ihre Bühnenauftritte ausmacht: www.youtube.com/watch?v=8dPXTjGF-X4&feature=related Nun eine kleine Weiterführung, die zeigt, was aus einem Stück so wird, und wo der Konzert und Auftrittsbetrieb seltsame Blüten treibt. Verzeihlich in diesem Falle nur, weil das Besipiel aus einer Art musikalischer nationaler Familienfeier, der „Last Night of the Proms“ stammt. Was passiert also mit einem Jazz-Klassiker, wenn die britische Star-Trompeterin Alison Balsom mit der Mezzo-Sopranistin Sarah Connolly den Gershwin Standard „You can´t take that away from me“ präsentiert ( www.youtube.com/watch?v=f93P5iF8OWs&feature=related )? - Es wirkt und ist perfekt, aber es fehlt etwas. Was fehlt, das bringen „Ella and Louis“ ein: www.youtube.com/watch?v=ExmoiGZuiFQ&feature=related, ebenso perfekt geben sie dem "out of tune" eine Bedeutung. Der Song hat ja eine Bedeutung. Sie betonen sie das Private, Intime und Partnerschaftliche in diesem Song. Noch zerbrechlicher wirkt, wie Billie Holiday George and Ira Gershwins Komposition auslegt. Selbstverständlich steht das Lied Gershwins im „Great American Songbook“. Bis bald Christoph Leusch |
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Lieber CC,
wegen der Rankings stimme ich Ihnen zu - die oder der Bessere ist da meistens reine Ansichtssache, aber es erweitert die Auswahl und ich bleibe nicht bloß an den eigenen Vorlieben hängen. Das Venuszine aber nennt die "besten" Gitarristinnen alphabetisch und nicht nach Rangordnung, und ja, auch Joni Mitchell ist unter ihnen. Was glaube Sie, warum sie in solchen Rankings schlecht weg kommt?! Weil sie zu stark mit der "Lady of the Canyon" assoziiert wird?! Schade, denn tatsächlich hat Mitchell eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit in ihrer Karriere bewiesen, zu der schon zu Beginn ungeheure emanziaptorische Leistungen standen... Gunhild Carling kannte ich noch nicht - vielen Dank für den Hinweis |
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Bewusst emanzipatorisch wirken auch die Musikerinnen von "Imani Winds" und ihre einziger männlicher Kollege.- Das ist ein perfektes Bläserensemble ( www.youtube.com/watch?v=beJ88n2Cjko ).
Aber, ihre Emanzipation speist sich aus einer ganz anderen Ecke. Der erste Antrieb, "Black sinneresses an the black gentleman" could perform classical music even as outsstanding and honest, as all´ the "white flesh" in that business. Mittlerweile machen Sie seit mehr als einem Jahrzehnt programmatisch klassische Musik und neue Musik und eigene Musik. Sehr empfehlenswert. Liebe Grüße C. Leusch |
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Da habe Sie völlig Recht, mit dem Hinweis zur "Lady("Ladies", Jonis LP) of the Canyon" (Sehr guter Artikel dazu im Observer).
Ich bemerke es immer dann, wenn ich ihre Musik aus den späteren Jahren nicht als Beispiele anführe, weil auch in meinen Ohren die frühen Sachen sich ohrwurmartig einfraßen. Es ist eine rein generationsbedingte und unbewusste, aber natürlich immer noch uendlich kluge Wahl, angsichts der vielen Nichtskönner und auch musikalischen Nichtwisser in diesem Gewerbe, und es sollte mit der Auffordung "Dame Glennies", nicht nur hin zu hören, sondern auch körperlich hin zu fühlen und immer auch eine Frage, bliebe sie auch letztlich unbeantwortet, an die Musik zu stellen, beantwortet werden. Das heißt also, die Musik nicht immer nur als "Elevator music", oder aber als Hintergrund zu einem ganz anderen Zweck, Abtanzen, Disco,usw. wahr zu nehmen. Das geht mental nicht immer, nein, meist nicht, weil dazu Aufmerksamkeit erforderlich ist. Das kostet zudem immer Zeit. - Es ist aber bitte nicht als Kritik auf zu fassen, denn natürlich braucht es auch Hintergrundmusik und Musik zu Anlässen persönlicher und öffentlicher Art. Mrs. Mitchell hat gewusst, warum es nach Woodstock und ein paar Jahre später, mit der idealen Freiheit und dem großen Aufbruchs-Optimismus des "Stardust", nicht so weiter ging. Persönlich kannte sie ja die beiden Seiten des Lebens schon sehr früh. Meine persönliche Überzeugung: Die ganzen Bestenlisten müssen, um nicht völlig im Abseits der Nichtbeachtung zu verschwinden, schon eine Menge "Mainstream" und simplere Populärmusiker mit anführen. Sie müssen Stile und Verkaufszahlen beim Publikum, d.h. Beliebtheit ein beziehen. Sie müssen sich auf die gängigen "Awards" und den Rezensionsmarathon beziehen. Die meisten solcher Charts stammen ja auch aus Magazinen im Umfeld der Musikindustrie. Wirklich beliebt gemacht und verewigt in der Starwelt, hat sich Joni Mitchell nie, oder doch nur für eine kurze Zeit. Wenn interessieren letztlich die auf jeden Fall innovativen Gitarrenstimungen Jonis oder ihre humorvoll verpackte poetische Philosophie? Wer kam auf die Idee, ihre Stimmlagenänderungen und ihre zahlreichen Ausflüge in den Jazz, sogar zu klassischen Kompositions- und Spieltechniken, zur elektronischen Musik als Bereicherung, statt als Verlust des Gespürs für Popularität und Markt zu interpretieren? - Da gibt es Parallelen zum Kunstmarkt, der Stiländerungen auch nur in Ausnahmefällen goutiert. Für mich ist Frau Mitchell eine musikalische Ausnahmeerscheinung und ihr Werk wird einst, neben dem der Beatles und klassischer Komponisten stehen. So wie Bob Dylans Songs, die er selbst meist nicht gut sang. So wie Nina Simones Interpretationen und eigene Werke, oder wie Harry Chapins schmales Werk. OT: Welchem Künstler gelingt es, zwei heimliche Nationalhymnen für zwei unterschiedliche Staaten zu schreiben? Joni Mitchell sang verschmitzt für den Canyon und Kalifornien und "A Case of you" ist das heimliche Band der kanadischen Musiker und Singer-Song Writer, die auch heute ohne den amerikanischen Markt nicht so erfolgreich wirken könnten und gleichzeitig eine intime Betrachtung zu dem Allzeitthema "bittersüße" Liebe. Zuletzt möchte ich k.d.lang sprechen lassen, die hier durch Johannes Wächters Blog im SZ-Magazin ein wenig und mit vollem Recht, in Schutz genommen wird, weil sie sich, wie sie selbst einräumt, im Songwriting nicht mit den anderen kanadischen Größen, Cohen, Mitchell, Young messen könne ( sz-magazin.sueddeutsche.de/musikblog/kd-lang-meine-songs-sind-nicht-besonders-gut/ ). - Das ist das Eingeständnis einer herausragenden Künstlerin. Liebe Grüße C. Leusch |
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error: kaufe ein t.
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Jubel: Irgendwie muss das ganze Equipment ja auch ins Auto passen... ;)
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Ein bisschen tut es mir ja leid um das hübsche alte Auto. Ich finde, die Mädels hätten einen neuen Benz nehmen sollen...
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ein neuer benz stand wahrscheinlich gerade nicht auf dem schrottplatz rum.
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und jetzt eine Macho-Variante zum Thema
aber Song ist gut, glaub ich mal |
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16.02.2012
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