rolf netzmann

der weg nur ist das ziel

14.03.2010 | 10:50

harry mullers fisch spezialitäten

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Leise schlugen die Wellen gegen das Glas. Harry Muller jr. stand auf dem Gang und sah auf das Meer hinaus, oder das, was mal Meer war. Er wusste, das 2 Meter dickes Spezialglas zwischen ihm und den Wellen war und das das Wasser dort draussen kaum noch Leben barg. Sein Vater hatte den richtigen Riecher gehabt, als er als junger Mann auf Tuvalu anfing, Meeresfische in Aquarien zu halten. Wie wurde er belächelt, der Spinner, so schlimm wird es alles nicht. Harry Muller hatte sich mit einem Biochemiker zusammengetan, ein Visionär wie er,
sie hatten begonnen, zu erforschen, wie es möglich wäre, die so Fische zu klonen, dass daraus eine Massenproduktion werden konnte. Als Verrückte waren sie abgestempelt worden, damals vor 70, 80 Jahren.
Am Ende der Stadt hatten sie ihr Labor errichtet, hatten Aquarien aufgestellt.
Harry Muller jr. biß in sein Fischbrötchen, mmmhhh, lecker , dachte er und schmunzelte.
2 Jahre nach dem Beginn der Arbeiten war klar, dass Tuvalu nicht mehr lange existieren würde. Harry Muller , der immer noch als Spinner verschrien war, begann sein Labor zu verlegen, nach Alaska. Er wollte die natürliche Kälte mit ausnutzen für seine Aquarien. Er kaufte von einem alten Ranger dessen Land auf und verlegte seine Fabrik in die unwirtliche Kälte Alaskas. Inzwischen bestand Tuvalu nur noch aus der Hälfte seiner früheren Landmasse und immer mehr Menschen verloren ihre wenigen Habseligkeiten. Harry Muller , seine Frau Melissa und sein Sohn Harry jr. begannen das erste Geld zu verdienen. Durch den expansiven Fischfang waren die Bestände arg dezimiert, Fische , selbst Heringe,wurde zum Luxusgut. Doch Harry Muller
hatte die Lösung. Er hatte ebenfalls expandiert, auf "Harry`s Fish -Ranch " entstanden immer mehr Aquarien, in denen sich Heringe, Sprotten, Schwertfische, Flundern, aber auch Krebsarten und sogar Haie tummelten. Harry Muller sr. hatte sich das von ihm und seinem Team entwickelte industrielle Klonverfahren vom Weltpatentamt schützen lassen und war so zum alleinigen Lieferanten der Gastronomie aufgestiegen. So lag es nahe , dass er irgendwann selber Gastronom wurde. Er war einer der reichsten Männer der Welt geworden , nur Thomas Dell , der Computermogul , hatte mehr Vermögen als er gescheffelt. Er konnte die besten Ingenieure und Wissenschaftler beschäftigen und sie mit exclusiven Fischspezialitäten ködern, die er nicht in den Verkauf brachte. So entstanden vor etwa 20 Jahren seine schwimmenden Restaurants, in denen die Gäste Fisch, Hummer und Krebse geniessen und einen Blick auf das Wasser werfen konnten, das ihnen immer mehr den Lebensraum nahm. Pro Jahr stieg es immer um ca. 10 Millimeter an, weltweit. Die riesigen Eisberge, von denen Harry`s Vater ihm früher , als er noch ein Kind war, erzählt hatte, waren nur noch auf Filmen zu sehen.
Wie ein Märchen wirkten auf Harry Muller jr. die Bilder, auf denen Politiker zu sehen waren, die in Kopenhagen auf einem Weltklimagipfel debattierten , wie die Vernichtung der Erde verhindert werden könne.
Wie Kinder, die sich gegenseitig ihr Spielzeug wegnehmen, so kamen sie Harry vor.
Sein genialer Vater hatte die Zeichen der Zeit richtig erkannt und seinen Nachkommen ein sorgenfreies Leben
hinterlassen. Harry war zufrieden.
Er schlenderte langsam den Gang entlang. Für dieses Restaurant, das "Remember" hatte er die Koordinaten seiner ehemaligen Heimat gewählt, hier war früher mal Erde, hier war Tuvalu, ehe das Wasser es überflutet hatte. Das "Remember" war sein Flaggschiff, mit einem Durchmesser von 2 Kilometern und Gästezimmern, einem Casino und einer eigenen Meerwasser - Entsalzungsanlage.
Harry hatte sein Büro im 2. Obergeschoss erreicht. Er wartete auf eine wichtige Nachricht, wann würde der Flug auf den geheimen Fluchtpunkt der Milliardäre im All erfolgen, den er mit Thomas Dell und Francis Porsche, einem Nachkommen des legendären Automobilpioniers , finanziert hatte. Die Erde, das wussten sie , war nicht mehr zu retten......

 

copyright by rolf netzmann

 
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Kommentare
archinaut schrieb am 14.03.2010 um 12:00
Milliardär sein ist kein Spaß
- ohne Prekariat:-))
rolf netzmann
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03:37
Georg von Grote hat gerade einen Kommentar geschrieben.
03:29
Fro hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Wolfram Heinrich hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Fro hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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