Literaturnobelpreis für einen Lyriker
Wer bis gestern noch nie den Namen Tomas Tranströmer gehört hat, erstarrte wohl dezent über die Medienmeldung, dass dem schwedischen Lyriker der Literaturnobelpreis zugesprochen wurde. Verständlicherweise wird nun seit gestern eifrig gegooglet, um über den Achtzigjährigen Informationen zu ergattern. Es freut mich sehr, dass dieser begehrte Preis an einen Lyriker ging, auch wenn derzeit viele Menschen, die gerne lesen, absolut nicht wissen, welche Werke Tomas Tranströmer verfasste.
Lyrik – bislang eine unscheinbare Randnotiz in der Literatur, die nun plötzlich durch den Literaturnobelpreis für einige Tage wie ein Haftnotizzettel wirkt, der hinterhältig auf die Stirn geklebt wurde. Sichtbar für alle, die glaubten… es gäbe nur Romane und Krimis. ;-)
Schließlich birgt Lyrik auch eine Reihe von Vorurteilen unter den Lesenden aus dem gemeinen Volk. Aussagen wie: „Ich kann mit so einem Hirnschmalz nix anfangen. Außerdem reimt sich da nichts, absolut nichts! Ein Gedicht muss sich immer reimen und für Jedermann verständlich sein! Ansonsten ist es großer Mist!“ Bei Interpretationen wird es stets absolut kritisch, wenn es zwischen dem Intellekt des Lyrikers/der Lyrikerin und den potenziellen Lesern/Leserinnen Differenzen gibt. Der Inhalt des Werks dann eine ungewollte Wendung nimmt, die sich der Verfasser/die Verfasserin nie in den kühnsten Träumen hätte vorstellen können. Die Fantasie eines Menschen kennt keine Grenzen, wenn es um Textanalysen geht.
Deshalb dachte ich mir, nun die literarische Gelegenheit zu nutzen, um etwas absolut Banales zu veröffentlichen.
Viel Freude beim Lesen! ;-)
Zu Grün
Grün
hinter den Ohren
Völlig unverfroren
geküsst
geherzt
gescherzt
Viel zu grün
©Corina Wagner, Oktober 2011
http://file1.npage.de/007569/37/bilder/img_0201.jpgCorina Wagner
©B.W.