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Theater ist Feuilletonstoff, Drama, Inszenierung, Kunst. Doch obwohl das Web und die sozialen Beziehungen der Netzbürger so nah sind an Schauspiel, dem Unterschlupf in neuen Rollen und dem Vortrag vor großem Publikum, ist die Bühne im Netz bislang ein kleines Thema geblieben. Vermutlich ist aber nicht nur das Aufstöbern von Theaterblogs kein Leichtes, da der Feuilletonist sich in der Blogosphäre bislang nicht heimisch fühlt, auch der Leser sucht das Theater vielleicht eher auf Papier oder spät abends auf einem dritten Programm.
Das Theatertreffen, das vom 1. bis zum 18. Mai in Berlin statt findet, hat sich nun von der Bühne auf ein Blog gewagt. Und das gar nicht zaghaft. Alles andere wäre wohl auch eine Überraschung, denn Experimentierfreude und der Umgang mit neuen Medien ist für das Theater nichts Neues. Wenn also gebloggt wird, dann mit Schwung und in allen Spielweisen. Die Erweiterung der Festivalzeitschrift in die digitale Welt wird sich daher keinesfalls nur mit Texten begnügen. Sechs junge Kulturjournalisten und ein Fotograf bestücken das Blog des Theatertreffens neben Worten auch mit Videos, Audioformaten, Bildergalerien und ihrem Twitter-Feed. Dieser ist übrigens äußerts lesenwert, denn Kommentare wie "Ebenfalls seltsam: Das Kind aus Schlingensiefs Kinderchor, das nach der Generalprobe seine Mutter fragte: "Und, Mama, hast du geweint?", wären wohl sonst eine Anekdote des Zuhörerers geblieben. Das Randgeschehen wird in Massenmedien nur wenig Platz finden. Bei Twitter hingegen, welches den Weg zu einem Massenmedium immer schneller beschreitet, werden auch banal scheinende Details, flüchtige Beobachtungen und Geschehnisse abseits der großen Aufführungen und Namen den Weg zu einem Publikum finden. Vor allem zu einem anderen Publikum. Denn das Bloggen mag für das Theatertreffen zunächst interessant gewesen sein, weil an dem Auftritt im Netz kein Weg mehr vorbei führt, die Arbeit der jungen Journalisten wird das Theatertreffen aber besonders für ein neues Publikum öffnen, das sich eher am Bildschirm herumtreibt als am Frühstückstisch mit dem gedruckten Kulturteil. Ob nun als kurzen Artikel oder langen Bericht, Video, Podcast oder in 140 Zeichen - sicher ist, dass es auf dem Theatertreffen-Blog mehr geben wird als das Konkurrieren um den großen Text zu Schlingensief und ganz anderes, als man von journalistischen Beiträgen von den Bühnen des Landes kennt.
Im Dachgeschoss der Berliner Festspiele freut man sich derweil auf Kommentare, Anregungen und besonders Tipps zu Kultur- und Theaterblogs.
Den Blick hinter den Vorhang findet ihr nach dem Klick.
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Danke für den Hinweis. Habe zwar nur eine Inszenierung gesehen, die eingeladen worden ist. Und nach Berlin geht's dieses Jahr auch nicht. Aber das Blog werde ich gespannt verfolgen!
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Ausgabe 06/12
09.02.2012
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