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Kurzschluss

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Kultur : Deutsche Medienwunder (3): Neuer Abgesang auf Augstein & Freitag

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Bei MAGDA - der Name ist reiner Zufall und bedeutet "MAGazin Der Autoren" - steht seit ein paar Stunden eine neue Blattkritik am Freitag online, diesmal von Wolfgang Michal, einem der "blauen" auf Freitag.de.

Auch wenn ich nur einen Beitrag von ihm gefunden habe, hatte der profetische Qualitäten: Locker bleiben! von 1999 war eine Generalabrechnung mit Rot-Grün nach nur einem Jahr Regierungszeit, in der für den Autor schon klar erkennbar feststand, was vielen dann im Laufe der folgenden sechs ebenfalls auffiel und anderen in seinen verheerenden Auswirkungen erst durch die Krise und neuere Urteile des Bundesverfassungsgerichts zu Reformen aus jener Epoche begreiflich wurde.

Angesichts dieses rückblickend erkennbaren Volltreffers steht zu befürchten, dass Michal bei Augstein und der Freitag den Finger in genau jene Wunden legt, die sich auch hier zu todbringenden Entzündungsherden entwickeln könnten. Vom Arbeitsrechtsstreit mit Ingo Arend wegen seiner faktischen Änderungskündigung, über den Weggang des Geschäftsführers, das Verschweigen der Auflage gegenüber der ivw seit dem letzten Quartal 2009, dem Plan, den Kioskverkauf ab dem kommenden Monat zu beenden, bis hin zu einer detaillfreudigen Konzeptanalyse im Vergleich mit dem Aufbau anderer überregionaler Printprodukte, aber auch einemTherapievorschlag, demzufolge das, was allen fehlt und dringend gebraucht würde, ein "linker Wirtschafts- und Sozialredakteur" als Kernkompetenz-Kristallisationskern gerade für dieses Mediums sein könnte, wird dem interessierten Leser dieser fakten- und beobachtungsgesättigten Blattkritik einiges präsentiert, was er oder sie vielleicht schon immer wusste, aber in dieser Dichte so noch nie mit anderem zusammengebracht hat.

Der Tenor ist unmissverständlich. Wenn nicht in der Substanz neue Auf- und Durchbrüche gelingen, werden kosmetische Korrekturen die an sich gute Idee nicht davor retten können, dass sie bei aller Liebe, die in sie hineingesteckt wurde, an ökonomischer Inkompatibilität des Produktes mit den Bedürfnissen am Lesermarkt scheitern wird.

Der Autor dieses Blogs kann angesichts einer so abgerundeten Ausarbeitung kaum mehr tun, als die frische Analyse - wenngleich manches an ihr zugegebenermaßen auch nicht allzufrisch sein mag - seinen geneigten Followern umgehend zur Kenntnis zu bringen und natürlich - sofern denn Interesse besteht - zur Diskussion über ihren Inhalt einzuladen. (Bitte dazu möglichst auch den Primärtext lesen [Ergänzung vom 19.03.2010]

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.