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Politik : Merkel blockiert Hollande aussenpolitisch

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Dass Deutschland aufgrund seiner ökonomischen Stärke die Marschrichtung in Europa vorgibt, ist bereits seit Monaten immer deutlicher sichtbar.
Mit dem jetzt eingefädelten Coup setzt die Kanzlerin Merkel aber noch einen drauf. Der Pakt, den sie mit den Regierungschefs von Spanien und Italien geschmiedet hat und dem der britische Premier beigetreten ist, bedeutet eine eklatante Einmischung in die französische Innenpolitik. Die vier Regierungschefs haben vereinbart, dass sie den Präsidentschaftskandidaten der Sozialisten, Hollande, in der Zeit des Wahlkampfes nicht empfangen werden. Das bedeutet aber nichts anderes, als dass der französische Sozialist aussenpolitisch blockiert wird.
Nur zur Erinnerung, 2005 wurde Merkel als Kanzerkandidatin in Washington vom damaligen US-Präsidenten Bush im Weißen Haus empfangen, obwohl sie nominell nur eine deutsche Parteivorsitzende war.
Dieses international übliche Recht verwehrt sie heute dem aussichtsreichen Kandidaten für das Amt des französischen Staatspräsidenten, nur weil dessen politische Ankündigungen ihrer eigenen Politik widersprechen.

Noch nie nach dem zweiten Weltkrieg hat ein deutscher Kanzler so offen den Führungsanspruch der Deutschen in Europa nicht nur artikuliert, sondern auch massiv durchgesetzt.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.