Tessa

Ein Fetzen Gemeinschaft.

25.02.2009 | 16:23

Hier, wo Du strahlst

Die Berliner Band Klez.e hat Ende Januar ihr Masterpiece „Vom Feuer der Gaben“ veröffentlicht. Somit hat der kalte Winter seine Berechtigung und Bestimmung gefunden, denn warm um's Herz wird einem mit dieser wundervollen Indie-Pathos-Rock-Scheibe mit Sicherheit.



fotocredit: mainstage

Gut Ding will Weile haben, vielleicht hat es deshalb zwei Jahre gedauert, bis das neue Album der Berliner Band Klez.e um Mastermind Tobias Siebert fertig war. Vielleicht spielt Zeit auch keine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, etwas zu erschaffen, was die Chance besitzt, als zeitlos funktionierendes Abbild einer Generation, einer Stadt, einer Szene, einer Stimmung oder zumindest eines Momentes zu überleben. Und Klez.e versuchen diesen Eindruck zu verfestigen und zu ergänzen. So gibt es zu jedem der zwölf Songs ein Bild, eine Assoziationsfläche, einen Denkanstoß, eine Anregung; gemalt von verschiedenen Künstlern, die sich der verschiedenen Stücke mal mehr, mal weniger direkt annehmen und sich auf den von der Band bereiteten Boden einlassen. Dual Sessions nennt die Band diese Verbindung von Kunst und Musik. Lisa von Bilerbeck ist dabei, ebenso Jan Kruse von der Designschmiede Human Empire, Paul Holland, Michael Wutz, Daniel Lange, Rene Arbeithuber oder Andy Potts, der den Titeltrack illustrierte.



fotocredit: mainstage

Klez.e bündeln, sammeln, archivieren sich, Musik und Aussage, geben sich frei und nennen das „Die große Einfachheit“ oder „Wir ziehen die Zeit“. Das hat alles Hand und Fuß, aber in erster Linie viel Herz. Auch andere haben früher schon diese magischen Musik-Momente mit Siebert und seinen Mitstreitern Christian Schöfer, Patrick Vollberg, Daniel Moheit und Filip Pampuch erlebt, so zum Beispiel Schauspieler, Autor und Siluh-Label-Betreiber Robert Stadlober, der dies bereits im letzten Jahr in einem langen Text, in Gänze nachzulesen an dieser Stelle, über den Musiker und Produzenten Tobias Siebert, beschrieb: „An dem Abend in Leipzig war der erste Satz, den Tobias sprach, als er die Bühne betrat: „Hallo, wir sind Klez.e und wir machen hier heute alles kaputt.“ Und sie taten es dann auch. Mit teilweise drei Gitarren bauten sie solch flirrende Gewittertürme auf, dass einem das Getränk überschwappte. Schrill schnitten einem Feedbackpeitschen und Computerkäfertöne zwischen die Augen, aber dann wurde man sofort wieder warm und wohlig vom Gesang eingefangen. Einem Gesang, der wunderbar haltlose Melodien trug, Wörter, kaum greifbar, aber irgendwo kongruent mit eigenem Unformuliertem. Danach rannte ich raus, in die Leipziger Nacht, eine Schaufensterpuppe hinter mir her ziehend und kurz hatte ich endlich wieder einmal das befreiende Gefühl, alles wäre positiv kaputt. Alles wäre möglich!“ Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. „Vom Feuer der Gaben“ erlaubt große Gefühle, ist bei Loobmusik/Universal und wird sich in den nächsten Monaten bei den Anwärtern zur Platte des Jahres einreihen.

Klez.e spielen heute Abend ein Radiokonzert bei Fritz, das ab 19.00 Uhr auf dem Jugendsender des RBB übertragen wird. Ab Freitag sind Klez.e dann bis zum 14. März durch Deutschland und Österreich auf Tour, u.a. mit Johannes Finke als Support & Vorband. Die genauen Termine könnt ihr ihrer Website entnehmen. Hörproben gibt es heute abend bei Fritz oder bei Myspace.

Dieser Text ist zunächst erschienen in der Fashionweek Sonderausgabe des BLANK Magazins, dessen nächste Ausgabe unter dem Titelthema "Wir glauben an das Gute" am Freitag erscheint.
 
Senden Bookmarken Drucken
Tessa
bloggerin, schreiberin + social media managerin beim spd-parteivorstand.
Ort:
Berlin
Mitglied seit:
3 Jahre 19 Wochen
Zuletzt aktiv:
01.03.2012
Status:
Autorin
Aktivität:
Beiträge: 66
Kommentare: 787
Mein Projekt:
Logbuch
03:51
Nashira hat gerade einen Kommentar geschrieben.
03:34
Nashira hat gerade einen Kommentar geschrieben.
03:28
Fro hat gerade einen Kommentar geschrieben.
03:27
Nashira hat gerade einen Kommentar geschrieben.
03:17
Nashira hat gerade einen Kommentar geschrieben.
David Graeber Schulden. Die ersten 5000 Jahre Klett-Cotta 2012

536 Seiten. Gebunden.

26,95
 
Seit der Erfindung des Kredits treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG