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Politik : Mr. Ahnungslos?

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Es war ein bezeichnendes Bild, das der Bundesinnenminister abgab, als er vor die Presse trat. Er wisse nicht, ob deutsche Sicherheitsbehörden in den Test auf dem Flughafen der namibischen Hauptstadt Windhuk eingebunden waren, diktierte er den Journalisten in´die Notizblöcke.Wie bitte? Wenn es der oberste politische Chef nicht weiss, wer bitte dann?

Es mag Fälle geben, in denen die politische Führung von den Aktionen ihrer Geheimagenten gar nichts wissen möchte, um im Falle eines Misserfolges nicht kompromittiert zu werden. Ein exemplarisches Beispiel dafür ist die Mossad-Aktion zur Ergreifung Adolf Eichmanns in Argentinien. Nur liegen hier die Dinge anders. Dass der Sicherheitsdienst des Flughafens nicht informiert wurde, ist nachvollziehbar, schließlich sollte er getestet werden. Der deutsche Innenminister jedoch sollte davon gewusst haben, sonst entsteht schnell der Eindruck eigenmächtigen Handelns deutscher Nachrichtendienste.

Nicht nur die betroffene Fluggesellschaft Air Berlin fordert eine lückenlose Aufklärung, auch die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, umfassend informiert zu werden. Die verantwortlichen Politiker betonen immer wieder das international eng abgestimmte Vorgehen im Kampf gegen den Terror. Was in Windhuk passierte, lässt daran zweifeln. Drei Tage nach dem Fund der Bombenattrape bleiben noch viele Fragen offen. Es wird Zeit, die ganze Wahrheit auf den Tisch zu packen, um zunehmende Zweifel zu zerstreuen. Wer die Bevölkerung immer wieder zur Wachsamkeit auffordert, sollte ihr gegenüber auch ehrlich sein. Die Erkenntnis, dass die politische Führung keine Kontrolle über die Geheimdienste der Bundesrepublik hat, ist jedenfalls beunruhigend. Diesen Eindruck sollte der Bundesinnenminister schnellstmöglich sachlich fundiert widerlegen.

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