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Die Frage einer Regierungsbeteiligung der Linkspartei wurde schon diskutiert, als vor den Thüringer Wahlen die Landes-Linke mit einem eigenen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten antrat. Diese Diskussion eines Für und Wider wird in der Partei, und nicht nur dort, noch lange geführt werden.
Regierungsbeteiligung bedeutet, mehr noch als Opposition, in das herrschende System eingebunden zu sein und es " zu verwalten", was manche, zu Recht, als Annahme bestehender Machtverhältnisse deuten.
Andere wiederum verweisen darauf, dass die Linke in der Regierung mehr Möglichkeiten hat, politische Vorstellungen umzusetzen, als wenn sie sich dauerhaft auf eine parlamentarische Opposition reduziert. Der ÖBS in Berlin, gesetzlicher Mindestlohn für Firmen, welche öffentliche Aufträge erhalten oder Sozialtickets für sozial Schwache werden da als Beispiel angeführt.
Beide Positionen sind, für sich genommen, richtig. Nur stellt sich die Frage, warum stellt sich die Linke für Wahlen auf, wofür möchte sie gewählt werden? Wer soll ihr dauerhaft die Stimme geben und wofür?
Als parlamentarische Kraft, die die Regierung treibt, die anprangert, was die Regierenden an Ungerechtigkeit in Gesetze verpacken, sagen die einen.
Als gestaltende Kraft, die die Möglichkeiten der Exekutive ausreizt, gesellschaftliche Handlungsspielräume erweitert , kommt als Erwiderung der Befürworter einer Regierungsbeteiligung.
Wenn linke Mehrheiten vorhanden sind, müssen diese genutzt werden, hat Caren Lay, die Bundergeschäftsführerinn der LINKEN, gestern in der Berliner Runde in Richtung der SPD-Generalsekretärin Nahles geäussert. "Wir müssen gar nichts", erwiderte diese, und es klang genervt.
Dieses Für und Wider abwägen, auf Landesebene, pragmatisch, was ist von unseren Vorstellungen umsetzbar mit möglichen Partnern, auch mit Personen, das dürfte der gangbare Weg sein.
Eine strikte Verweigerung der Exekutive, eine Fixirung nur auf Opposition, wird auf Dauer der Linken schaden, genau so wie, auch das muss klar gesagt werden, ein Regieren wollen um jeden Preis.
Und so wird sie weiter gehen, diese Diskussion, und nach jeder Wahl entsprechend den realen Bedingungen neu entschieden werden.
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Es ist tragisch, dass "Die Linke" extrem abgebaut hat.
Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass auch nach Vereinigung mit der WASG "der Erfolg" ausgeblieben ist und sich vor allem die klassischen Parteien einem Wählervotum verweigern. In einer Wahldebatte am Sonntag abend, haben die Generalsekretäre der FDP, CSU, CDU wieder mal 23% Wähler der "Die Linke" massiv beleidigt. Alle 3 - angeführt von Dobrindt (CSU) haben die SPD massiv angegriffen, dass sie nicht vor den Wahlen klare Stellung bezogen habe. Vor den Wahlen? Man darf sich wundern, wieso überhaupt noch gewählt wird, wenn die Verhaltensweisen nach der Wahl schon vor der Wahl entschieden werden sollen. Diese Generalsekretäre sagen also: Ganz egal, was die Wähler wählen werden, wir entscheiden schon vor der Wahl, wer regieren oder zusammen regieren wird. Das Wählervotum ist unbeachtlich. Dh "Die Linke" mit immerhin beachtlichen 23% hätte nur dann eine Chance bei LTW oder BTW, wenn sie die alleinige Mehrheit erreichen würde. Um die anderen Parteien mal aus ihrem Tiefschlaf endlich aufzuwecken, wäre es in der Tat wohl erforderlich, dass auch die Gegner der Die Linke - aber die Kritiker der klassischen Parteien - in einer Denkzettelwahl mal Die Linke in die absolute Mehrheit wählen. Dann erst würde den CDUCSUFDPSPDGRÜNE ein Licht aufgehen. Vorher nicht. Das Risiko ist gleich Null. Denn noch schlechter kann man das Land gar nicht regieren. Ich finde es schon beachtlich, dass man in einer Demokratie sagt, was 23% des Volkes wählen, interessiert uns einen Scheiß. Diese Wähler sind Deppen und in einer Demokratie nicht wichtig. Wie ich schon mal sagte: Mindestens ein Teil der Deutschen sind ebenso demokratieunfähig wie lernunfähig. |
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Das Problem sehe ich - wie so oft - bei der SPD und keineswegs bei der Partei DIE LINKE.
Wer sich weigert eine Koalition mit denjenigen einzugehen, deren politische Ziele sich in großen Teilen mit den eigenen decken (DIE LINKE.-GRÜNE) und aus lauter "Kommunistenfurcht" lieber auf ewig der Junior-Partner einer konservativ- bis reaktionären CDU bleibt, wie es die SPD jetzt wohl erneut vorführt, dem spreche ich den Willen ab eigene politische Vorgaben umzusetzen. Ich wusste schon warum ich vor langer Zeit aus der SPD ausgetreten bin und ..., das wußte sogar schon damals Kurt Tucholsky (Zitat: "Partei wo Familien Kaffeekochen können ..." oder so ähnlich. Finde ich jetzt nicht so schnell). Was in Lafontaine's Blog zur Situation nach der Sachsen-Anhalt Wahl zu lesen ist, kann ich weitgehend unterschreiben: www.lafontaines-linke.de/2011/03/nach-der-wahl-sachsen-anahlt-rot-rot-linke-spd-gruene/ |
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Ergänzung:
Kurt Tucholsky über die SPD " Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas -:vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen." (Kurt Tucholsky) Quelle: www.politik.de/forum/parteien/97991-kurt.html |
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"Eine strikte Verweigerung der Exekutive, eine Fixirung nur auf Opposition, wird auf Dauer der Linken schaden, genau so wie, auch das muss klar gesagt werden, ein Regieren wollen um jeden Preis."
Gut auf den Punkt gebracht! Mir wäre aber vor allem eine Linke die um jeden Preis in dieser Gesellschaft mit ihrem Hartz IV und was auch immer bei den Herrschenden in der Regierung ankommen will immer noch das weitaus größere Übel! |
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@poor, das ist das Problem der LINKE-n, selbst Minister einer Landesregierung können nicht alles verändern, was in dieser Republik an gesellschaftlicher Akzeptanz verankert ist. Das hat der erste linke Arbeitsminister der BRD, Helmut Holter, 1998 in Meck-Pomm schon gewusst, bevor er ins Amt kam, dass mehr als Korrekturen und die Ausreizung des Möglichen für ihn nicht machbar sind.
Dass die LINKE keine revolutionären Umwälzungen, keine Veränderung der Besitzverhältnisse an den Produktionsmitteln durchführen kann, ist klar. Also bleibt die Frage, ob kleinere, durchaus mögliche Veränderungen, wie Mindestlohn, Vergabegesetze und anderes, eine Regierungsbeteiligung rechtfertigen. |
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@rolf netzmann
"Also bleibt die Frage, ob kleinere, durchaus mögliche Veränderungen, wie Mindestlohn, Vergabegesetze und anderes, eine Regierungsbeteiligung rechtfertigen." Das stimmt, die Frage bleibt. Ich würde aber trotzdem eher zur Vorsicht bei der Rgierungsbeteiligung derLinken raten, wenn sie nur als Türöffner zur Macht gebraucht wird, raten. Das Pragmatische ist natürlich sehr wichtig, abe reben nicht um jeden Preis, wie Du ja selbst schreibst. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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