Es war schon ein Schock für mich, als ich meine neue Betriebskostenabrechnung las. Gab es im letzten Jahr eine kleinen Betrag zurück, so zahle ich jetzt deutlich nach. Nun hatte ich mit einer kleinen Nachzahlung sogar gerechnet, schließlich wird die allgemeine Teuerungsrate auf die Miete umgelegt.
Als ich mir die Abrechnung aber genauer ansah, stutzte ich. Der Löwenanteil entfällt auf die Positionen Heizung und Wasserverbrauch. Nun hatte ich mitnichten für mehr als 100€ mehr Wasser verbraucht, nein, etwas ganz anderes ist passiert. Die Wasserpreise sind deutlich gestiegen und das Land Berlin verdient gut daran.
"Unter den zehn größten Metropolen Deutschlands hat Berlin den höchsten Tarif für Wasser und Abwasser. Weitere 780 Millionen Euro Gewinnabführung kamen dem Land Berlin zugute. Außerdem profitiert die öffentliche Hand von einer Konzessionsabgabe (jährlich 14,8 Millionen Euro) und einem Grundwasserentnahmeentgelt (rund 50 Millionen Euro)." So schrieb der Tagesspiegel schon am 30.10.2010.
Die Entwicklung der Berliner Wasserpreise der letzten Jahre ist hier dargestellt:
www.bwb.de/content/language1/html/204.php
Berlin wird Rot-Rot regiert, der Aufsichtsratchef der Wasserbetriebe ist der linke Wirtschaftsenator Harald Wolf. Der machte vor einiger Zeit mit der Forderung Schlagzeilen, die Wasserbetriebe zu rekommunalisieren und so die Preise zu senken. Nur hilft dies den Berliner Mietern überhaupt nichts, sie zahlen wieder einmal die Zeche. Neben den Nachzahlungen erhöht sich auch die ab August zu zahlende Miete deutlich.
Warum ein linker Senat sich an den Bürgern bedient und wie er so wiedergewählt werden will, verstehe ich nicht. Linke Politik für die Bürger sieht jedenfalls anders aus.
In Berlin wird im September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Ich verstehe diesen Blog auch als einen Beitrag zur Vorwahlberichterstattung des FREITAG.