Die Wahl ihres Bandnamens im Zusammen- spiel mit den sorgsam selektierten Vintage-Outfits, die über die skandinavischen Streetstyle-Blogs auch aus der Garderobe deutscher Mädchen nicht mehr weg zu denken sind, lässt erste Schlüsse darüber zu, welche musikalischen Schritte die Mädchen von Those Dancing Days in die Welt des Pop gewagt haben: Es sind beschwingte Schritte direkt auf das Tanzparkett jeder Indie-Disko: Mit Anlauf, mit rosigen Wangen, aber vor allem mit Stimme. Linnea Jönsson, die Sängerins, ein zartes Wesen mit frech sprin- genden Locken, manövriert eine sehr erwachsene Stimme durch jungen, verspielten Sound ohne in den Kurven vom Gas zu gehen. Ihr souliger Gesang trägt wohl nicht unwesentlich dazu bei, dass eine Gruppe soeben volljährig gewordener Musikerinnen nicht direkt in die Ecke des Zuckerpop abgeschoben wird. Zudem verzichten die Damen aus dem Stockholmer Vorort Nacka auf eine Rotation am Lead-Mikrophon oder den übermäßigen Einsatz ihrer Stimmen vereint im Chor, der auch in nonchalant vorge- tragenen Stücken schnell die Erinnerung an ein Ferienlager wecken kann. Die Rollen und Instrumente sind klar verteilt. Seit dem Sommer 2005 spielen Rebecka, Lisa, Cissi, Mimmi und Linea als Band zusammen. Auch bei den Schwedinnen entpuppte sich die Entscheidung einige Demos auf ihre Myspace-Seite zu laden als einfache Werbe- maßnahme mit hoher Triebkraft. Sie werden ohne Frage in diesem Jahr fester Gast bei britischen Award-Shows sein.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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