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Kultur : Danke, Rudi Assauer

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Es gibt ausser Uli Hoeneß wenige Manager, deren Name so eng mit einem Fussballclub verbunden sind. Willi Lemke vom SV Werder Bremen, ja, er war so einer. Zusammen mit Otto Rehagel machte er die Norddeutschen zu einer der ersten Adressen im deutschen Fussball.

Und natürlich Rudi Assauer. Was wäre der FC Schalke 04 ohne ihn? Assauer lebte Fussbal wie kaum ein anderer, er hatte nicht nur Visionen, er verwirklichte sie. Wer spricht heute noch vom Gelsenkirchener Parkstadion, wo es doch die Multifunktionsarena auf Schalke gibt. Unvergessen bleibt der Werbespot mit seiner damaligen Lebenspartnerin Simone Thomalla und den legendären vier Worten " nur gucken, nicht anfassen" für den Schalker Werbepartner, die Veltins Brauerei. Die Arena auf Schalke ist sein Lebenswerk, sie ist nicht nur das Stadion des Fussballclubs, nein, hier finden auch Profiboxweltmeisterschaften, Open-Air-Konzerte, ein CL-Endspiel und sogar Biathlonnrennen statt. Assauer hat sich damit zu Lebzeiten schon sein Denkmal gebaut. Er hatte seinen Anteil an den Ruhrfestspielen 1997, als die Rivalen aus Dortmund die Champions League und seine Schalker den UEFA-Pokal in den Ruhrpott holten.

Dass er immer auch an der Grenze zum Größenwahn agierte, dass er Schalke in seinem Bestreben, den Club auf Augenhöhe mit den Bayern zu führen, in immense Schulden stürzte, gehört genau so zu seinem Charakter wie der Hang zum schönen und öffentlichkeitswirksam präsentierten Leben. Assauer genoß die öffentliche Aufmerksamkeit, ja, er brauchte sie wie die Luft zum Atmen.

Wie viel Mut muss es ihn gekostet haben, mit seiner unheilbaren Erkrankung in die Öffentlichkeit zu gehen. ALZHEIMER - eine niederschmetternde Diagnose. Nichts ist, wie es einmal war, hilflos, krank und abhängig, es muss der Horror für einen Mann sein, der immer sein Image als Macher gepflegt hat. Um so mehr verdient sein Schritt Respekt, bleibt sich Assauer doch auch hier selber treu.

Was bleibt, ist sein Beitrag für den deutschen Fussball, für Schalke und für alle, die sich an den glamourösen Auftritten des Rudi Assauer erfreuen konnten. Was bleibt, ist die Tragik des Lebens, die Assauer jetzt erlebt.

Und es bleibt eine tiefe Verbeugung vor einem Besessenen, ohn den der deutsche Fussball nicht so wäre, wie er heute ist.

Danke, Rudi Assauer

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.