Jeder kennt sicherlich den grauen Kapitalmarkt, auf dem windige Gestalten zu Wucherzinsen Geld verleihen. Was aber ist der graue Hotelmarkt, vor dem der Hotel- und Gaststättenverband Berlins jetzt so eindringlich warnt? 3 Mio Berlinbesucher und 50.000 Betten, es sind beeindruckende Zahlen, mit denen dieser Markt aufwartet.
"Touristen in Berlin müssen sicher und sauber untergebracht werden", fordert Dehoga-Präsident Willy Weiland und spielt damit auf Missstände im hygienischen Bereich, der Sicherheit oder beim Brandschutz an. Weil sich diese Ferienwohnungen nicht den Kriterien des DEHOGA, den allseits bekannten Sternen, unterziehen müssen, gibt es sicherlich auch Ferienwohnungen, die als mangelhaft bezeichnet werden müssen. Nur trifft dies mit Sicherheit nicht auf alle Berliner Privatquartiere zu.
Für Hans Eilers von Visit Berlin Partnerhotels ist das anonyme Buchungsverfahren über das Internet ein Sicherheitsproblem. "So könnten Menschen ohne jede Anmeldung in der Stadt untertauchen." So fordern beide Manager das Land Berlin zum Handeln auf. Die Bezirksämter sollen die vom Senat geänderte Verordnung über den Betrieb baulicher Anlagen stärker zu kontrollieren, heißt es von beiden Branchenverbänden.
Mittlerweile beschweren sich immer mehr Mieter über die Zustände in den Häusern, in denen zu viele Wohnungen als Feriendomizile vermietet werden, so kommt es unisono von DEHOGA und Visit Berlin Partnerhotels. Mal davon abgesehen,dass auch in den etablierten Hotels Gäste einchecken, die ihre gute Kinderstube vor Antritt der Reise zu Hause gelassen haben, dürfte es noch einen weiteren Grund geben, warum DEHOGA und Visit Berlin Partnerhotels mit dem Thema in die Öffentlichkeit gehen. Die Besucherzahlen werden für Berlin weiter ansteigen und jeder Gast, der sich für ein Privatquartier entscheidet, bringt den Hotels keinen Gewinn. Anders gesagt, es geht darum, dass auf dem hart umkämpften Berliner Hotelmarkt mit dem grauen Markt ein unerwünschter Mitbewerber auftaucht, der sein Stück vom Kuchen haben möchte.
Nur lebt die Marktwirtschaft nicht gerade vom Wettbewerb und belebt dieser nicht das Geschäft?
Quelle: Berliner Morgenpost
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen