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Politik : Happy End für Carmen Häcker

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Vor genau einem Monat habe ich in meinem Blog unter dem Titel "Die letzte Zwangsbekehrung" einen Bericht und eine persönliche Stellungnahme zur Entlassung der Würrtembergischen Vikarin Carmen Häcker veröffentlicht, die ihren muslimischen Partner geheiratet hatte, obwohl ihr das vom Oberkirchenrat nicht erlaubt worden war.

Darin hatte ich erläutert, dass religionsverschiendene Pastorenehen in Berlin längst kein Tabu mehr sind und wir sie hier - wenn sie sich sonst eignet - mit Kusshand genommen hätten.

Dazu veröffentlichte heute die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz folgende Pressemitteilung:

Landeskirche übernimmt Württembergische Vikarin

Carmen Häcker setzt Ausbildung im Februar 2012 in Berlin fort

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) übernimmt zum 1. Februar 2012 die Württembergische Vikarin Carmen Häcker in den Vorbereitungsdienst. Häcker wird ihr Vikariat, die Ausbildung für den Pfarrberuf, in Berlin fortsetzen.

Die Übernahme in den Vorbereitungsdienst kann erfolgen, weil die Ausbildung in der EKBO einen anderen rechtlichen Rahmen hat als in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Dort führt der Vorbereitungsdienst direkt in das Pfarramt, eine Übernahme ist nur möglich, wenn der Ehepartner Mitglied einer christlichen Kirche der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) ist.

In der EKBO können Theologinnen und Theologen, die mit nichtchristlichen oder konfessionslosen Partnern verheiratet sind, aufgrund einer Einzelfallentscheidung des Konsistoriums in den Pfarrdienst übernommen werden. Eine Übernahme ist möglich, wenn das Paar kirchlich heiratet, die gemeinsamen Kinder getauft werden und der Partner oder die Partnerin erklären, den Dienst zu unterstützen.

Carmen Häcker zeigte sich erleichtert, dass Sie ihre Ausbildung nun in Berlin fortsetzen kann: „Ich freue mich darüber, nun eine Chance zu bekommen, mit meinem muslimischen Mann an meiner Seite, im Auftrag der Kirche das Evangelium zu verkündigen.“

Berlin, 20. Dezember 2011

Volker Jastrzembski

Für mich hat sich damit die im letzten Beitrag ausgedrückte Hoffnung bestätigt, dass über diese Entlassung noch nicht das letzte Wort gesprochen ist und am Ende die Härte, die der jungen Kollegin dann nur angetan worden wäre, am Ende mehr Gutes als Schlechtes bewirkt hat, weil durch ihren Fall das Thema der religionsverschiedenen Ehen in der Öffentlichkeit und der Kirche neu diskutiert wird.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.