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Vorab, ich möchte diesen Beitrag nicht als Wahlempfehlung verstanden wissen, sondern als einen Beitrag zur Berliner Wahl.
Die Berliner Morgenpost berichtet heute auf ihrer ersten Seite, dass nach der aktuellsten Umfrage von Forsa die Piraten bei 5% liegen. Damit hätten sie erstmals den Sprung in ein deutsches Landesparlament geschafft. Das ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.
Erstens zeigt es, dass eine Partei, die aus der Beschäftigung mit den Chancen und Risiken einer zunehmend digitalisierten und vernetzten Welt enststanden ist, durchaus unter spezifischen und für sie günstigen Konstellationen in der Lage ist, mehr als 5% der Wähler von sich zu überzeugen.
Zweitens, der Punkt im Wahlprogramm, der die Übertragung von Sitzungen des Parlamentes als Livestream fordert, ist noch mit der Herkunft der Partei verknüpft. Die Piraten haben sich aber auch anderen Themen geöffnet . So fordern sie die Kennzeichnungspflicht für Berliner Polizeibeamte, was umstritten ist, jedoch mehr Offenheit und Transparenz bedeuten würde.
Drittens, der Vorschlag der Piraten, zugunsten einer von jedem zu zahlenden Nahverkehrsabgabe auf die Pflicht zum Erwerbe eines Tickets und auf Kontrollen zu verzichten, zeugt von Kreativität. Auch wenn die praktische Umsetzung noch zu diskutieren ist ( wie wird mit Touristen verfahren), so hätte er doch Vorteile. Die BVG hätte sichere Einnahmen und wäre unabhängig von Finanzzuweisungen des Senates. Schwarzfahrer und damit hohe Verluste der BVG würden der Vergangenheit angehören. Sicherlich, es wäre ein Zwangsabgabe und nicht jeder würde die BVG nutzen. Nur wäre mittelfristig auch ein ökologischer Aspekt spürbar, weil einige Berliner weniger mit dem Auto fahren würden, weil sie ja für die BVG zahlen. Und weil der ÖPNV im weiteren Sinne zur öffentlichen Daseinsvorsorge gehört, wäre eine jährliche Abgabe durchaus gerecht.
Viertens hat Forsa festgestellt, dass gerade enttäuschte Wähler der Grünen zu den Piraten wechseln, weil sie sich vo grünen Wahlprogramm nicht mehr angesprochen fühlen.
Und, last but not least, ein Einzug der Piraten würde die in Berlin wie bundesweit verkrustetete und festgefügte Parteienlandschaft kräftig durcheinderwirbeln. Nun sind Umfragen keine Wahlen, doch sind die Piraten damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden und haben den Dunstkreis der eingefleischten Computerfans verlassen.
Wer diese Partei dann wirklich mit seiner Stimme in das Abgeordnetenhaus gewählt hat, werden wir 18.09.2011sehen. Einige Argumente, die Piraten zu wählen, sind jedenfalls vorhanden.
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den vorschlag hinsichtlich des öpnv halte ich für innovativ ...
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Obwohl mein (politisches) Herz eher links schlägt, so werde ich - wie zur letzten BTW - nun wohl mit der Zweitstimme wieder die Piraten wählen. Die "bessere" SPD in Gestalt der sachzwangverstehenden Reformlinken ist keine Option und Linke Blockwarte möchten hüben wie (ehemals) drüben Macht und Domestizierungspotential über die staatstragenden Medien erhalten; nicht zuletzt Pfründe sichern; Grüne dito...
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Die Piraten sind supi!
„Wir wollen das Bild des gläsernen Abgeordneten haben.“ |
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Ja supi !!!
Vielleicht ist Domscheit-Berg ja da auch Mitglied, dann können die Piraten auf vollen Kurs gehen. Geil ! |
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Es erstaunt mich, dass erwachsene Menschen sich auf eine Kinderpartei einlassen. (Der Spitzenkandidat sagt im Fernsehinterview sinngemäß, die Partei habe sich noch nicht in alle Politikfelder, er nennt Wirtschaft, eingelesen und eine Meinung gebildet.) Die bekennende geistige Lücke scheint sich positiv in Wählerstimmen umsetzen zu lassen.
Dazu bringt Blogger/in g. den richtigen Wahlslogan bei: Die Piraten sind supi! Genau. Und die deren Wähler sind natürlich auch supi. |
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Supi...
"Wir leben aktuell in einer Phase der kompletten Absurdität, die wahrscheinlich nur die kommenden Generationen als solche erkennen werden." www.heise.de/tp/artikel/35/35255/1.html Insofern - und dafür sind nicht die Piraten verantwortlich, bestenfalls und zukünftig partiell zuständig - wird es vollkommen neue Wege geben müssen, sollte "der neue Leviathan" nicht an konstruierten Sachzwängen und partikularen Formalien scheitern. Die Zipfelmütze weit in das Gesicht ziehen wird nicht mehr reichen... www.heise.de/tp/artikel/35/35388/1.html |
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Ja, es ist mir unerklärlich wie man die Piraten ernst nehmen kann und wie die Piraten es schaffen, sich selbst ernst zu nehmen.
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schrieb am
05.09.2011 um 00:37
Am Programm der "Piraten" ist ja durchaus einiges erwägenswert (wie übrigens an den Programmen anderer Splitterparteien - auf dem Papier - meistens auch).
Ich bin allerdings so altmodisch, gegen eine Partei, die den Oberbegriff für marine Räuber und Mörder (nichts anderes sind Piraten, trotz aller Verklärung durch diverse Hollywood-Schnulzen) als Markenzeichen im Namen führt, Vorbehalte zu hegen, selbst wenn es nur als infantil zu sehen ist. Ich will nicht auf die lustigen "Biertrinker" rekurrieren, die es auch mal als Partei gab - aber auch gegen eine "Vergewaltiger-" oder "Abzocker-"Partei hätte ich was. Wenn ich mich recht erinnere, geht der Name vor allem auf das geforderte Recht auf "freies Saugen" aus dem Web zurück. Tut mir leid - hat für mich was mit Diebstahl zu tun. |
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Ich warte erst einmal ab, wie sich die Berliner Piraten zur Männer AG der Piraten stellen. Die Gruppe um Arne Hoffmann und Alexander Ulfig mit ihren rückwärtigen Geschlechterbild scheint zunehmend den Kurs anzugeben in Genderfragen der Partei. Das finde ich massiv beunruhigend. Arne Hoffmann gab bereits Interviews für die Junge Freiheit und ist mit Mitglied von AGENS, einer obskuren Maskulistengruppe, von denen hier auch so einige rumspu(c)ken.
Ich habe den Berliner Piraten vor drei tagen eine Mail geschrieben und sie gebeten, sich zur Männer AG und zu ihrem Mitglied Hoffmann zu positionieren, denn ich weiß auch, dass viele Piraten seit 3-4 Jahren deutlich ablehnend dieser Infiltrierung gegenüber stehen. Sollte der Verband sich distanzieren, würde ich überlegen, die Piraten zu wählen. Alleine um diese Haltung zu unterstützen. Die Piraten haben sicherlich noch zu allen Themen eine Haltung gefunden. Aber im Gegensatz zur letzten Wahl hat sich da schon so einiges getan. Für mich sind sie keineswegs supi, sondern mehr das geringere Übel. Und das auch mit Bauchweh. Vielleicht wird es auch die Bergpartei. |
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@ebertus
Sie benutzen den Begriff Blockwart. Und verlinken zu einer Seite die erklärend sein soll. Sie verwechseln hier etwas. Der Begriff Blockwart war im Dritten Reich kein offizieller Begriff. Sondern wurde durch die Bevölkerung (Umgangssprachlich) als Oberbegriff für niedere Ränge der NSDAP Parteistruktur hergenommen. Richtig ist die Bezeichnung :Blockleiter Dieser trifft dann auf ihren Sachverhalt zu. Oder wie ich sagen würde ein Propaganda-Facility-Manager. ;-) |
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@Dabularasa
Einverstanden: Facility-Manager mit erweitertem, Big-Brother ähnlichem Aufgabenbereich; und für "Facilities" jeglicher Art... Wie in (meinem) verlinkten Blog bereits angedeutet: der Facilities gibt es viele, in mannigfaltiger Form. Ob Blockwart oder Blockleiter, kreativen IMs sind da kaum Grenzen gesetzt. Und dieses erwartbare Treiben wird von den Linken - in den Bundesländern mit Platz am Katzentisch - gar noch aktiv unterstützt. No way...und bei den beinahe adhoc bereitgestellten Summen für die Rettung der Banken, der Besitzenden, der Mächtigen sind die Kosten für einen von den Piraten geforderten Nulltarif im öffentlichen Nahverkehr lediglich "peanuts"; eine fata morgana, ein Totschlagargument des konstruierten Sachzwanges. |
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Die kreativen Ideen, überhaupt die Eigenschaft der Partei, von Ideen auszugehen und gestalten zu wollen, anstatt zunächst auf die "Sachzwänge" zu schauen, halte ich auch für einen guten Grund, sie zu wählen.
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Nur eine Ergänzung: Dass die Piratenpartei auch für (ältere) Arbeitnehmer interessant wird, dürfte mit dem Thema "Mindestlohn" zusammenhängen, dem sie sich mittlerweile widmet.
Egal, ob 4 oder 5% - ich hoffe, dass die Piraten noch vor der FDP in die Ziellinie einlaufen |
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Ich halte die Piratenpartei auch für keine gute Variante für die Zukunft, aber besser die als die FDP.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Piratenpartei, so wie es die FDP macht, das Volk mit Füßen tritt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass diese Partei solche Narren wie Westerwlle und Rösler in ihren Reihen hat. |
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Ich halte die Piratenpartei auch für keine gute Variante für die Zukunft, aber besser die als die FDP.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Piratenpartei, so wie es die FDP macht, das Volk mit Füßen tritt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass diese Partei solche Narren wie Westerwelle und Rösler in ihren Reihen hat. |
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@ Matto
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass diese Partei solche Narren wie Westerwelle und Rösler in ihren Reihen hat. Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Wir kennen die Leute nicht. Sie kennen sich selbst kaum. Bei Parteineugründungen kommt immer einiges zusammen. Auch den Grünen erging es nicht anders. Rechts- und Linksradikale waren zu Beginn unter dem selben Parteidach versammelt. Ich wundere mich, dass die sympathiesierenden potenziellen Wähler dieser Piraten sich blind stellen und das Kreuz bei einer Partei machen wollen, die keine grundlegenden gesellschaftlichen Analysen vorgenommen, sondern sich nur ein Wahlprogramm zusammengeschustert hat, das, je nach Tageslaune, auch ganz anders hätte ausfallen können. Die hier niedergeschriebenen Wahlabsichtserklärungen muten an, als stünde man an der Theke des Backwarenhändlers und würde auf die Frage, was darf's denn sein, heute, etwa weil's regnet, die blonden Brötchen bevorzugen. |
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>>Nur eine Ergänzung: Dass die Piratenpartei auch für (ältere) Arbeitnehmer interessant wird, dürfte mit dem Thema "Mindestlohn" zusammenhängen, dem sie sich mittlerweile widmet.<<
Ich habe mal versucht, das zu recherchieren: Konkrete Aussagen dazu gibt von der Partei nicht. In dem Zusammenhang fällt mit auch die BGE-Geschichte ein: Ein paar „Piraten“ sagten mal, dass sie ein bedingungsloses Grundeinkommen gut fänden und initiierten eine Demonstration dazu. Auf dem Parteitag der Piraten wurde aber der BGE-Antrag abgeschmettert. Jetzt wissen noch ein paar Leute irgendwas vom „Piraten = BGE-Image“ und bei Parteitagen schaut eh niemand so genau hin. So dürfte es wohl auch mit „irgendwie Mindestlohn“ laufen: Unvollständig von der Linken abgekupfert und bald wieder entsorgt. Bleibt noch die ÖPNV-Abgabe. In 90er wurde das mal bei den Grünen diskutiert und dann wieder fallen gelassen. Wenn die "Piraten" das konsequent vertreten, mit Argumenten unterfüttern würden und tatsächlich über 5 % kämen, dann müssten sie mit einer Gegenkampagne von SPD/CDU/Grün/CSU/FDP rechnen. Das halten die nicht durch. --- >>Die Gruppe um Arne Hoffmann und Alexander Ulfig mit ihren rückwärtigen Geschlechterbild scheint zunehmend den Kurs anzugeben in Genderfragen der Partei…<< Die bringen wohl den meisten Stimmenzuwachs, da sollte man sich nichts vormachen. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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