Wenige Tage noch, genauer geschrieben, bis zum 27. November dauert die vorzügliche Ausstellung HADERER im Museum Caricatura in Frankfurt. Kurz vor Ausstellungsende hier ein Aufruf für "Schmunzelfreaks" und "Lachattackenfans", die noch auf die Schnelle eine Tagestour oder eine Kurzreise einplanen können, um die 200 ausgewählten Original-Cartoons von Gerhard Haders zu bestaunen. Ein grandioses Beispiel für sein großes Schaffen, denn die Original-Cartoons stammen aus den mehr als 1100 entstandenen Zeichnungen, die Haderer für den stern herstellte. Eine Würdigung anlässlich seines 60. Geburtstages. Seine Werke stehen für detailgenaue, lobenswerte, absolut sehenswerte zeichnerische Ästhetik. Manchmal fragt man sich, wie er die Bilder so genial, fotorealistisch hinbekommen hat. Der gelernte Grafiker arbeitet seit 1984 als Karikaturist für renommierte Zeitschriften. Er ist ein Meister, wenn es ums genaue Beobachten geht und setzt dieses große Können in brilliante Cartoons um. Er nimmt dabei z.B. Menschen aus Politik, Kultur, Wirtschaft oder Religion aufs humoristische Korn. Auch der blanke Alltag wird dank Haderers Bandbreite zum Bauchmuskeltraining, wenn man dank der Komik als Betrachter/in schlicht kichert oder laut lachen muss, auch ohne böse Blicke darf. Selbst vor Woodstook macht er nicht halt, wenn er vierzig Jahre danach ein trautes Rock-Paar darstellt. Auch Jägern legt er u.a. mit feinster Ironie den Finger in die klaffende Wunde, wenn man hierbei z.B. an den Klingelton des Handys (Brunftschrei eines Hirschs) denkt, das neben einem toten Jäger auf dem Boden liegt. Er bringt es nicht nur zeichnerisch, sondern auch textlich direkt auf den Punkt, wenn es um den alltäglichen Wahnsinn in unserer Welt geht.
„ Haderer- Bis der Arzt kommt!“, so die Zeilen einer witzigen Werbekampagne, die realistisch deutlich ausdrückt, dass man bei Werken von Gehard Haderer in Punkto Humor auf seine Kosten kommt. Die Haderer-Ausstellung ist eine echte Alternative zu konventionellen Heilungsmethode gegen schlechte Laune und Depris im November. Man kann dort mit wildfremden Menschen hemmungslos lachen, wenn man z.B. das Bild "One ball only" von Haderer aus dem Jahre 2009 betrachtet. Dies kann ich seit Dienstag bestätigen. ;-) Auf nach Frankfurt... ehe es zu spät ist…